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Zurück auf Los bei der Leipziger Agra: Kommune kippt neues Konzept

Zurück auf Los bei der Leipziger Agra: Kommune kippt neues Konzept

Supermarkt, Campingplatz, Hotel und Wohnungen - das waren die Schwerpunkte in einem Konzept für das Agra-Veranstaltungsgelände, welches Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) im März präsentierte.

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Wie es hinter dem Agra-Tor an der Bornaischen Straße weitergeht, ist wieder völlig offen. Das Wirtschaftsdezernat hat sein Entwicklungskonzept zurückgezogen.

Quelle: André Kempner

Nach massiver Kritik zog die Verwaltung das Papier jetzt zurück.

"Das Erstaunlichste an dem ganzen Vorgang war für uns, dass sich das Wirtschaftsdezernat überhaupt getraut hat, so eine unstrukturierte Ideensammlung vorzulegen", sagte Grünen-Stadtrat Norman Volger gestern. "Folgerichtig fiel das Papier im Grundstücksverkehrsausschuss komplett durch." In dem Gremium habe es parteiübergreifend heftige Kritik an der sechsseitigen Vorlage für den Stadtrat gegeben.

Auf Unverständnis stieß zum Beispiel, dass in der Vorlage keinerlei Strategie zu erkennen gewesen sei, fuhr Volger fort. "Das liest sich, als ob ein Student für Stadtplanung mal alles nebeneinander gelegt hat, was ihm an wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten für ein Parkgelände einfällt. Doch eine Idee, wie er die ungeliebte Hausaufgabe lösen könnte, hat er noch nicht." Folgerichtig gebe es krasse Fehler. Zum Beispiel sei die mögliche Wohnbebauung gegenüber der Veranstaltungshallen 1 und 2 angesiedelt. "Dabei wurde schon in dem früheren Planungsverfahren, dass die Firma Arcadis bis zum Jahr 2011 im Auftrag der Stadt betreute, völlig klar, dass dies ein unlösbarer Widerspruch ist. Es geht nur eins: entweder Wohnen oder Konzerte wie zum Wave Gotik."

Das Liegenschaftsamt habe die Ergebnisse der Bürger-Workshops, welche Arcadis durchführte (die LVZ berichtete) offenbar ignoriert, pflichtete Fraktionskollegin Heike König bei. "Arcadis hatte für seine Arbeit etwa 50000 Euro Honorar erhalten. Doch bis heute wissen wir nicht, warum die Zusammenarbeit mit diesem Büro plötzlich beendet wurde und was mit den Ergebnissen geschah", moniert sie. Klar sei nur, dass es für die jetzige Vorlage keine Bürgerbeteiligung gab. "Damit wurde auch der Bürgerverein Dölitz vor den Kopf gestoßen."

Schon 2009 habe der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, eine Strategie für das 29,5 Hektar große Veranstaltungsareal an der Bornaischen Straße zu entwerfen, welches Leipzig gehört. Und zwar gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg, welche den Parkteil mit dem Weißen Haus bewirtschaftet, so Volger. "Zu dem Auftrag gehörte zugleich, wirtschaftliche Berechnungen für verschiedene Varianten anzustellen und diese dem Stadtrat vorzulegen. Doch nichts davon findet sich in der Vorlage. Auch kein Hinweis auf eine gemeinsame Strategie mit Markkleeberg." König sagte, offenkundig sei das Wirtschaftsdezernat für diese Aufgabe der falsche Adressat gewesen. "Einen Campingplatz ausgerechnet dorthin zu malen, wo erst vor wenigen Jahren mit viel Aufwand aufgeforstet wurde - das wäre dem Umweltdezernat nicht passiert."

Die Grünen würden nun von der Verwaltung erwarten, das Thema endlich richtig - also gemeinsam mit den Bürgern vor Ort und mit Markkleeberg - anzupacken. Bürgermeister Albrecht konnte wegen einer Erkrankung gestern dazu keine Stellung beziehen. Sein Referent Robert Staacke bestätigte indes, dass die Vorlage "aufgrund der Hinweise im Grundstücksverkehrsausschuss" zurückgezogen wurde und nun noch mal überarbeitet oder völlig neu erstellt werde. "Wir nehmen solche Hinweise eben ernst", sagte er, wies die Kritik der Grünen jedoch teilweise zurück. So seien die Stadt Markkleeberg und die anderen Dezernate des Leipziger Rathauses sehr wohl einbezogen gewesen. "Bei der Wohnbebauung war an einen Zeitraum in 20 Jahren gedacht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.04.2013

Jens Rometsch

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