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Zustand unverändert: Leipziger Ebola-Patient frühestens in drei Wochen „über den Berg“

Zustand unverändert: Leipziger Ebola-Patient frühestens in drei Wochen „über den Berg“

Der Zustand des Ebola-Patienten im Leipziger Klinikum St. Georg ist unverändert. Es gelte der Stand vom Vortag, hieß es am Freitagmorgen.

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Im Leipziger Klinikum Sankt Georg wird seit Donnerstag ein Ebola-Patient behandelt (nachgestelltes Foto).

Quelle: dpa

Leipzig. Weitere Angaben machte die Klinik nicht. Die Ärzte hatten die gesundheitliche Situation des 56 Jahre alten UN-Mitarbeiters bei dessen Eintreffen als „hochgradig kritisch, wenngleich stabil“ bezeichnet. Wie groß die Chance ist, dass der Mann in Leipzig geheilt werden kann, ist ungewiss.

„Über den Berg ist ein Patient für uns erst in drei bis vier Wochen“, hatte der mit Tropenkrankheiten erfahrene leitende Oberarzt Thomas Grünewald am Donnerstag betont. Über die Art der Therapie machen die Mediziner bislang keine Angaben. Auch nicht, ob ein experimentelles Medikament wie das bereits in anderen Fällen genutzte „ZMapp“ eingesetzt werde. Zumindest soll das nicht ausgeschlossen werden. „Diese sind zwar noch nicht zugelassen, ihr Einsatz ist in dieser speziellen Situation aber ärztlich und ethisch gerechtfertigt“, erklärte Klinikleiter Bernhard Ruf.

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Leipzig. Der Zustand des Ebola-Patienten im Leipziger Klinikum St. Georg ist unverändert. Es gelte der Stand vom Vortag, hieß es am Freitagmorgen. Die Ärzte hatten die gesundheitliche Situation des 56 Jahre alten UN-Mitarbeiters bei dessen Eintreffen als „hochgradig kritisch, wenngleich stabil“ bezeichnet. Wie groß die Chance ist, dass der Mann in Leipzig geheilt werden kann, ist ungewiss.

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Erste Symptome vor einer Woche

Der Mann wird derzeit unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen auf einer Sonderisolierstation versorgt. Die Symptome der Erkrankung hatten sich nach Angaben der Ärzte vor rund einer Woche bemerkbar gemacht. Der 56-Jährige sei nach wie vor ansprechbar. Für andere Patienten, Besucher oder die Öffentlichkeit bestehe keine Ansteckungsgefahr, betonte das Krankenhaus.

Trotz aller Vorkehrungen: Die Angst vor dem Virus ist bei einigen Menschen groß. Es habe viele Anfragen beunruhigter Bürger beim Gesundheitsamt gegeben, berichtete Abteilungsleiterin Ingrid Möller. Für die Leipziger war Ebola bis Donnerstag schließlich eine Seuche in tausenden Kilometern Entfernung – nun befindet sich das Virus in der Nachbarschaft.

Mehr als 10.000 Euro Behandlungskosten pro Tag

Die schwierige Phase komme allerdings erst noch, hieß es. Grünewald sprach von einem „irrsinnigen Aufwand an Material und Logistik“. Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie, Professor Bernhard Ruf, sagte, die „extremen Behandlungskosten“ würden von den Vereinten Nationen getragen. Sie belaufen sich auf rund 10.000 Euro pro Tag – Medikamente oder Laboruntersuchungen sind hier noch nicht mitgerechnet.

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Am Donnerstagmorgen war der Ebola-Patient in Leipzig angekommen. Mit Polizeibegleitung wurde er ins Klinikum Sankt Georg gebracht.

Quelle: dpa

Das St. Georg ist eines von sieben Krankenhäusern in Deutschland mit einer Sonderisolierstation für hochinfektiöse Krankheiten. Sechs Zimmer können unter höchsten Quarantäne-Bedingungen betrieben werden. Auf solchen Stationen wird der Patientenbereich durch ein Schleusensystem betreten. In der äußeren Schleusenkammer kann das Personal duschen und Schutzkleidung anziehen. Über die innere Kammer kommen Ärzte und Pflegekräfte zu den Kranken. Beim Ausschleusen wird die Schutzkleidung desinfiziert.  

Der Patient war am Donnerstagmorgen kurz nach 5 Uhr mit einem Spezialflieger am Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen. Der umgebaute „Gulfstream“-Jet verfügt über eine Isolationskammer. Am Flughafen wurde der Mann von Helfern in Vollschutzanzügen in Empfang genommen und mit einem Krankenwagen unter Polizeibegleitung in die Klinik gebracht.

Der 56-Jährige ist der dritte Ebola-Patient, der zur Behandlung nach Deutschland gebracht wurde. In Frankfurt/Main wird derzeit ebenfalls ein Mann versorgt, eine Hamburger Klinik nahm einen Erkrankten aus dem Senegal auf, der nach der Behandlung das Klinikum wieder verlassen konnte.

dpa / ade / nöß

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