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Lokales Zuwachs im Botanischen Garten
Leipzig Lokales Zuwachs im Botanischen Garten
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23:00 12.06.2017
Im Botanischen Garten der Uni in der Linnéstraße sind die Arbeiten für das neue Forschungsgewächshaus angelaufen. Bagger schaffen Baufreiheit für den Komplex, der rund 7,8 Millionen Euro kostet und ab 2019 im Dienst der Wissenschaft stehen soll. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Der Botanische Garten der Leipziger Uni bekommt baulichen Zuwachs. Auf dem Gelände nahe des Friedensparkes sind die Arbeiten für ein neues Gewächshaus angelaufen, das im Juli 2018 fertig sein und ab 2019 im Dienst der Forschung stehen soll. Investiert werden dafür rund 7,8 Millionen Euro. Das Projekt hatte eine lange Vorlaufphase, erste Ausschreibungen für Konstruktions- und Planungsleistungen liegen schon geraume Zeit zurück.

Nunmehr wird in jenem Eckbereich des Gartens, an dem sich die Linnéstraße und die Johannisallee treffen, Baufreiheit für den Komplex geschaffen. Nutzer soll künftig das von den Unis Leipzig, Halle und Jena gemeinsam betriebene Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (Idiv) sein, das seinen Stammsitz in der hiesigen Biocity am Deutschen Platz hat.

Bereits bei der Idiv-Gründung 2012 war angekündigt worden, dass perspektivisch ein solches Gewächshaus als Plattform für wissenschaftliche Untersuchungen entstehen soll. Die Klärung von Finanzierungs- und konzeptionellen Fragen zog sich hin. Ursprünglich sollte vor zwei Jahren der Baustart unter der Ägide des sächsischen Staatsbetriebes für Immobilien- und Baumanagement (SIB) erfolgen – nunmehr sind die Bagger aktiv. Als Generalplaner fungiert die im brandenburgischen Großbeeren ansässige Firma Gefoma, die schon an den Unis in Rostock und Würzburg für ähnliche Anlagen zuständig war.

Auf LVZ-Anfrage erklärte SIB-Sprecherin Petra Brommer, rund 4,9 Millionen Euro würden aus dem europäischen Fonds für Regionalentwicklung fließen und 2,9 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen für das Gewächshaus beigesteuert. Ausgelegt sei es als ein „innovatives Pilotvorhaben“ mit effizienter Klimatisierung und energiesparender Funktionsweise. Neben der eigentlichen etwa 460 Quadratmeter umfassenden verglasten Nutzfläche mit zwölf kleinteiligen und teils mit Schleusen verbundenen Anzuchtkabinen wird es eine fast ebenso große technische Funktionsfläche in einem Festbau geben. In ihm kommen zwei Laboratorien, eine Kühlzelle, Umkleidekabinen sowie Wurzelwaschanlagen und Lagerkammern unter.

Keller und Dach werden mit Versorgungsgeräten vom Feinsten bestückt: Solarkollektoren, Wärmetauscher und Absorptions- sowie Kompressions-Kältemaschinen gehören zum Hightech-Equipment. Die Heizungsgrundlast soll allerdings über einen konventionellen Fernwärmeanschluss sichergestellt werden. Ein kleines Areal für Freilandversuche rundet das Gesamtprojekt ab. Es ist das größte seit der umfassenden Runderneuerung des Botanischen Gartens in der Zeit von 1992 bis 2004. Seine Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, nach mehreren Standortwechseln kam er 1877 an seine heutige Adresse und wuchs dort flächenmäßig auf 3,1 Hektar.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Pflanzenrefugium bis 1954 wiederbelebt. Weiter in der Warteschleife hängt jedoch die schon lange avisierte Sanierung des 1877 eingeweihten und heute ruinösen Viktoriahauses. Nach einen symbolischen ersten Spatenstich vor zwei Jahren hat sich noch nichts Sichtbares getan für dieses einstige Domizil der prächtigen Amazonas-Seerose.

Von Mario Beck

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