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Lokales Zwei Baugemeinschaften bekommen Zuschlag für Areale in Plagwitz und Lindenau
Leipzig Lokales Zwei Baugemeinschaften bekommen Zuschlag für Areale in Plagwitz und Lindenau
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22:20 24.01.2018
In Lindenau und Plagwitz sollen sich bald weitere Baukräne drehen. Die Stadt Leipzig unterstützt Selbstnutzer für neuen Wohnraum jetzt auch mit sogenannten Konzeptvergaben.  Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

 24 Erwachsene und 18 Kinder gehören zu den beiden Baugruppen, die gestern als Sieger eines Pilotprojektes im Neuen Rathaus vorgestellt wurden. Am Montag hatte die Jury zu den ersten Konzeptvergaben in Leipzig getagt, erläuterte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) den Anlass. „Diese Vergaben, bei denen es nicht um den Preis, sondern um das beste Konzept geht, sind ein Mosaikstein, damit Leipzigs Stadtteile bunt gemischt bleiben“, sagte sie. Soeben habe das Immobilienbüro JLL errechnet, dass die im Internet annoncierten Angebotsmieten im letzten Jahr – prozentual betrachtet – nur in Berlin noch stärker gestiegen sind als in Leipzig. „Mit dem wohnungspolitischen Konzept hat sich der Stadtrat das Ziel gesetzt, bezahlbares und vielfältiges Wohnen zu fördern.“

Wie berichtet, stellte die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) für das Pilotprojekt zwei freie Grundstücke in Erbpacht zur Verfügung. Sie befinden sich in der Lindenauer Endersstraße 31/33 (1008 Quadratmeter unweit der Apostolischen Kirche) sowie in der Plagwitzer Klingenstraße 10 (ein 490 Quadratmeter großes Teilstück des früheren Bauspielplatzes). In einer sechsmonatigen Informationsphase beriet das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) alle Interessenten. In der Ausschreibungsphase bis Mitte Dezember 2017 bewarben sich dann sechs Baugruppen um den Zuschlag, so Dubrau weiter. „Zu ihnen gehörten 115 Personen im Alter von 1 bis 80 Jahren. Noch mehr Mischung lässt sich kaum vorstellen.“

Laut LWB-Geschäftsführerin Ute Schäfer schließt das kommunale Unternehmen mit den Siegern nun Erbbaupachtverträge für 99 Jahre ab. Zudem sei eine Investitionsverpflichtung enthalten, dass die neuen Häuser binnen vier Jahren stehen.

Die Baugemeinschaft „Klinge 10“ hat sich als Verein gegründet, der im Mietshäuser Syndikat mitarbeitet, sagte ihr Vertreter Bernhard Schwandt. Als Musiker und Wirtschaftsingenieur freue er sich besonders, dass im Erdgeschoss Gewerbe- und Gemeinschaftsräume entstehen, die auch nach außen wirken sollen – etwa als Musikwerkstatt und für Yoga-Kurse. „Wir planen mit Kaltmieten von 7 Euro.“

Auch die genossenschaftlich organisierte Baugemeinschaft „(A)Enders Wohnen“ hätte sich kein Grundstück auf dem freien Markt kaufen können, so ihr Sprecher Christoph Lettgen. Laut dem gelernten Architekten, der als Entwicklungshelfer oft in fernen Ländern arbeitet, soll ein Teil des Neubaus geförderte Sozialwohnungen bekommen, die für 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter vermietet werden. In Richtung Karl-Heine-Kanal seien Räume für eine Kindertagespflege vorgesehen.

Die nächste Konzeptvergabe – mit Flächen des städtischen Liegenschaftsamtes – soll dem Stadtrat im ersten Halbjahr 2018 zur Entscheidung vorgelegt werden, teilte das Wirtschaftsdezernat am Mittwoch auf Nachfrage mit. Wie berichtet, sah dieses Projekt im ersten Anlauf noch keine Erbpachtverträge vor, war daher gescheitert.

Von Jens Rometsch

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