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Zwei Demonstrationen und Straßensperrungen in Leipzig - Widerstand gegen Neonazis

Zwei Demonstrationen und Straßensperrungen in Leipzig - Widerstand gegen Neonazis

Gegen den geplanten Vortrag des Neonazis Karl-Heinz Hoffmann im Leipziger NPD-Büro in der Odermannstraße regt sich zunehmend Widerstand. Nachdem bereits die antifaschistische Kampagne „Fence Off“ eine Demonstration für den kommenden Samstag ankündigt hat, will auch der Erich-Zeigner-Haus e.

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Das NPD-Büro in der Odermannstraße in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. V. ein Zeichen setzen. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, hatte der Verein den Protestzug vom Lindenauer Markt durch die Odermannstraße und zurück schon am 17. November angemeldet.

An der Demonstration will auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) teilnehmen. „Leipzig ist eine weltoffene und tolerante Stadt, in der Rassismus und Neonazismus keinen Platz haben“, sagte das Stadtoberhaupt. „Ich werde mich in den gewaltfreien Protest gegen die Veranstaltung im NPD-Zentrum in Lindenau am Samstag einreihen und hoffe sehr, dass viele Leipzigerinnen und Leipziger es mir gleichtun.“ Die Veranstalter gehen von etwa 100 Teilnehmern aus.

Weitere 350 Menschen erwartet die Initiative „Fence Off“. Deren Demonstration unter dem Motto „Nazis entwaffnen – Rechten Terror bekämpfen, Freies Netz zerschlagen“ führt vom Ranstädter Steinweg über Jahnallee, Waldplatz, Jahnallee, Kuhturmstraße, Lindenauer Markt und Demmeringstraße bis zur Odermannstraße. Ein Abschlusskundgebung wird nach Angaben der Stadtverwaltung in der Karl-Heine-Straße stattfinden. Am Dienstag sollen zwischen den Veranstaltern und dem Rathaus Kooperationsgespräche stattfinden.

Auf dem Lindenauer Markt schließen sich die Versammlungsteilnehmer der Kampagne „Fence Off“ der Versammlung des Erich-Zeigner-Haus Leipzig e.V. an. Gemeinsam führt ein Versammlungszug dann über die Demmeringstraße hin zur Odermannstraße. Dort soll bis etwa 20.30 Uhr eine Kundgebung sattfinden.

Nach einer Zwischenkundgebung führt der Aufzug der Kampagne „Fence Off“ weiter über den Übergang Odermannstraße/Lindenauer Markt, durch die Dreilindenstraße hin zur Zschocherschen Straße. Vor der Kreuzung Karl-Heine-Straße soll die Versammlung dann aufgelöst werden.

"In Teilbereichen der Wegstrecke wurden zur Sicherung der Versammlungsdurchführung Haltverbote angeordnet. Die unmittelbar betroffenen Anlieger werden gebeten, diese unbedingt einzuhalten. Zudem wird es nötig sein, einzelne Straßenabschnitte im Verlauf des Aufzuges für den Verkehr kurzzeitig zu sperren", teilte das Ordnungsamt mit.

Nicht mehr notwendige Einschränkungen sollen in "kürzester Zeit" zurückgenommen werden. Da es im Bereich der Odermannstraße zu Behinderung des Nahverkehrs kommen wird, haben die Leipziger Verkehrsbetriebe Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Neonazi Hoffmann äußert sich auf Facebook

Nach Angaben von „Fence Off“ soll der Neonazi Karl-Heinz Hoffmann, der die nach ihm benannte Wehrsportgruppe gründete, einen Vortrag halten. Zunächst hatten die Aktivisten über den Veranstaltungsort nur gemutmaßt. Auf der Facebook-Seite des NPD-Zentrums in der Odermannstraße ist er aber mittlerweile bestätigt worden. Hoffmann selbst schreibt in dem sozialen Netzwerk, dass er am Sonnabend „auf der Straße überhaupt nicht in Erscheinung treten“ und die „Antifa leerlaufen lassen“ wolle. Die rechtsextremen Anhänger ruft er auf: „Bleibt betont ruhig und gelassen. Wollt Ihr mir das versprechen?“

Mit Hoffmann habe die NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" einen verurteilten Rechtsterroristen eingeladen, urteilt die Leipziger Stadträtin Juliane Nagel (Die Linke). Die neonazistische Wehrsportgruppe wurde 1980 verboten. Hoffmann hätte in jüngster Vergangenheit öfter bei neonazistischen Veranstaltungen referiert, auch des nationalsozialistisch geprägten "Freien Netzes".

maf/lyn

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