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Lokales Zwei EHEC-Fälle in Leipziger Kita – leichte Variante des Durchfallerregers festgestellt
Leipzig Lokales Zwei EHEC-Fälle in Leipziger Kita – leichte Variante des Durchfallerregers festgestellt
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13:10 14.02.2012
In der Kita "Blauer Elefant" in Leipzig gibt es zwei neue EHEC-Fälle. Die Einrichtung in der Tarostraße bleibt jedoch weiter geöffnet. Quelle: Regina Katzer
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Bei einer zweiten Person sei das Darmbakterium ebenfalls festgestellt worden. Ingrid Möller vom Gesundheitsamt, warnte jedoch vor Panikmache. Es handele sich nicht um den aggressiven Typ des Erregers, der 2011 deutschlandweit mehr als 50 Todesopfer gefordert hatte, so die Abteilungsleiterin für Hygiene.

 

Die Erkrankung des dreijährigen Kindes war bereits in der vergangenen Woche festgestellt worden. Nachdem das Kind Anfang Februar über Bauchschmerzen und leichte Durchfallbeschwerden geklagt hatte, wurde eine Stuhlprobe genommen und ins Labor geschickt. Das Ergebnis war positiv. Daraufhin seien von allen 200 Kita-Kindern, den 20 Erziehern sowie den Eltern des Kindes Proben genommen worden, berichtete Kristin Drechsler, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Leipzig, dem Träger der Kita, gegenüber LVZ-Online.

Kita bleibt weiter geöffnet – Hygienemaßnahmen erhöht

Die Auswertung der Laboruntersuchung läuft derzeit noch. Die Kita im Leipziger Zentrum-Südost bleibe in Absprache mit dem Gesundheitsamt geöffnet, so Drechsler. Die Hygienemaßnahmen wurden jedoch erhöht. Unter anderem seien die Sanitäranlagen zusätzlich desinfiziert worden. Die Eltern würden über Aushänge informiert, was im Fall eines EHEC-Verdachts zu tun ist. Wenn ein Kind unter Bauchschmerzen und Durchfall leide, müsse es vorerst zuhause bleiben und eine weitere Probe abgeben, so Gesundheitsexpertin Möller. Erst nach 48 Stunden ohne Beschwerden dürfe es die Kita wieder besuchen.

„Ein bis zwei EHEC-Fälle pro Monat sind in Leipzig normal“, berichtete die Abteilungsleiterin für Hygiene. Das erkrankte Kind sei mittlerweile auch wieder gesund. Bei einer weiteren Person wurde der ansteckende Darmkeim jedoch ebenfalls nachgewiesen. „Es lag aber keine Erkrankung vor. Die typischen Symptome traten nicht auf“, so Möller. Ob es sich um ein weiteres Kind handelte, wollte die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes nicht sagen.

Bereits vier EHEC-Fälle in diesem Jahr in Leipzig

„Wir nehmen jeden Fall ernst“, sagt Ingrid Möller vom Leipziger Gesundheitsamt. Quelle: Wolfgang Zeyen

Die Eltern des betroffenen Kindes, das zuerst erkrankt war, hätten sich vorbildlich verhalten, lobte Kita-Leiterin Alina Gehlert. „Sie haben selbständig eine Stuhlprobe ihres Kindes abgegeben, das machen nicht alle Eltern.“ Wie sich das Kind infiziert hat, ist bislang noch unklar. „EHEC-Bakterien werden in der Regel mit der Nahrung aufgenommen“, erklärte Möller. Da es sich um Einzelfälle handele, sei jedoch schwer herauszufinden, welches Lebensmittel die Krankheit ausgelöst habe.

Bei der bundesweiten EHEC-Welle Mitte 2011 waren Sprossen als Träger des gefährlichen Keims identifiziert worden. Damals starben vor allem in Norddeutschland 53 Menschen an der aggressiven HUS-Variante des Darmerregers, der blutigen Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen auslöst und im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Nierenversagen führen kann.

Eine Häufung der Erkrankungen gebe es in Leipzig derzeit nicht, betonte Möller. „Wir nehmen aber jeden Fall ernst.“ Seit Anfang Januar seien in Leipzig ingsesamt vier EHEC-Fälle aufgetreten, 2011 waren es 21. In Sachsen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 17 Erkrankungen in den ersten fünf Wochen des Jahres diagnostiziert – fünf mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Insgesamt gab es 2011 knapp 180 EHEC-Fälle im Freistaat – keiner davon sei tödlich verlaufen, erklärte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber.

Robert Nößler

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