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Zwei Festwochen zum Jubiläum

850 Jahre Leipziger Nikolaikirche Zwei Festwochen zum Jubiläum

"Suchet der Stadt Bestes" - unter diesem Motto stand die erste von zwei Festwochen zum 850-jährigen Jubiläum der Nikolaikirche. Deren großes Finale bildeten das Gemeindefest auf dem Nikolaikirchhof am Sonnabend und der Pfingstgottesdienst am Sonntag, bei dem zu Ehren des Namensgebers der Kirche die "Missa Sancti Nicolai" von Joseph Haydn aufgeführt wurde.

Nikolaipfarrer Bernhard Stief (rechts) schneidet gemeinsam mit Zoe (7; links neben dem Pfarrer) und Paul (7; rechts neben Stief) die Geburtstagstorte an.

Quelle: André Kempner

Leipzig.  "Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Festwoche", sagte Superintendent Martin Henker am Rande des Gemeindefestes. Die Bibelarbeit mit Theologieprofessor Fulbert Steffensky aus Zürich und der Vortrag des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf unter der Woche hätten viele Menschen angezogen. "Ein Höhepunkt war ohne Zweifel das Konzert von Amarcord. Noch nie waren in unserer Kirche so viele Antiphone auf den Heiligen Nikolaus zu hören", erzählte Henker lachend.

 Das 850-jährige Jubiläum der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, deren Schutzpatron der Heilige Nikolaus von Myra ist, fußt auf der Erteilung des Stadtrechtes für Leipzig im Jahr 1165. "Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein Ort, der damals das Stadtrecht erhielt, auch eine Kirche hatte", erläuterte der Superintendent. Und dass diese damals schon St. Nikolai hieß, sei auch sehr wahrscheinlich, denn Nikolaus war ein "Allround-Schutzpatron", der laut Henker über eine bunte Klientel wachte: über Kinder, Juristen, Apotheker, Diebe, Prostituierte und Händler zum Beispiel. Viele Berufsgruppen seien ihm im Laufe der Zeit zugewachsen - was die große Popularität des Heiligen Nikolaus im Mittelalter unterstreiche.

 Beim Gemeindefest auf dem Nikolaikirchhof reisten die Gäste mittels einer Zeitmaschine durch die verschiedenen Epochen. Angefangen in der "Gründungszeit", für die die Gruppe "Nimmerselich" mit ihrer Musik stand, ging es zur "Reformationszeit", die durch verschiedene Handwerker wie den Schmied Robert Koska oder Schwester Gudrun Neubert mit ihrem Spinnrad repräsentiert wurde. Nächste Station war die "Revolutionszeit" um das Jahr 1989 herum. Den Abschluss bildete die "Jubiläumszeit" mit einem gemeinsamen Abendessen im Festzelt.

 "Seit zwei Jahren haben wir die Feierlichkeiten vorbereitet. Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer waren daran beteiligt. Da sind die vielen Chorsänger noch gar nicht mitgezählt", sagte Bernhard Stief, Pfarrer an St. Nikolai. Reichlich 2000 Mitglieder zählt die Gemeinde - und sie wächst. Laut Superintendent Henker kommen jedes Jahr zwischen 30 und 60 Menschen mehr hinzu als sterben oder wegziehen.

 "Als ich im Jahr 2000 in die Nikolaigemeinde gekommen bin, habe ich mich hier gleich zu Hause gefühlt. Vorher war ich Mitglied bei St. Thomas, da ist alles größer und durch die vielen Touristen anonymer", erzählte Erika Meyer. Seit sie im Ruhestand ist, singt sie im Gemeindechor, besucht den monatlichen Plus-Minus-60-Kreis, fährt mit zu Rüstzeiten und übernimmt Kollektendienste bei Konzerten. "Das menschliche Miteinander hat in unserer Gemeinde eine große Bedeutung", hat die 65-Jährige erfreut festgestellt.

 Thomas Tischendorf und seine Familie sind schon mehrfach innerhalb Leipzigs umgezogen - "ihrer" Gemeinde St. Nikolai dabei immer treu geblieben. "Uns gefällt, dass wir nicht nur geistliche Impulse erhalten, sondern dass hier auch auf familiär-freundschaftlicher Ebene ein reger Austausch herrscht", sagte der Vater von zwei Töchtern.

 Das Mit- und Nebeneinander von St. Nikolai und St. Thomas sieht Superintendent Henker durchweg positiv. "Es ist ein großer Segen, dass beide evangelisch-lutherischen Innenstadtkirchen ein über Deutschland hinaus bekanntes Profil haben, das nicht in Konkurrenz zuein-ander steht", sagte er. "Wir wollen an den Friedensgebeten und der politischen Dimension unbedingt festhalten. Dafür steht die Nikolaikirche", unterstrich Henkers Kollege Stief. Und so wird sich die zweite Jubiläumsfestwoche den Ereignissen um den 9. Oktober 1989 widmen. "Alle Gruppen, die bei uns jemals ein Friedensgebet gestaltet haben oder zur Zeit gestalten, sind eingeladen", kündigte Nikolaipfarrer Stief an. Zudem werde vom 9. bis 11. Oktober das Vernetzungstreffen der deutschlandweit aktiven Friedensgebetsgruppen in Leipzig stattfinden. Das Jubeljahr endet am 6. Dezember. Dann ist wieder Nikolaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.05.2015
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