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Lokales Zwei Mischlinge und ein Schäferhund retten Dackeldame Cleo das Leben
Leipzig Lokales Zwei Mischlinge und ein Schäferhund retten Dackeldame Cleo das Leben
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10:32 03.02.2016
Dackelhündin Cleo von Schönberg wäre ohne Bluttransfusionen gestorben.  Quelle: privat
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Leipzig

 Für die einjährige Dackeldame Cleo von Schönberg ging es um Leben und Tod. Kurz vorm Jahreswechsel hatte sie ihre erste Drückjagd mitgemacht, war hinterher völlig kaputt. Zwei Tage später – am Silvestertag – wurde sie immer schlapper und fiel um. In der Leipziger Uniklinik für Kleintiere wurde schnell gehandelt: Zwei Mischlinge und ein Schäferhund retteten durch ihre Blutspende der Hündin das Leben. Damit konnte Cleos Zustand so lange stabilisiert werden, bis die Medikamente griffen. „Sonst wäre sie wahrscheinlich gestorben“, vermutet Tierärztin Katja Kalenyak (29).

Cleo von Schönberg konnte schon nach vier Tagen die Klinik verlassen. Sie lebt in München, wo sie auch weiterbehandelt wird, und gehört dem Bundeswehr-Oberleutnant Constantin von Schönberg (25). Um den Jahreswechsel war Cleo besuchsweise in Sachsen, als ihre Autoimmunkrankheit ausbrach: „Eine Überreaktion des Abwehrsystems, das die eigenen roten Blutkörperchen kaputt macht“, erklärt die Tierärztin.

Die Bambergerin arbeitet in der Abteilung Innere Medizin der Uni-Kleintierklinik, die für die Blutbank zuständig ist. Seit zehn Jahren gibt es die Kleintier-Blutbank mit Listen freiwilliger Spender. 40 Hunde und 15 Katzen sind darin verzeichnet. Sie kommen vor allem aus Leipzig und Umgebung, vereinzelt auch als Halle, Jena oder Magdeburg. Prinzipiell können auch andere Heimtiere wie Kaninchen oder Frettchen Blut spenden, in Leipzig wird dies jedoch nicht routinemäßig praktiziert und es existiert für diese Tierarten keine Blutbank. An der Uni-Klinik für Großtiere werden aber auch Transfusionen bei Pferden durchgeführt.

Maximal vier Blutkonserven liegen im Kühlschrank der Blutbank auf Vorrat. Mitunter reicht das aber nicht: wenn ein Hund mehrere Konserven braucht oder wenn – wie am Jahresanfang – mehrere Hunde parallel eine Transfusion brauchen, sind die Vorräte schnell aufgebraucht. Dann werden Hundebesitzer aus der Kartei angerufen, ob sie kommen können. Auch die Hunde verschiedener Klinikmitarbeiter sind Spender. So wie Mischling Rieke (9), die Hündin von Katja Kalenyak. Rieke war einer der drei Vierbeiner, die für Cleo von Schönberg Blut spendeten. Dass Rieke ein Mischling und Cleo ein Dackel ist, spielte dabei keine Rolle. Bei Hunden gibt es mehr als 13 Blutgruppen, die wichtigste heißt DEA 1. Wichtig ist vor allem, ob das Blut DEA 1-positiv oder negativ ist, denn negatives Blut ist universell verwendbar.

Vier bis sechs Bluttransfusionen werden jeden Monat im Durchschnitt an der Kleintierklinik durchgeführt: nach schweren Unfällen, bei der Zerstörung der roten Blutkörperchen, bei Blutgerinnungsstörungen unter anderem durch Rattengift oder stark blutenden Tumoren.

Blut spenden beim Tier – wie geht das?

Hunde müssen mindestens 20 Kilo wiegen, Katzen mindestens vier Kilo. Sie werden zunächst vollständig auf ihre eigene Gesundheit hin untersucht und bekommen Blut für eine Laboruntersuchung abgenommen. Die eigentliche Blutspende erfolgt im Liegen ohne Narkose. Herrchen oder Frauchen stehen am Kopf des Tieres und sind die ganze Zeit dabei. Das Blut wird an der Halsvene abgenommen. Pro Spende ist mit einem Zeitaufwand von 30 bis 60 Minuten zu rechnen. Alle drei Monate sind Blutspenden bei Tieren möglich. Vorteil für Spendertiere: Sie werden regelmäßig kostenlos untersucht und bekommen einen Futtersack als Dankeschön.

 Länderübergreifende Blutspenderdatenbank für Hunde: www.weissepfoten.de

Von Kerstin Decker

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