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Zwei Sieger beim Leipziger Architekturpreis

Heimische Büros machen das Rennen Zwei Sieger beim Leipziger Architekturpreis

Die neue Propsteikirche am Martin-Luther-Ring sowie ein Wohnhaus-Ensemble in der Hardenbergstraße sind am Donnerstagabend bei einem festlichen Akt im Neuen Rathaus mit dem Leipziger Architekturpreis 2015 ausgzeichnet worden.

Sieger des Leipziger Architekturpreises 2015: die Neue Propsteikirche von Schulz&Schulz.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Leipzig. Am Donnerstagabend lüfte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) bei einem festlichen Akt im Neuen Rathaus das Geheimnis, wer den Leipziger Architekturpreis 2015 gewonnen hat. Die Überraschung war, dass es keine Überraschung gab. Vielmehr fiel die Wahl der Jury auf zwei einheimische Büros, die schon in der Geschichte des seit 1999 (alle zwei Jahre) ausgelobten Preises besonders erfolgreich waren. Die Auszeichnungen gingen gleichberechtigt an Schulz&Schulz für die neue Katholische Propsteikirche am Martin-Luther-Ring sowie an das Büro Hobusch+Kuppardt für ein Wohnhaus-Ensemble in der Hardenbergstraße 27-29.

Bei der nunmehr neunten Ausgabe der begehrten Auszeichnung haben Tom Hobusch und Wolf-Heiko Kuppardt (beide Jahrgang 1967 und gebürtige Leipziger) nun schon zum dritten Mal einen Preis einheimsen können. 2001 gewannen sie mit einem Wohnhaus in der Holzhäuser Straße 26 sowie im Jahr 2009 mit einem Stadthaus in der Fregestraße 13. Hinzu kamen noch lobende Erwähnungen für das Architekturbüro aus dem Waldstraßenviertel in den Jahren 2007 (Stadthäuser in der Probstheidaer Straße 6-8) sowie 2011 (Neues Theatrium in Grünau) – wahrlich eine beeindruckende Bilanz.

Leipzig verleiht wieder den Architektrupreis. 30 Bewerber stehen zur Auswahl.

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Bei dem Wohnhaus-Projekt in der Hardenbergstraße, das nun den Hattrick perfekt gemacht hat, hob die Jury ein „sicheres Gefühl für maßstäbliche Korrespondenzen“ zu den benachbarten Häusern in der Südvorstadt hervor. Im Gegensatz zu vielen anderen Stadtvillen, die in jüngster Vergangenheit entstanden sind, würden die beiden Sechsgeschosser organisch an die Umgebung anschließen. Eine Bauherrengemeinschaft habe damit zehn selbstgenutzte, „hervorragend geschnittene und flexibel gestaltbare Etagenwohnungen“ erhalten, die obendrein besonders energiesparend beheizt werden und über einen großen gemeinsamen Garten verfügen.

Für die Architektenbrüder Ansgar und Benedikt Schulz (geboren 1966 und 1968 in Witten) war es nach 2007 und dem berühmten „Wolkenlabor“ an der Permoserstraße 15 nun der zweite Architekturpreis der Stadt Leipzig. Mit ihrem im Musikviertel ansässigen Büro erhielten sie zudem bereits drei lobende Erwähnungen (Erweiterung Neue Nikolaischule, Einfeld-Sporthalle Franz-Mehring-Schule sowie Sonderlabore der Universität Leipzig). Beim größten Kirchen-Neubau seit der Wende in Ostdeutschland lobte die Jury die „kraftvolle Skulptur, die in die bisherige Leere wahrnehmbare Raumkanten zeichnet“, einen „überzeugenden Übergang vom Innen- zum Außenraum“, die Lichtgestaltung sowie den „sehr hohen Energiestandard“. Auch wenn der hochaufragende Kirchenraum im stadträumlichen Kontext „abweisend geschlossen“ wirke, erzeuge das ganze Ensemble „starke Bilder als architektonische Entsprechung von Spiritualität, umtost von Stadt“.

Neben den undotierten Preisen vergab die Jury unter Vorsitz von Amandus Sattler aus München noch zwei lobende Erwähnungen. Diese erhielten das ebenfalls schon öfter bedachte Leipziger Büro HPP für Umbau und Erweiterung der Kongresshalle am Zoo sowie das Kölner Büro JSWD für den Neubau der 3. Grundschule in der Scharnhorststraße 24. Ab sofort stellt eine Ausstellung in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses alle 30 Bauten vor, die für den Preis vorgeschlagen wurden.

Von Jens Rometsch

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