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Lokales Zwei „Spielkinder“ fordern die Geschicklichkeit heraus
Leipzig Lokales Zwei „Spielkinder“ fordern die Geschicklichkeit heraus
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18:46 19.05.2016
Einen Ring mit zwei Stöcken werfen und fangen, darum geht’s beim Wurfspiel Tualoop.   Quelle: André Kempner
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Leipzig

 
 

Die beiden lernten sich 2007 kennen, zwei Jahre später zogen sie in Chemnitz in eine WG. Tony stammt aus Bischofswerda, Matthias aus München. Beide bezeichnen sich als „Spielkinder“: Tony läuft beim Telefonieren gern durch den Raum und wirft dabei Zimmer-Bumerangs, Matthias jongliert hobbymäßig und fährt Einrad. Für ihren Zeitvertreib brauchen sie nichts, was blinkert oder Geräusche macht – einfache, zeitlose kleine Spiele, die die Geschicklichkeit herausfordern, genügen ihnen. Eigentlich geht es ums Spielen mit sich selbst, mit dem eigenen Körper.

Tony und Matthias sind weder Betriebswirtschaftler noch Designer oder Produktmanager. Sie gründeten ihre Firma, indem jeder 3000 Euro auf den Tisch legte. Vom Nullpunkt aus fitzten sie sich in alle geschäftlichen Dinge hinein. Noch jetzt basteln sie in ihren Geschäftsräumen in der Erich-Zeigner-Allee (ehemals Bekleidungswerke Vestis) die Einzelteile ihres Ticayo-Spiels selbst zusammen, verpacken und verschicken ihre Produkte teilweise selbst. Sie fahren auf Märkte und Messen, begeistern andere von ihren Spielideen. „In den ersten zwei Jahren haben wir gar nichts verdient“, erzählt Matthias Meister, der damals noch studierte. Tony Ramenda verdiente sein Geld als Schlagzeuger und Logopäde. Mittlerweile erreichen sie sechsstellige Umsätze und sind mit vier Produkten am Markt – mit dem Kugelfangspiel Ticayo, dem Reifenfangspiel Tualoop sowie mit Frisbeescheiben und Bumerangs aus Karton für zu Hause, die von den Benutzern selbst kreativ ausgemalt werden können. Alle vier Spiele werden in Deutschland hergestellt, bestehen aus Naturmaterialien und kommen in recycelbaren Verpackungen zum Kunden. Die Preise liegen zwischen fünf und 30 Euro.

Mit dem Kugelfangspiel Ticayo fing alles an. Quelle: André Kempner

Seit ein bis zwei Jahren kristallisiert sich heraus, dass Meister und Ramenda ihr Start-up tatsächlich zu ihrem Beruf machen können. Sie haben weltweit Kunden, in ganz Europa, aber auch in Japan, den USA, Kanada. Die Spielanleitungen liefern sie, je nachdem wo der Käufer wohnt, in einer von sechs Sprachen. Mittlerweile melden sich Banken und Investoren, die Kredite und Kapital anbieten. Doch die genügsamen Gründer sind froh, dass sie ohne Kreditschulden ihre Nische im globalen Spielzeugmarkt gefunden haben und ihr Unternehmen Schritt für Schritt entwickeln können. Jede Investition, und seien es nur 50 Euro, überlegen sie sich genau und sprechen alles ab. „Wir stoßen nur neue Projekte an, wenn wir sie uns leisten können. Dadurch kommt es nicht zu Schnellschüssen“, sagt Ramenda.

 

Am 20. Mai feiert Tic Toys im Werk II, Halle 5, öffentlich sein Fünfjähriges mit Livemusik und vielen Spielen, Beginn: 20 Uhr.

 Kontakt:http://www.tictoys.de/
 

Von Kerstin Decker

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