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Leipzig Lokales Zwei neue Hotels am Leipziger Innenstadt-Ring fertig
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00:28 20.12.2015
Die Lobby des neuen Leipziger Book-Hotels an der Auguste-Schmidt-Straße wird durch eine zehn Meter breite Fototapete geprägt. Passend zum Thema Buch zeigt sie die Ausstellungshalle des Plagwitzer Druckkunst-Museums.  Quelle: Jens Rometsch
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Leipzig

Der Hotel-Boom in der Leipziger Innenstadt hält unvermindert an. 2016 sollen sechs neue Häuser öffnen, außerdem wird im kommenden Jahr mit dem Bau von mindestens sechs weiteren Herbergen begonnen. Am aktuellsten sind jedoch zwei Vorhaben, welche jeweils nur wenige Schritte vom City-Ring entfernt liegen. Und die trotzdem bislang kaum jemand kennt. Die LVZ sah sich im neuen Apartment-Central-Hotel (115 Zimmer) an der Pfaffendorfer Straße sowie ganz in der Nähe des Gewandhauses in dem kleinen Book-Hotel Leipzig (43 Zimmer) um.

Dass sich an der Pfaffendorfer Straße gleich neben dem Goerdelerring etwas tut, ist nicht zu übersehen. Die Fassade des 1979 erbauten Sechsgeschossers, der bis vor wenigen Jahren von den Stadtwerken genutzt wurde, hat der heutige Eigentümer gemäß den Vorgaben des Rathauses saniert. Im Erdgeschoss läuft gerade der Innenausbau der Hotel-Lobby, in der bald eine Almhütte in einer Berglandschaft stehen wird. Obwohl die Lobby auf 250 Quadratmetern fast verschwenderisch groß ausfällt, geht von ihr noch eine Treppe zur künftigen Keller-Lounge ab. „Wir planen kein typisches Hotel, sondern wollen hier die Dinge vereinen, die uns selbst auf zahlreichen Reisen am besten gefallen haben“, erzählt Inhaber Norbert Giehler.

Manchem Leser wird der 46-jährige Ur-Leipziger vielleicht als Chef des Internet-Portals „Reisegeier.de“ bekannt sein. Diese Firma hatte er aber vor längerer Zeit an den Branchenriesen Unister verkauft. Auch die frühere Pension im Kosmos-Haus an der Gottschedstraße stand unter seinen Fittichen. Dort half Giehler mit, den Weg für einen Neubau des spanischen Hotelriesen Melia zu ebnen. Er selbst baute mit seiner Frau Nicola derweil zwei kleine Appartement-Häuser am Dorotheenplatz und in der Pfaffendorfer Straße 3 auf (zusammen 31 Suiten). Die Pfaffendorfer Straße 4-10 ist nun die erste große Herberge: mit 85 Studios plus 30 Appartements, welche teilweise sogar über zwei Schlafzimmer verfügen. Zehn Millionen Euro steckt die Familie in die Erfüllung dieses Traums.

Das neue Hotel wird im Februar eröffnet, günstig zwischen Zoo und City liegen, aber weder Restaurant noch Wellness-Landschaft haben. „Wir konzentrieren uns auf das, was Gäste bei längeren Aufenthalten wirklich zum Wohlfühlen brauchen“, sagt Nicola Giehler. So seien alle Möbel, selbst die Betten mit 45 Zentimeter starken Matrazen, vom Leipziger Unternehmen Massivum aus Massivholz maßgefertigt. In den klimatisierten Zimmern, die sich komplett abdunkeln lassen, schaffen Lichtsegel Atmosphäre. „Bei uns kann man auf Fünf-Sterne-Niveau leben“, so der Hausherr. Dazu gehörten auch 50 Parkplätze im Hof oder Wellness-Kabinen in den Aufzügen, bei denen sich der Gast durch Düfte und Geräusche in einen Wald oder eine Bergwelt versetzt fühlt. Der Verzicht auf andere Dinge ermögliche Preise im mittleren Bereich (ab 69 Euro pro Suite, ab 100 Euro für ein Drei-Zimmer-Apartment). In die Ladenflächen im Erdgeschoss ziehen unter anderem noch ein Friseur und ein Bademoden-Geschäft ein.

Das Book-Hotel in der Auguste-Schmidt-Straße 6 ist das jüngste Kind unter Leipzigs City-Herbergen. Es hat drei Sterne und vier Zimmer-Kategorien. Auch dieser Neubau, der sich hinter dem Ring-Café befindet, ist ein ungewöhnliches Haus. Dennoch oder genau deswegen sind die 43 Zimmer seit der Eröffnung vor wenigen Wochen fast ständig ausgebucht, erzählt Managerin Kathrin Hill. Sie stammt aus Thüringen. „Die Eigentümer-Familie aus Ingolstadt besaß das Grundstück schon längere Zeit. Da wir hier am Rande des Graphischen Viertels sind und Leipzig die Buchstadt ist, wurde die Idee eines Hotels zum Thema Bücher geboren.“ Wer die Lobby des Viergeschossers, der sogar ein wenig an ein aufgestelltes Buch erinnert, betritt, staunt über Leihgaben aus der Nationalbibliothek oder eine Wandtapete mit 182 Millionen Pixeln. Dieses riesige Bild zeigt die Ausstellungshalle im Plagwitzer Druckkunst-Museum, gibt dem Raum sofort ein Bücherflair.

Natürlich finden sich an vielen Stellen Bände zum Schmökern – auch im Frühstücksrestaurant, wo zur nächsten Buchmesse Lesungen stattfinden. Drei Millionen Euro hat der Bau samt Tiefgarage gekostet. Ab 79 Euro pro Nacht lässt es sich dort bestens ausruhen und lesen. Wegen des Weihnachtsmarkts ist gegenwärtig aber nichts mehr frei.

Von Jens Rometsch

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