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Zweimal rot, fünfmal gelb: Mildes Winterwetter verhagelt Stadtwerke-Bilanz

Zweimal rot, fünfmal gelb: Mildes Winterwetter verhagelt Stadtwerke-Bilanz

Wie steht es um unsere städtischen Firmen? Aufschluss darüber geben die rathausinternen Managementreports. Quartalsweise untersucht die Beratungsgesellschaft BBVL dazu die Wirtschaftsdaten der wichtigsten Kommunalbeteiligungen und bewertet sie nach Ampelfarben.

Leipzig. Grün bedeutet: Es läuft alles gut. Gelb signalisiert Handlungsbedarf. Rot mahnt ernste Probleme und sofortige Interventionen an. Jetzt legten die Kontrolleure dem Verwaltungsausschuss des Stadtrates die vertraulichen Analysen von 25 Firmen für das dritte Quartal 2014 vor. Zwei Mal vergaben sie das Prädikat Rot, fünf Mal Gelb. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Rot: Klinikum St. Georg gGmbH (2280 Beschäftigte). Nachdem das städtische Krankenhaus im Vorjahr noch einen Verlust von 3,5 Millionen Euro eingefahren und sich daraufhin ein hartes Sparprogramm verordnet hatte, befand es sich 2014 auf dem Weg der Konsolidierung. Von Januar bis Ende September erwirtschaftete das Klinikum einen Überschuss von 1,5 Millionen Euro. Die Wirtschaftsplanungen waren noch von einem Minus von 831000 Euro ausgegangen. In den ersten neun Monaten nahm das "Georg" 30409 Patienten auf - ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Patient lag bei 7,07 Tagen (2013: 7,49 Tage). Das Klinikum muss seine Konsolidierungsanstrengungen fortsetzen, nicht zuletzt um seine Liquiditätsbasis zu verbessern. 2012 war der Gesellschafter gezwungen, dem Klinikum befristet eine Erhöhung seiner Kontokorrentlinie von 14 auf 24 Millionen Euro zu bewilligen. Kurz- und mittelfristig wird noch von einer negativen Liquidität von 17 Millionen Euro ausgegangen. Das bedeute, so die Prüfer, "dass die Gesellschaft zumindest in der Perspektive bis zum Jahr 2016 über den Zugang zu kurzfristigem Fremdkapital verfügen muss". Die Trendwende hielt auch im vierten Quartal an. Im Dezember meldete das Klinikum, das Jahr 2014 mit schwarzen Zahlen zu beenden und für 2015 keinen Personalabbau zu planen (LVZ berichtete).

Rot: Städtischer Eigenbetrieb Behindertenhilfe (337 Beschäftigte). Die Bewertungsampel steht seit Mitte 2012 in jedem Quartal auf Rot. Der Betrieb hält 928 stationäre, ambulante und Betreuungsplätze für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor. Er schloss die ersten drei Quartale mit einem Verlust von 300000 Euro bei Umsatzerlösen von zwölf Millionen Euro ab. Grund dafür sind im Wesentlichen aus Sicht des Betriebes nicht kostendeckende Leistungsentgelte für die medizinische Behandlungspflege durch die Krankenkassen sowie Personalausgaben, die mit zehn Millionen Euro rund 700000 Euro über den Planungen lagen. Der Betrieb will nun einen Geschäftszweig auslagern. Für die Gründung eines Integrationsbetriebes als Tochterfirma soll der Stadtrat noch einen Grundsatzbeschluss fassen.

Gelb: Stadtwerke Leipzig GmbH (628 Beschäftigte). Der Energieversorger ist eine wesentliche Finanzierungssäule des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt. Er lag mit seinem Ergebnis nach drei Quartalen 15,9 Millionen Euro unter Plan. Der Umsatz blieb mit 1,6 Milliarden Euro um 376,6 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück. Das ist ein Minus von 19,1 Prozent. Gründe sind im Wesentlichen die Rückgänge beim Strom-Großhandel und Wärmegeschäft. Aufgrund der milden Witterung zu Jahresbeginn lagen der Gasabsatz 11,1 Millionen Euro und der Fernwärmeabsatz 8,8 Millionen Euro hinter den Erwartungen. Die Geschäftsführung ging davon aus, dass bis zum Jahresende immerhin noch ein Gewinn von 58 Millionen Euro verbucht werden kann - das wären 2,3 Millionen Euro weniger als vorgesehen. Inwieweit die Prognose eintraf, ist offen, denn auch November und Dezember waren verhältnismäßig warm. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. "Aktuell arbeiten wir konzernweit an der Erstellung der Jahresabschlüsse für 2014", so ein Sprecher. Die Bilanz soll im Juni vorgelegt werden.

Ebenfalls auf Gelb stand die Ampel für die Abfall-Logistik Leipzig GmbH, den Eigenbetrieb Gewandhaus, den IT- und Telekommunikationsdienstleister Lecos und den Eigenbetrieb Städtisches Klinikum St. Georg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2015

Klaus Stäubert

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