Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Zweite Demo gegen ACTA in Leipzig – 1200 Menschen protestieren für die Freiheit im Internet

Zweite Demo gegen ACTA in Leipzig – 1200 Menschen protestieren für die Freiheit im Internet

Etwa 1200 vor allem junge Leute sind am Samstagnachmittag dem Aufruf verschiedener Parteien und Initiativen gefolgt, gegen das internationale Handelsabkommen Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu demonstrieren.

Voriger Artikel
Podiumsdiskussion: Die Friedliche Revolution als „Leipziger Vermächtnis“
Nächster Artikel
Stadt Leipzig setzt beim neuen Verkehrskonzept auf Ideen der Bürger – Wettbewerb startet

Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Redner der Grünen, der Piratenpartei und der SPD-Jugendorganisation (Juso) forderten erneut dazu auf, das Abkommen zu stoppen.

Zwei Wochen nachdem sich in Leipzig mehr als 3000 Teilnehmer bei einer ersten Anti-ACTA-Demo auf dem Augustusplatz versammelt hatten, kamen am gleichen Ort dieses Mal deutlich weniger Gegner zusammen. Mitorganisator Jürgen Kasek ist mit der Resonanz trotzdem zufrieden. „Es war zu erwarten, dass die Proteste an Dynamik verlieren“, sagt der Vorstandssprecher der Leipziger Grünen. Mehr als 1000 Menschen hätten aber wieder gezeigt, dass sie die Form des Urheberrechts, wie es in ACTA gefestigt werde, nicht wollten.

phpxC68Dg20120225185941.jpg

Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA. Mit dabei waren auch Stefan und seine Tochter Luisa.

Quelle: Regina Katzer

Einer der Demonstranten war Maik, der mit seiner Tochter Luisa zum Augustusplatz kam. „Ich bin gegen die Einschränkung von Freiheiten, und meine Kleine möchte Youtube behalten“, sagt der Familienvater. Das ACTA-Dokument selbst habe er noch nicht gelesen – wie etliche andere Teilnehmer auch. „Ich hatte gerade Prüfungen“, sagt die 18-jährige Sandra, die mit ihren Freundinnen ein Plakat gemalt hat, auf dem steht: „Wagt es nicht, uns unseren Regenbogen zu nehmen.“ Der Regenbogen ist für die Studentinnen das Internet, welches so vielfältig bleiben soll, wie es ist. Sandra meint: „Ich würde für Musik und Filme im Netz bezahlen, aber es gibt in Deutschland kaum vernünftige Modelle dafür.“ Werde eine Serie im Fernsehen nicht mehr gezeigt, bleibe oft nur das illegale Anschauen, so die Übersetzerin.

Der 23 Jahre alte Florian ist extra aus Dessau nach Leipzig gekommen. „ACTA ist ein Symbol für die Musik- und Filmindustrie, private Nutzer weiter zu kriminalisieren“, meint er. Künstler und die Unternehmen müssen seiner Meinung nach nicht so viel Geld verdienen wie bisher. „Vielleicht würde dann auch wieder mehr auf Qualität statt Profit geachtet.“

phpxAhEtY20120225185842.jpg

Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA. Einer von ihnen war Stefan Majewsky von der Piratenpartei in Dresden.

Quelle: Regina Katzer

Dass nicht alles umsonst sein kann, sieht hingegen eine Mediengestalterin ein, die ihren Namen nicht nennen möchte. Allerdings gebe es bisher schon unverhältnismäßig hohe Strafen für private Verletzungen des Urheberrechts. Sie fürchtet durch ACTA eine weitere Verschärfung: „Keiner weiß, was das Abkommen für Folgen hätte“, sagt die junge Frau. Der gleichen Meinung ist Stefan Majewsky. Der 22-Jährige ist Software-Entwickler und Mitglied der Piratenpartei in Dresden. Er sieht ACTA vor allem als Wegbereiter für eine dramatischere Entwicklung, die daraus folgen könnte. Etwas Positives kann er dem Abkommen jedoch auch abgewinnen: „Es ist gut, dass sich die Öffentlichkeit jetzt mit diesem Thema beschäftigt.“

Nach der zweiten Demonstration innerhalb von 14 Tagen soll mit dieser Form des Protestes erstmal Schluss sein, sagt Grüne-Politiker Jürgen Kasek. Eine weitere Kundgebung um den Innenstadtring sei nicht geplant. Jetzt gehe es darum, die inhaltliche Auseinandersetzung über ein modernes Urheberrecht zu vertiefen. „Während der Demos kamen immer wieder Leute auf uns zu, die an der Debatte darüber mitwirken wollen.“ Laut Kasek überlegen die Initiatoren der Proteste, in Leipzig eine „digitale Bürgerrechtsbewegung“ zu gründen, also ein Bündnis für diejenigen, die sich mit Fragen des digitalen Zeitalters beschäftigen.

Robert Berlin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Die Multimedia-Reportage erzählt elf spannende Geschichten entlang der Linie 11 - der längsten Straßenbahnlinie Leipzigs. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr