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Zweite Demo gegen ACTA in Leipzig – 1200 Menschen protestieren für die Freiheit im Internet

Zweite Demo gegen ACTA in Leipzig – 1200 Menschen protestieren für die Freiheit im Internet

Etwa 1200 vor allem junge Leute sind am Samstagnachmittag dem Aufruf verschiedener Parteien und Initiativen gefolgt, gegen das internationale Handelsabkommen Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu demonstrieren.

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Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Redner der Grünen, der Piratenpartei und der SPD-Jugendorganisation (Juso) forderten erneut dazu auf, das Abkommen zu stoppen.

Zwei Wochen nachdem sich in Leipzig mehr als 3000 Teilnehmer bei einer ersten Anti-ACTA-Demo auf dem Augustusplatz versammelt hatten, kamen am gleichen Ort dieses Mal deutlich weniger Gegner zusammen. Mitorganisator Jürgen Kasek ist mit der Resonanz trotzdem zufrieden. „Es war zu erwarten, dass die Proteste an Dynamik verlieren“, sagt der Vorstandssprecher der Leipziger Grünen. Mehr als 1000 Menschen hätten aber wieder gezeigt, dass sie die Form des Urheberrechts, wie es in ACTA gefestigt werde, nicht wollten.

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Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA. Mit dabei waren auch Stefan und seine Tochter Luisa.

Quelle: Regina Katzer

Einer der Demonstranten war Maik, der mit seiner Tochter Luisa zum Augustusplatz kam. „Ich bin gegen die Einschränkung von Freiheiten, und meine Kleine möchte Youtube behalten“, sagt der Familienvater. Das ACTA-Dokument selbst habe er noch nicht gelesen – wie etliche andere Teilnehmer auch. „Ich hatte gerade Prüfungen“, sagt die 18-jährige Sandra, die mit ihren Freundinnen ein Plakat gemalt hat, auf dem steht: „Wagt es nicht, uns unseren Regenbogen zu nehmen.“ Der Regenbogen ist für die Studentinnen das Internet, welches so vielfältig bleiben soll, wie es ist. Sandra meint: „Ich würde für Musik und Filme im Netz bezahlen, aber es gibt in Deutschland kaum vernünftige Modelle dafür.“ Werde eine Serie im Fernsehen nicht mehr gezeigt, bleibe oft nur das illegale Anschauen, so die Übersetzerin.

Der 23 Jahre alte Florian ist extra aus Dessau nach Leipzig gekommen. „ACTA ist ein Symbol für die Musik- und Filmindustrie, private Nutzer weiter zu kriminalisieren“, meint er. Künstler und die Unternehmen müssen seiner Meinung nach nicht so viel Geld verdienen wie bisher. „Vielleicht würde dann auch wieder mehr auf Qualität statt Profit geachtet.“

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Am 25. Februar demonstrierten in Leipzig erneut 1200 Menschen gegen das Handelsabkommen ACTA. Einer von ihnen war Stefan Majewsky von der Piratenpartei in Dresden.

Quelle: Regina Katzer

Dass nicht alles umsonst sein kann, sieht hingegen eine Mediengestalterin ein, die ihren Namen nicht nennen möchte. Allerdings gebe es bisher schon unverhältnismäßig hohe Strafen für private Verletzungen des Urheberrechts. Sie fürchtet durch ACTA eine weitere Verschärfung: „Keiner weiß, was das Abkommen für Folgen hätte“, sagt die junge Frau. Der gleichen Meinung ist Stefan Majewsky. Der 22-Jährige ist Software-Entwickler und Mitglied der Piratenpartei in Dresden. Er sieht ACTA vor allem als Wegbereiter für eine dramatischere Entwicklung, die daraus folgen könnte. Etwas Positives kann er dem Abkommen jedoch auch abgewinnen: „Es ist gut, dass sich die Öffentlichkeit jetzt mit diesem Thema beschäftigt.“

Nach der zweiten Demonstration innerhalb von 14 Tagen soll mit dieser Form des Protestes erstmal Schluss sein, sagt Grüne-Politiker Jürgen Kasek. Eine weitere Kundgebung um den Innenstadtring sei nicht geplant. Jetzt gehe es darum, die inhaltliche Auseinandersetzung über ein modernes Urheberrecht zu vertiefen. „Während der Demos kamen immer wieder Leute auf uns zu, die an der Debatte darüber mitwirken wollen.“ Laut Kasek überlegen die Initiatoren der Proteste, in Leipzig eine „digitale Bürgerrechtsbewegung“ zu gründen, also ein Bündnis für diejenigen, die sich mit Fragen des digitalen Zeitalters beschäftigen.

Robert Berlin

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