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Lokales Zweite Pfarrstelle an der Thomaskirche nun doch bundesweit ausgeschrieben
Leipzig Lokales Zweite Pfarrstelle an der Thomaskirche nun doch bundesweit ausgeschrieben
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23:59 22.01.2014
Britta Taddiken löst Christian Wolff im Februar 2014 als Pfarrer der Leipziger Thomaskirche ab. Quelle: Wolfgang Zeyen

Der Gemeinde ist dennoch nicht nach Jubilieren zumute. Denn nun verlängert sich die Zeit der Vakanz um ein Vierteljahr.

Britta Taddiken, die zum 1. Februar von der zweiten Seelsorge-Position an die erste Stelle rückt und damit Nachfolgerin des langjährigen Thomaspfarrers Christian Wolff wird, ist ein wenig ungehalten über das, was sich in den vergangenen Wochen abgespielt hat. Zunächst lehnte die sächsische Landeskirche den Antrag des Kirchenvorstandes von St. Thomas ab, die Suche nach einer Kollegin respektive einem Kollegen für Taddiken bundesweit durchzuführen. Dann tat Dresden auf LVZ-Anfrage überraschend kund, gar so restriktiv gehe das Ausschreibungsverfahren nicht vonstatten. Geeignete Kandidaten außerhalb des Wirkungskreises der Landeskirche Sachsen besäßen ebenfalls Chancen. Inzwischen liegt ein eindeutigeres Statement vor, will die Dresdner Zentrale es "allen Interessenten" ermöglichen, sich auf die zweite Thomas-Pfarrstelle zu bewerben. Es habe "Unklarheiten in Bezug auf die Wiederbesetzung der Stelle gegeben, deren Ursachen nicht bei der Thomaskirchgemeinde liegen", räumte Oberlandeskirchenrat Martin Lerchner ein. Nun aber gebe es einen klaren Fahrplan - nämlich eine nochmalige, diesmal bundesweite Ausschreibung. Diese werde Mitte Februar im Amtsblatt der Landeskirche und im Deutschen Pfarrerblatt veröffentlicht, so Lerchner. "Die Bewerbungsfrist endet am 21. März. Danach werden wir der Thomasgemeinde aus dem Kreis der Interessenten drei Bewerber vorschlagen", erläuterte der Oberlandeskirchenrat.

Die Entscheidung, wer das Rennen macht, obliegt allein dem Kirchenvorstand. Vor der Abstimmung im höchsten Gemeindegremium werden die drei Kandidaten nach Leipzig eingeladen, dort auf Herz und Predigttalent geprüft. In einer Motette und einem Gottesdienst sowie bei einem Bewerbungsgespräch und einer Gemeindeversammlung müssen sie ihre Frau beziehungsweise ihren Mann stehen. "Das wird irgendwann im April oder Mai passieren", kündigte Thomaspfarrerin Britta Taddiken an. "Wir wollen dann als Kirchenvorstand deutlich vor den Sommerferien wählen." Wenn alles gut gehe, sei jemand zum neuen Schuljahr da. Auf jeden Fall trete er seinen Dienst ein Vierteljahr später an als ursprünglich vorgesehen. "Drei zusätzliche Monate auf einen Pfarrer oder eine Pfarrerin verzichten zu müssen, das ist für eine Gemeinde unserer Größe schon sehr schmerzlich", sagte die Seelsorgerin.

Dass es innerbetriebliche Unstimmigkeiten im Landeskirchenamt waren, die den zweiten Ausschreibungsanlauf nötig machen, wird von hochrangigen Thomasgemeinde-Gliedern bezweifelt. In Wirklichkeit sei "die Bewerberlage nicht zufriedenstellend gewesen", hieß es. Oberlandeskirchenrat Lerchner hingegen bewertete das erste Verfahren ein wenig anders. Es habe "durchaus ein gutes halbes Dutzend geeigneter Kandidaten" gegeben. An den zweiten Thomaspfarrer stellt die Gemeinde sehr wohl hohe Ansprüche. So soll der Stelleninhaber, wegen der besonderen Pflege des Bach ' schen Werkes durch den Thomanerchor, eine intensive Beziehung zur Musik haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2014

Welters, Dominic

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