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Lokales Zweiter Hund stirbt durch Rattengift: Tiernothilfe zahlt 1000 Euro für Ergreifung des Täters
Leipzig Lokales Zweiter Hund stirbt durch Rattengift: Tiernothilfe zahlt 1000 Euro für Ergreifung des Täters
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15:50 17.07.2015
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"Das Gift war zu viel für den Kleinen. Seine Organe und sein Blut zersetzen sich", sagt Besitzerin Nadine Friedrich. "Wir hoffen, dass man den Verantwortlichen findet."

Bobby ist bereits der zweite Hund, dem die mit Rattengift gefüllten Würstchen zum Verhängnis wurden. Wer die Köder in Böhlitz-Ehrenberg und Burghausen-Rückmarsdorf ausgelegt hat, ist laut Polizei bislang noch unklar. Allerdings gibt es nach LVZ-Informationen inzwischen erste Hinweise. Hundebseitzer berichteten, dass sie schon seit Monaten von einem Mann bedroht und attackiert werden. "Der angelt häufig an den Schönauer Lachen und am Kanal, fühlt sich offenbar von unseren Hunden gestört", sagten sie am Mittwoch.

Einem Gassigeher seien bereits die Autoreifen zerstochen worden. Kurz danach habe der Angler getönt: "Haut ab, oder reicht euch das mit dem Auto noch nicht?" Schließlich habe der Hundehasser gedroht: "Ich mache alle eure Drecksköter fertig. Rattengift gibt's ja überall zu kaufen." Eine Frau habe daraufhin bereits im April Anzeige erstattet.

Nach Aussage von Polizeisprecherin Birgit Höhn liegen den Beamten bisher keine weiteren Erkenntnisse. Die Tiernothilfe Leipzig hat deshalb jetzt eine Belohnung von 1000 Euro für die Ergreifung des Täters ausgesetzt. Das Geld komme zum Teil von Sponsoren, so die Vereinsvorsitzende Katrin Thiemicke. Von Problemen mit einigen Anglern hat auch sie schon gehört. "Aber uns wurde auch schon von Auseinandersetzungen mit einem aggressiven Jogger berichtet", so die Tiernothilfe-Chefin. Sie rät Hundefreunden, das Gebiet am Kanal vorläufig zu meiden, so lange der Täter nicht gefasst ist. "Es lässt sich doch gar nicht verhindern, dass der Hund so eine vergiftete Wurst aufspürt und frisst", so Thiemicke. "Es sei denn, man lässt ihn die ganze Zeit an der Leine oder legt ihm einen Maulkorb an."

Die Giftköder waren direkt am Elster-Saale-Kanal sowie auf den umliegenden Waldwegen und in Richtung Ruderstation bis zum Kleewinkel (Forsthaus, Wasserwerk zur Kappstraße) aufgefunden worden. Auch im Ortskern von Böhlitz-Ehrenberg wurden präparierte Würstchen entdeckt. „Wir haben Eltern von kleinen Kindern und Hundehalter noch einmal dazu aufgerufen, die Augen offen zu halten. Wir hoffen, so Hinweise zu erhalten", so Höhn.

"Ich kann das nicht nachvollziehen. Unser Hund hat doch niemandem etwas getan", sagt Nadine Friedrich. "Nicht auszudenken, wenn ein kleines Kind so ein Würstchen aufhebt und isst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Täter diese Gefahr bedacht hat."

Die Hundehalterin wohnt eigentlich in Altensteig im Schwarzwald. Auf Grund privater Verpflichtungen lebte der sechs Jahre alte West-Highland-White-Terrier Bobby allerdings seit Februar bei ihren Großeltern in Böhlitz-Ehrenberg. "Bobby ist nicht irgendein Tier. Er ist ein Familienmitglied", hatte sein Frauchen noch auf eine Genesung ihres Hundes gehofft. Nachdem er zwischenzeitlich zwangsernährt werden musste, erhielt Friedrich dann am Mittwoch die traurige Nachricht: Bobby hat den Kampf gegen das Gift verloren.

nöß/ahr/fd

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