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Lokales Zweites Bürgerforum zum Pleißemühlgraben
Leipzig Lokales Zweites Bürgerforum zum Pleißemühlgraben
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08:59 07.03.2018
Bleibt es beim historischen Verlauf des Pleißemühlgrabens, würde hinter den Gebäuden von Hauptfeuerwache und IHK (rechts) ein grüne Oase mit hohem Erholungswert für die Leipziger entstehen. Quelle: Grafik: Stadt Leipzig
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Leipzig

Im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Goerdelerring 5 beginnt heute um 18 Uhr das zweite Bürgerforum zum künftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens. Bereits um 16 und 16.30 Uhr bieten das Amt für Stadtgrün und Gewässer sowie der Förderverein Neue Ufer Ortsbegehungen an: Treffpunkt dafür ist der IHK-Haupteingang.

Abstimmung im Internet läuft bis 18. März

Bei der auf mehr als zwei Stunden veranschlagten Abendveranstaltung sollen dann die Auswirkungen der beiden Varianten, die zur Diskussion stehen, von Fachleuten erläutert werden. Bekanntlich hat vor einigen Tagen im Internet unter www.leipzig.de/pleissemuehlgraben die Abstimmung der Bürgerschaft zu diesem Thema begonnen. Nach Angaben des Büros NeulandQuartier, das den Beteiligungsprozess im Auftrag der Stadt leitet, wurde die Bewertungsseite schon von mehr als 300 Interessenten aufgerufen. Die Abstimmung laufe bis zum 18. März. Zwischenergebnisse würden nicht veröffentlicht, zumal die Nutzer ihre Einschätzungen bis dahin noch ändern könnten.

Zeitdruck wegen Sanierung der Hauptfeuerwache

Wie berichtet, muss wegen der anstehenden Sanierung der Leipziger Hauptfeuerwache am Goerdelerring möglichst bald über die Zukunft des Pleißemühlgrabens entschieden werden. In den 1950er-Jahren war der benachbarte und damals extrem verschmutzte Flussabschnitt mit Wölbleitungen unter die Erdoberfläche gezwungen worden. Perspektivisch soll er nun auf einer Länge von etwa 310 Metern zurück ans Licht geholt werden.

Stadtverwaltung und IHK bevorzugen Ring-Variante

Die Stadtverwaltung sprach sich dafür aus, bei der Gelegenheit eine neue Trasse gleich neben dem Goerdelerring anzulegen. Hingegen plädiert der Verein Neue Ufer vehement für den historischen Flusslauf hinter den Gebäuden von Feuerwehr und IHK – möglichst unter Einbeziehung noch vorhandener, alter Ufermauern.

14 Kriterien zur Bewertung der Trassen aufgestellt

Nach langem Zögern schob das Umweltdezernat im Rathaus ein aufwendiges Verfahren zur Bürgerbeteiligung an. Vor drei Monaten wurden dabei 14 Kriterien festgelegt, an denen beide Varianten nun gemessen werden können. Zum Beispiel sind das die Bau- und Unterhaltskosten, Qualität der Wegeverbindungen, Barrierefreiheit, ökologische Aspekte oder die Geschichte und Erlebbarkeit des Ortes. Bei einem ersten Bürgerforum im November 2017 sprach sich die große Mehrheit der Besucher für den historischen Verlauf aus. Inzwischen wurde ermittelt, wie die beiden Trassen bei den verschiedenen Kriterien punkten.

Historischer Verlauf sammelt die meisten Pluspunkte

Historischer Verlauf: Bei den meisten Kriterien schneidet diese Trasse hinter den Gebäuden besser ab. Bei einer Breite von elf Metern erhält der Fluss eine großzügige Terrassen-Anlage, die abgeschirmt von den Abgasen und Lärm am City-Ring wäre, so die jetzt veröffentlichte Auswertung. Der heute komplett versiegelte Hof würde Platz zum Ausruhen in der Natur, für Rad- und Fußwege, auch eine Kita mit begrüntem Dach bieten. Für das Viertel des kriegszerstörten Naundörfchens ergäben sich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten – bis hin zum geplanten Hochhaus auf der Spitze Goerdelerring, das den Fluss überspannen würde. Auf der Ring-Seite der Gebäude könnten ein grüner Platz vor der IHK entstehen, der Baumstreifen am Straßenrand stehenbleiben und noch verstärkt werden. Auto-Parkplätze sollen in einer Tiefgarage samt eines höchstens eingeschossigen Aufbaus vor der Hauptfeuerwache verschwinden.

Abgetreppte Ufer sollen vor Straßenlärm schützen

Ring-Variante: Diese Trasse wäre etwas kürzer und kostengünstiger. Zahlen zum finanziellen Rahmen gibt es bisher aber für keine der beiden Varianten. Laut der Kriterienauswertung wünscht die IHK die neue Trasse, um Anlieferzone und Autostellplätze vor dem Gebäude zu sichern. Für die Feuerwehr wäre eine Nutzung von Flächen auf beiden Seiten der Wache optimal, um für alle Fälle des Katastrophen- und Brandschutzes gewappnet zu sein. Lärmbelastungen für die Besucher ließen sich durch abgetreppte Ufer vermindern. Da der Fluss eine andere Route nimmt, werde für die Entwicklung eines Hochhausstandortes „nichts verbaut“.

Endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat noch 2018

Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung wird dem Stadtrat vorgelegt – er soll dann noch 2018 über den Trassenverlauf entscheiden.

Von Jens Rometsch

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