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Lokales Zwischen Goldschmidt- und Sternwartenstraße werden acht Häuser mit 150 Wohnungen gebaut
Leipzig Lokales Zwischen Goldschmidt- und Sternwartenstraße werden acht Häuser mit 150 Wohnungen gebaut
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12:58 08.11.2016
Für vier neue Häuser mit insgesamt 87 Wohnungen wurde Richtfest gefeiert. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Bayerisches Bier aus dem Holzfass – das gibt es nicht oft bei einem Richtfest in Leipzig. In der Goldschmidtstraße 10 war es nun aber so weit. Die Josi GmbH aus Gilching (bei München) lud zur traditionellen Zeremonie, um gleich vier neuen Häusern eine grüne Krone aufzusetzen.

28 Millionen Euro investieren die Oberbayern auf einer Fläche, die einst dem berühmten Druckhaus Drugulin als erster Firmensitz diente. Doch diese Druckerei wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Zu DDR-Zeiten entstand auf dem Areal ein Luftschutzbunker samt Auto-Zufahrt, der 300 Personen sogar bei atomarer Strahlung Zuflucht bieten sollte.

Wie berichtet, wurden die Bunkerröhren vor einem Jahr zum größten Teil weggebaggert. An ihrer Stelle befindet sich nun eine zweistöckige Tiefgarage. „Von hier aus führen die Fahrstühle durch alle Etagen hinauf bis zu den Penthouse-Bereichen“, erklärte Josi-Geschäftsführer Frank Laukötter den Richtfest-Gästen bei einem Rundgang. 87 barrierefreie 2- bis 5-Raum-Wohnungen (zwischen 40 und 247 Quadratmetern) seien in der neuen Anlage in Sichtweite zum Gewandhaus geplant. „Sie alle stehen für die Philosophie des offenen Wohnens, sodass selbst kleinere Einheiten großzügig wirken“, sagte er. Ende Januar 2017 sollen die ersten 38 Wohnungen in dem Gebäude bezugsfertig sein, das gleich neben dem historischen Mendelssohnhaus an der Goldschmidtstraße emporgewachsen ist. „Etwas später folgen die beiden neuen Häuser in der Auguste-Schmidt-Straße und das niedrigere Gartenhaus im Hof“, ergänzte Projektentwickler Peter Planck.

Die Mieten stünden noch nicht genau fest, dürften aber bei etwa zwölf Euro kalt pro Quadratmeter liegen. Kleiner Trost: Die ganze Anlage entsteht als Energie-Effizienzhaus nach dem hohen Standard KfW 40, als Betriebskosten schlagen daher nur etwa 1,50 Euro pro Quadratmeter zu Buche. „Außerdem erreichen wir bei der Ausstattung ein Niveau, wie man es sonst nur von Eigentumswohnungen kennt“, versicherte Planck. Dreifach verglaste Holzfenster, Einbauschränke und Garderoben, freistehende Wanne, bodengleiche Dusche, Fußbodenheizung, Parkett, Naturstein oder Einbauküchen samt Mittelblock im Raum – den Mietern, die sich das leisten können, dürfte es in der citynahen Lage an nichts fehlen.

Für zunächst drei Jahre will der Investor aus Bayern zudem den Sport fördern. „Da wir in unserer Heimat seit Langem eine Frauen-Handball-Mannschaft unterstützen, haben wir uns in Leipzig für die Männer vom SC DHfK entschieden“, gab Geschäftsführer Laukötter bei dem Fest bekannt. In Leipzig plane Josi schon das nächste große Wohnungsbau-Vorhaben, habe dafür ein Areal zwischen der Grassi- und Ferdinand-Rhode-Straße erworben.

Auf der zur Goldschmidtstraße 10 angrenzenden Fläche will die Immobilienwert Sachsen AG ab Frühjahr 2017 noch ein Vorderhaus und ein Gartenhaus mit insgesamt 29 Eigentumswohnungen bauen. Dieses Unternehmen aus Radebeul nutzt für eine dazugehörige Tiefgarage gleich dieselben Zu- und Ausfahrten, welche die Josi GmbH bereits an der Auguste-Schmidt-Straße geschaffen hat.

Ebenfalls hinter dem großen LWB-Gebäude mit dem Ringcafé zu finden ist jetzt noch eine Baustelle mit historischem Hintergrund. In der Sternwartenstraße 21 wird die denkmalgeschützte Seifenfabrik von Georg Klinger (Bruder des berühmten Bildhauers und Malers Max Klinger) saniert. In dem dazugehörigen Flügel an der Seeburgstraße 20 war zuletzt die Psychologie der Universität einquartiert. „Wir verwandeln den Klinger-Hof in eine Wohnanlage“, erläuterte Stefan Assmann vom hiesigen Architekturbüro Casa Concept. Die Stirnseite zum Ringcafé (hinter der kleinen Grünfläche) erhalte nahezu raumhohe Fenster und Balkone. In einer Baulücke Höhe Seeburgstraße 22 komme noch ein Haus dazu, welches die Straßenflucht wieder schließt. Für sieben Millionen Euro sollen insgesamt 33 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten entstehen, sagte Assmann. „Die ersten Mieter können im Frühjahr 2017 einziehen.“

Jens Rometsch

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