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Lokales Zwischen Schule, Familie und Zukunft – So tickt Leipzigs Jugend
Leipzig Lokales Zwischen Schule, Familie und Zukunft – So tickt Leipzigs Jugend
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17:29 11.04.2016
Studie der Stadt Leipzig: „Jugend in Leipzig 2015“  Quelle: dpa
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Leipzig

 Das Amt für Statistik und Wahlen hat in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung 2255 Schüler aus dem Leipziger Stadtgebiet befragt. Bereits zum fünften Mal führte die Stadt eine Jugendstudie durch. In diesem Jahr wurden Schüler aus Oberschulen, Gymnasien, berufsbildenden Schulen und Förderschulen befragt. Die Erhebung wurde vom 7. Mai bis 1. Juni 2015 durchgeführt und berücksichtigte folgende Themenbereiche: Lebensziele, Zufriedenheit und Zukunftspläne, Freizeit, Medien- und Handynutzung, Familie, Erfahrungen mit Drogen und persönlichen Problemen.

72 Prozent sind mit ihrem Leben „sehr zufrieden“

Erfreuliches zeigt sich bei der Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit der Jugendlichen: 72 Prozent sind hier „sehr zufrieden“. Allerdings zeigt sich, dass zum Beispiel Gymnasiasten von der 7. bis zur 11. Klasse fast 10 Prozentpunkte bei der Einschätzung „sehr zufrieden“ einbüßen. Woran das liegt, geht aus der Studie nicht hervor. Zusammenhängen könnte dies mit den Schulnoten. Bei diesem Teilaspekt der Lebenszufriedenheit geben nur 43 Prozent der befragten Schüler an, „sehr zufrieden“ zu sein. Bei Gymnasiasten ab der 9. Klasse und den Schülern von berufsbildenden Gymnasien ist die Zufriedenheit unterdurchschnittlich. Das Gleiche gilt für Oberschüler der 7. und 8. Klasse.

Soziale Beziehungen besonders wichtig

Im Gegensatz dazu steht die Beziehung zu Freunden: 86 Prozent gaben an, „sehr zufrieden“ zu sein. Mit ihrer Wohnsituation sind 85 Prozent der Befragten „sehr zufrieden“. Eine Ausnahme bilden hier die Jugendlichen in einer Berufsausbildung. Sie wohnen häufig nicht mehr zu Hause, müssen aufgrund ihrer Ausbildungsvergütung aber Kompromisse bei der Wohnungssuche eingehen. Mit dem Verhältnis zur Mutter sind 83 Prozent der Befragten „sehr zufrieden“. Die Beziehung zum Vater macht 74 Prozent „sehr zufrieden“.

Im Vergleich zur letzten Studie von 2010 ist der Anteil von Jugendlichen die, „sehr zufrieden“ sind, rückläufig. So waren 2010 vor allem Schüler der berufsbildenden Gymnasien und in der Berufsausbildung deutlich zufriedener. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass vor allem die intakte Beziehung zu Freunden die allgemeine Lebenszufriedenheit von Jugendlichen beeinflusst.

Lebensziele fest im Blick

Bei der Frage nach Lebenszielen und Werteorientierung gaben jeweils 96 Prozent der Schüler bei den Zielen „Freundschaften pflegen“, „eine Familie haben, in der man sich wohl fühlt“ und „das Leben genießen“ an, dass ihnen diese „sehr wichtig“ beziehungsweise „wichtig“ seien. Vergleicht man die Werte von 2010, sind diese gleich, beziehungsweise ähnlich hoch. Das Ziel „gesundheitsbewusst leben“ halten heute 84 Prozent für „sehr wichtig“. 2010 waren es nur 76 Prozent. Weitere Lebensziele, nach denen gefragt wurde, sind „berufliche Karriere machen“, „einen hohen Lebensstandard haben“ oder „sich politisch engagieren“. Dieses Ziel ist vor allem für männliche Gymnasiasten erstrebenswert. Wie genau das Engagement aussieht, wird nicht erläutert. Allgemein kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass älteren Jugendlichen Beruf, Karriere und Materialismus wichtiger sind als Jüngeren.

Pläne nach der Schule

Wie es für die Jugendlichen nach der Schulzeit weitergehen soll, wissen die meisten von ihnen recht genau. 53 Prozent der Schüler wollen direkt nach der Schule in ein Studium oder eine Berufsausbildung starten. 19 Prozent wollen sich etwas mehr Zeit lassen und erstmal einen Freiwilligendienst absolvieren, reisen oder jobben. Einen weiterführenden Abschluss zu erreichen, nehmen sich 9 Prozent der Befragten vor. 16 Prozent der Schüler – vor allem in den Klassen 7 und 8 – sind noch unentschlossen.

Im Vergleich zu 2010 zeigt die Studie, dass zumindest die Oberschüler im Verlauf der Schuljahre 7 bis 10 ihre Unentschlossenheit abgelegt haben. In der aktuellen Studie geben 21 Prozent der Oberschüler in der 7. Klasse an, noch unsicher über ihren Werdegang zu sein, in der 10. Klasse nur noch 1 Prozent. Gymnasiasten hingegen sind bis zuletzt unsicher: In der 7. Klasse geben 20 Prozent der Schüler an, noch nicht zu wissen, was sie nach der Schule machen wollen. In der 11. Klasse sind es nur 7 Prozentpunkte weniger, also 13 Prozent.

Bei den Förderschülern sind 31 Prozent noch unentschlossen, wie es weitergehen soll. 26 Prozent von ihnen streben eine Ausbildung, 18 Prozent eine weiterführende Schule an.

Die gesamte Studie finden Sie hier: http://www.leipzig.de/news/news/jugend-in-leipzig-zufrieden-und-zuversichtlich/

Von Tatjana Kulpa

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