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... dass wieder 1600 Leute in der Spinnerei arbeiten

... dass wieder 1600 Leute in der Spinnerei arbeiten

Im Jahr 1015 wurde "urbe libzi" erstmals urkundlich erwähnt. Zum Jubiläum Leipzigs 2015 zeigt die Serie "Da staunst du -" 100 Facetten der 1000-Jährigen. Heute Teil 32: die Baumwollspinnerei.

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Das Gelände der Baumwollspinnerei in Plagwitz gehört auch zum Bereich des KSP West.

Quelle: André Kempner

Leipzig. In der komplett erhaltenen Fabrikstadt in Lindenau arbeiten wieder so viele Leute wie vor deren Schließung. Im 19. Jahrhundert wuchs der Bedarf an Baumwolle - ein günstiger Zeitpunkt, eine der größten Spinnereien Europas zu bauen.

Am 21. Juni 1884 erfolgte der Eintrag der Leipziger Baumwollspinnerei als Aktiengesellschaft ins Handelsregister. Im selben Jahr wurde die erste Spinnerei errichtet (heute Halle 20). Im nächsten Jahr lief die Produktion mit 30 000 Selfaktorspindeln auf vollen Touren. 1888 folgte die zweite Spinnerei (Halle 18) mit 50 000 Spindeln, im Jahr darauf die dritte (Halle 14) mit 76 000 Spindeln und Kämmmaschinen für hochwertige gekämmte und feine Garne. Mitte der 1890er-Jahre entstand ein viertes Produktionsgebäude (Halle 6), 1907 folgte ein fünftes (Halle 7).

1887 verarbeiteten 318 Arbeiter und Arbeiterinnen in einer wöchentlichen Arbeitszeit von bis zu 77 Stunden 6200 Ballen Baumwolle zu mehr als einer Million Kilogramm Garn. 20 Jahre später wurden 20 000 Ballen von 1600 Arbeitern an täglich zehn Stunden zu fünf Millionen Kilogramm Garn verarbeitet. Nach nur 25 Jahren hatte sich Leipzigs Baumwollspinnerei zur größten des Kontinents entwickelt, in der 240 000 Spindeln, 20 000 Zwirnspindeln und 208 Kämmmaschinen rotierten.

1989 arbeiteten dort noch etwa 1650 Menschen. Anfang 1993 kam das Aus für die Garnproduktion. Der Betrieb wurde "abgewickelt". Auf Reifenkord beschränkt lief die Produktion bis 2000, zum Schluss mit etwa 40 Beschäftigten.

Ab den frühen 1990er-Jahren begannen neue Formen der Geländenutzung. Alternative Projekte und Künstler wie Neo Rauch bezogen Ateliers, eine Tangofabrik kam aufs Gelände, das Schauspielhaus errichtete 1999 eine temporäre Spielstätte.

Heute ist die Spinnerei eine der interessantesten Produktions- und Ausstellungsstätten zeitgenössischer Kunst und Kultur in Europa.

Zu den Rundgang-Wochenenden kommen weit über 20 000 Gäste in die Spinnerei

Jeden Tag kommen "im Schichtbetrieb" wieder mehr als 1600 Menschen in die jetzige "Kunstfabrik" und spinnen am Lebensfaden des Geländes, dessen Geschichte nach 130 Jahren noch nicht zu Ende ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2014

Karoline Mueller-Stahl

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