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Skurrile Scherze: Esel auf Leipziger Ring und Seminare gegen Hasskommentare

April, April! Skurrile Scherze: Esel auf Leipziger Ring und Seminare gegen Hasskommentare

Alle Jahre wieder versuchen viele Medien und Institutionen ihre Leser, Hörer und Zuschauer in den April zu schicken. Diesmal reichte die Auswahl von einem Autoverbot auf dem Leipziger City-Ring bis zu Kursen zum „Lösen der Feststelltaste“ bei Online-Kommentaren.

Der BUND forderte am 1. April, dass der Leipziger Ring künftig autofrei wird.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Esel auf dem Leipziger Ring, Seminare gegen Hasskommentare und ein Formel-1-Rennen mitten in Berlin: Am 1. April versuchten wieder viele Medien ihre Nutzer zu verschaukeln. Auch in diesem Jahr waren der Kreativität der Journalisten und Pressestellen dabei scheinbar keine Grenzen gesetzt: Während einige Zeitungen extra ganze Seiten aufwendig mit fingierten Grafiken gestalteten, startete mancher Radiosender sogar eine vermeintlich neue Sendung.

Um den Verkehr in der Leipziger City drehte sich eine Pressemitteilung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Der Innenstadtring solle ab kommenden Mai „autofrei“ werden, hieß es darin. Nur noch Fahrräder, Taxis, Anwohner sowie Bus und Bahn seien künftig in dem Gebiet zugelassen. Zudem schwebe dem Bündnis für die Zukunft angeblich noch eine viel umweltfreundlichere Transportalternative vor: Esel. Dafür überlege der BUND Leipzig sogar, in die Eselzucht einzusteigen.

Stadt Leipzig plant „Internetkommentarzulassung“

Auch die Stadtverwaltung beteiligte sich mit einem Internet-Scherz. Nach den „Niveau-Regeln“ für Junggesellenabschiede im Vorjahr kündigte das Rathaus am Freitag auf der Stadt-Homepage die Bewerbung für ein Pilotprojekt zu Internetkommentaren und mehr „Freundlichkeit im Netz“ an. Nutzer, die von Leipzig aus auf soziale Netzwerke und Seiten mit Kommentarfunktion zugreifen wollen, könnten dies künftig erst nach einer „Internetkommentarzulassung“ tun. Damit werde auf die Flut an Falschkommentaren und Hassbotschaften im Netz reagiert.

Um die Genehmigung zu erhalten sei der Kurs „Deutsch als Muttersprache“ verpflichtend, hieß es. Unter anderem sei auch ein mündlicher Vortrag zum Thema „ß und SS im Widerstreit“ erforderlich. In „Aufbauseminaren“ sollen Themengebiete behandelt werden wie „Das Semikolon, der unbekannte Freund“, „Das kleine 1x1 der Menschlichkeit“ oder technische Kenntnisse zum „Lösen der Feststelltaste unter besonderer Berücksichtigung des Ausrufezeichens“. 

„Bodo Show“ im Radio und Formel 1 in Berlin

Für die Frühaufsteher ließ sich der Radiosender Landeswelle Thüringen schon um 6 Uhr morgens einen skurrilen Scherz einfallen. So wurden die Hörer an diesem Morgen statt vom bekannten Radiomoderator vom thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) begrüßt – getreu seines vermeintlich neuen Mottos: „Erst Radio und dann regieren“. Für die „Bodo Show im Radio“ hatte der Sender sogar maßgeschneiderte Rubriken für den Politiker geschaffen. In „Bodos linken Dingern“ stellte Ramelow etwa die Polizeimeldung der Woche vor, in „Bodo, Bello & Co.“ outete sich der Ministerpräsident zudem als passionierter Hundebesitzer.

Auch die „Berliner Zeitung“ präsentierte sich pünktlich zum 1. April besonders einfallsreich. Unter dem Titel „Die Formel 1 kommt“ kündigte das Blatt in seiner Freitagsausgabe an, Berlin werde neuer Konkurrenz-Schauplatz zum Nürburgring in der Eifel. In den vergangenen Monaten war die Hauptstadt durch die Zunahme illegaler Autorennen negativ aufgefallen. Dem Bericht zufolge sollen nun ab 2017 internationale Autorennfahrer direkt durch Berlins Innenstadt rasen – über die Karl-Marx-Allee, vorbei am Hackeschen Markt und quer über den Alexanderplatz. Sogar eine eigene Grafik mit dem genauen Verlauf der Formel-1-Rennstrecke hatte die Lokalausgabe gestaltet.

nöß/epd

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