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Polizeiticker Messerangriff auf Studenten – sechseinhalb Jahre Haft
Leipzig Polizeiticker Messerangriff auf Studenten – sechseinhalb Jahre Haft
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16:49 29.11.2018
Barkeeper Andre P. muss für sechseinhalb Jahre in Haft. Quelle: André Kempner
Leipzig

Vor allem sein lückenloses Geständnis hielten ihm die Richter zugute: Nach seinem hinterhältigen Übergriff auf zwei Passanten in Leipzig ist der 23-jährige Andre P. am Donnerstag zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Landgericht sprach ihn des versuchten Mordes sowie der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten zwei Jahre Haft mehr beantragt; die Verteidigung plädierte auf fünf Jahre.

„Nicht zu entschuldigen“

Laut Urteil beging der Barkeeper am 1. Juni 2018 in der Eutritzscher Straße einen „nicht zu entschuldigenden Angriff auf zwei Menschen, die in keiner Weise Anlass zur Tat gaben“, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Andre P. war der irrigen Annahme, dass die beiden Teil einer Bande sind. Er machte sie verantwortlich für den Diebstahl seines Geldbeutels. Tatsächlich hatte er diesen aber bei sich.

Kurz nach 3 Uhr nachts rammte der Angeklagte dem Opfer Frederik K. (24) viermal ein Messer in den Rücken und brachte ihn damit in die Gefahr des Todes. Der Sportstudent konnte flüchten. Seine Kommilitonin Katharina F. (25) geriet ebenfalls ins Visier des Messerstechers und wurde unter anderem im Brustkorb getroffen. Beide Opfer kamen in die Notaufnahme.

Die Schwurgerichtskammer folgte der Ansicht von Staatsanwalt Torsten Naumann. Er hatte den heimtückischen Übergriff auf Frederik K. als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung bewertet. Weil der Messerstecher von seinem zweiten Opfer Katharina F. letztlich aber abließ, handele es sich um einen Rücktritt vom versuchten Tötungsdelikt – und damit um gefährliche Körperverletzung.

Täter zahlt Schmerzensgeld

„Wir haben aber selten ein Geständnis erlebt, bei dem der Täter so deutlich seinen gravierenden Fehler eingeräumt hat und für die Konsequenzen einstehen will“, würdigte Richter Jagenlauf. Andre P. verpflichtete sich, nach Verbüßung der Haft auch Schmerzensgeld zu zahlen: 6000 Euro an den Mann und 5000 Euro an die Frau.

Jagenlauf bezeichnete den Angeklagten als einen „Mann mit zwei Gesichtern“; einerseits gelte er als der Nette und Hilfsbereite, andererseits sei er eine unreife und unsichere Persönlichkeit mit Minderwertigkeitskomplexen. Aufgrund seiner Persönlichkeitsprobleme und Alkoholisierung zur Tatzeit (2,3 Promille) hielt das Gericht den nicht vorbestraften Barkeeper für vermindert schuldfähig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Sabine Kreuz

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