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121 Ermittlungsverfahren gegen Autodiebe: Leipziger Polizei gründet neue Soko

121 Ermittlungsverfahren gegen Autodiebe: Leipziger Polizei gründet neue Soko

Sie tricksen Wegfahrsperren aus, klonen Originalschlüssel, schaffen geklaute Fahrzeuge Tausende Kilometer weit weg: Jeden Tag gehen Banden von Autodieben in Leipzig auf Beutezug.

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Handarbeit und Hightech beim Autoklau.

Quelle: Heiko Wolfraum

Eine neue Soko der Polizei soll nun die Aufklärungsquote erhöhen.

Ein VW Passat in Thekla, ein VW Golf in Eutritzsch, ein Audi A3 in Mockau, ein Audi A6 Avant in Burghausen-Rückmarsdorf, ein Skoda Octavia in Zentrum-Nord, ein Audi A4 am Flughafen, ein Opel Combo in Zentrum Süd - das sind nur einige der gestohlenen Pkw allein im Juli. Im ersten Halbjahr sollen es schon wieder mehr als 360 Fälle sein, konkrete Zahlen für 2013 nennt die Polizei offiziell nicht. Nur soviel: Es gebe keine tendenziellen Änderungen zu 2012. Da registrierte die Polizei im Stadtgebiet 551 Diebstähle von Kraftwagen - Aufklärungsquote: zwischen 14 und 15 Prozent.

Um die Effizienz der Ermittlungen zu steigern, schuf die Polizei eine Soko. Erste Erfolge der seit 1. März operierenden Ermittlungsgruppe: Von den bis Ende Juni gestohlenen Fahrzeugen konnten nach Angaben von Polizeisprecherin Maria Braunsdorf bisher 57 sichergestellt werden. 31 Wagen wurden in Leipzig gefunden, weitere zehn im übrigen Bundesgebiet. 15 geklaute Autos waren bereits in Polen, davon zwei an der Grenze nach Litauen. Einen Pkw stellten Ermittler in Tschechien sicher. Derzeit laufen 121 Ermittlungsverfahren gegen 56 Beschuldigte.

"Hochwertige und aufwendig gesicherte Fahrzeuge - vorwiegend BMW, Audi, VW und Skoda - werden durch arbeitsteilig vorgehende, gut organisierte osteuropäische Tätergruppen entwendet, die über Know-how und kostenintensive Technik zur Manipulation der Fahrzeugelektronik verfügen", sagte Braunsdorf auf LVZ-Anfrage. "Dies belegen Sicherstellungen von Fahrzeugen oder -teilen, vorwiegend auf dem Weg nach oder in Polen." Wobei Polen immer wieder auch Transitland für den Weitertransport nach Litauen, Russland und in die Ukraine sei. "Dies bestätigen auch Vernehmungen ausländischer Tatverdächtiger", so die Sprecherin.Einfacher zu knackende Fahrzeuge würden häufig von ortsansässigen Tätern entwendet - nicht selten zum Ausschlachten. Die Diebe schlagen bisweilen spontan zu - wenn ein Autofahrer seinen Schlüssel kurz stecken lässt oder Schlüssel bei Wohnungseinbrüchen erbeutet werden.

Experten sind sich einig: Derzeit gibt es wohl keinen Diebstahlschutz, der hundertprozentig sicher ist. So deaktivieren Profis elektronische Wegfahrsperren mit Laptop oder einem Spezialgerät namens Drive Box. Ein weiterer Trick: Per Störsignal blockieren Diebe das Verschließen des Autos per Fernbedienung, ohne dass der Besitzer etwas merkt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2013

Döring, Frank

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