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15 Meter über der Erde festgeklemmt - Leipziger Höhenretter proben Ernstfall auf der Achterbahn

15 Meter über der Erde festgeklemmt - Leipziger Höhenretter proben Ernstfall auf der Achterbahn

Wie ein hilfloser Käfer klemmt die gelb-grüne Gondel an den senkrecht nach oben strebenden roten Schienen der Achterbahn. Eigentlich soll sie 32 Meter in die Höhe gezogen werden, um dann eine rasante Fahrt zu beginnen.

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Brände im Hochhaus, verunglückte Kletterer, Lebensmüde: Die Feuerwehr wird immer wieder zu heiklen Einsätzen in schwindelerregender Höhe gerufen. Einen Test absolvierten die Experten am Dienstag im Freizeitpark Belantis an einer Achterbahn.

Quelle: dpa

Leipzig. Doch die Zugkette ist stehen geblieben. Es geht weder vor noch zurück.

Vier Menschen hängen 15 Meter über dem Erdboden festgeklemmt in den Sicherheitsbügeln der Gondel. Das ist ein Fall für die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Leipzig. Die Situation am Dienstag im Freizeitpark Belantis ist allerdings arrangiert - die Höhenretter üben nur.

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Leipzig. Brände im Hochhaus, verunglückte Kletterer, Lebensmüde: Die Feuerwehr wird immer wieder zu heiklen Einsätzen in schwindelerregender Höhe gerufen. Dafür hat sie Höhenretter - die gut geschult sein müssen. Einen Test absolvierten die Experten am Dienstag im Freizeitpark Belantis an einer Achterbahn.

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Aber egal, ob Ernstfall oder Übung: Gruppenführer Uwe Knoll und sein Team sind konzentriert bei der Sache. „Wir müssen große Sorgfalt walten lassen. Denn wenn wir einen Fehler machen...“, sagt der 44-Jährige und macht eine kurze Pause, „...dann ist es unumstößlich.“ Höhenretter gebe es in Sachsen noch bei den Feuerwehren in Dresden und Leipzig.

Die Retter trainieren im Freizeitpark den Einsatz eines neuen, rund 600 000 Euro teuren Spezialfahrzeugs - einer sogenannten Teleskopgelenkmastbühne. Damit sei eine Rettung aus bis zu 43 Metern Höhe möglich, sagt Einsatzleiter Steffen Lucks. Das sei wichtig etwa bei Hochhäusern in Plattenbauvierteln - wo normale Drehleitern mit 30 Metern „maximaler Rettungshöhe“ nicht mehr ausreichten.

Rund zehn „scharfe Einsätze“ hätten die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Leipzig jährlich, berichtet Gruppenführer Knoll. Das reiche von Kletterunfällen bis hin zu Lebensmüden, die sich von Kränen oder Brücken zu stürzen drohten. Zudem lautet die Einsatz-Formel bei den Spezialkräften „Höhe gleich Tiefe“ - auch zu Unfällen in Baugruben werden die Höhenretter gerufen.

Die Ausrüstung ähnele der von Bergsteigern, sagt Einsatzleiter Lucks. Die Männer tragen bunte Karabiner, Seile, Gurte. Sonst sei eine Rettung aus großer Höhe oder Tiefe aber nicht mit Klettern zu vergleichen - schließlich gehe es jedesmal um einen Notfall. Ein Feuerwehrmann, der Höhenretter werden will, muss einen 80-Stunden-Lehrgang absolvieren. Dazu kommen pro Jahr bis zu 80 Übungsstunden - wie etwa der simulierte Unfall auf der Achterbahn.

Birgit Zimmermann, dpa

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