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Polizeiticker Leipzig 150 Autos zerkratzt und Bild beschmiert – Frau unter Verdacht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig 150 Autos zerkratzt und Bild beschmiert – Frau unter Verdacht
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19:03 10.02.2019
Das beschmierte Wandbild in der Gohliser Prellerstraße: Nach Informationen der Polizei steht eine Anwohnerin unter Tatverdacht. Quelle: André Kempner
Leipzig

 Das Problem mit Schmierereien und Sachbeschädigungen in Gohlis ist offenbar größer als bisher angenommen. Wie berichtet, war ein Wandbild des Grafikers und Malers Marius Mezger (39) immer wieder bekrakelt und sogar mit Hundekot beschmiert worden. Wie die LVZ nun auf Anfrage von der Polizei erfuhr, steckt womöglich eine 62-jährige Anwohnerin hinter den häufigen Angriffen auf das Kunstwerk. Und nicht nur das: Nach Erkenntnissen der Ermittler soll die mutmaßliche Täterin auch eine Vielzahl geparkter Autos beschädigt haben. Ihre Motive sind bislang unklar.

„Die Frau ist der Polizei mit der damit verbundenen Problematik bekannt“, berichtete Polizeisprecher Uwe Voigt. „Sie konnte aufgrund von Zeugenhinweisen mit Sachbeschädigungen an geparkten Fahrzeugen an unterschiedlichen Tatorten und Tatzeiten sowie an den Schmierereien an dem Wandbild Prellerstraße in Verbindung gebracht und identifiziert werden.“ Allerdings seien die polizeilichen Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen, wobei auch eng mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet werde.

Krakelei auf Mauer und Autos

Nicht nur Marius Mezger hatte bereits einen entsprechenden Verdacht, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen den Beschädigungen von Fahrzeugen der Anwohner und den Schmierereien an seinem 15 Meter langen Wandbild mit bunten Zoo-Motiven, das er im Auftrag der Hausverwaltung geschaffen hatte, um die Fassade zu verschönern und alte Graffiti zu verdecken. So waren geschmierte Symbole und Ähnliches auf den meist hellen Flächen seines Werkes, wie etwa Kreuze oder Pluszeichen sowie der kleine Buchstabe „t“ auch auf geparkten Autos aufgetaucht, ergänzt mit zum Teil derben Sprüchen und Schimpfwörtern. Auch das würde zu der unter Tatverdacht stehenden 62-Jährigen passen, die nach Angaben der Polizei schon seit Jahren Anwohner mal mehr, mal weniger belästigt. Betroffene schilderten gegenüber der LVZ, dass die womöglich verwirrte Frau bei zufälligen Begegnungen auf der Straße schon wüste Beschimpfungen ausgestoßen hat.

50 Einzelverfahren gegen Verdächtige

Konkret verfolgen die Ermittler aber vor allem die massive hohe Zahl von Sachbeschädigungen an Autos im Wohngebiet. Immerhin geht es um etwa 50 Einzelverfahren mit rund 150 betroffenen Fahrzeugen in einer Tatzeit von gerade mal anderthalb Monaten. „Die Frau konnte nach Zeugenhinweisen auf frischer Tat während der Tatausführung bei einzelnen Fahrzeugen gestellt werden“, so der Polizeisprecher. So war sie am 10. Dezember vorigen Jahres erwischt worden, als sie an mindestens 18 Autos der unterschiedlichsten Marken mit verschiedenen spitzen Gegenständen Linien und Formen in Türen, auf Motorhauben und Autodächer kratzte, während sie mit ihrem Hund durch die Max-Metzger-Straße und die Franz-Mehring-Straße spazieren ging. Eine Woche zuvor, am 2. Dezember, waren nach Angaben der Polizei in der Prellerstraße sogar 40 am Straßenrand abgestellte Fahrzeuge mit einem spitzen Gegenstand erheblich beschädigt worden. Der Gesamtschaden belief sich laut Polizei auf mehrere Tausend Euro.

Von Frank Döring

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