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18 Kilogramm Crystal: Shisha-Bar-Inhaber schweigt zu Vorwurf Drogenhandel

18 Kilogramm Crystal: Shisha-Bar-Inhaber schweigt zu Vorwurf Drogenhandel

Ein halbes Jahr nach der Zerschlagung einer europaweit agierenden Drogenhändlerbande begann am Montag am Landgericht Leipzig ein erster Prozess. Verantworten muss sich Hussein S.

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Justizbeamte bringen den 38 Jahre alten Angeklagten mit Handfesseln in den Gerichtsaal. Hussein S. sitzt seit November 2014 in Untersuchungshaft.

Quelle: André Kempner

Leipzig. , der laut Staatsanwaltschaft einer der Abnehmer des Rauschgift-Ringes gewesen sein soll. Die Behörde wirft dem 38-Jährigen den Handel mit 18 Kilogramm Crystal und 58 Kilogramm Marihuana vor.

Ein Teil der illegalen Deals soll in der Shisha-Lounge - einer Wasserpfeifen-Bar - in der Windmühlenstraße gelaufen sein. Dort fand Anfang November 2014 eine Razzia statt, seither sitzt Hussein S., den die Staatsanwaltschaft für den faktischen Inhaber der Bar hält, in Untersuchungshaft.

Oberstaatsanwältin Elke Müssig listete gestern 24 Fälle des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln auf. Demnach soll der 38-jährige Iraker von 2011 bis 2014 entweder Crystal oder gleich kiloweise Marihuana gekauft und dann weiterverkauft haben. Teilweise seien in das Geschäft auch Kuriere eingebunden worden, sagte Müssig. Doch nicht nur von der Bande, sondern auch von anderen Dealern soll der Beschuldigte Betäubungsmittel bezogen haben.

Zum Prozessauftakt gestern schwieg der Mann. Ob er sich bei den weiteren zunächst bis 23. Juni anberaumten acht Verhandlungsterminen äußern wird, blieb gestern offen. "Aus heutiger Sicht macht mein Mandant keine Angaben", betonte Verteidigerin Annette Clement-Sternberger. Hussein S. ist wegen Drogenhandels vorbestraft. 2011 hatte ihn das Landgericht zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt, die damals zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Sollten sich die Schuldvorwürfe bestätigen, drohen dem Angeklagten mehrere Jahre Gefängnis. Der Vorsitzende Richter Jens Kaden verwies auf jüngste Drogen-Verfahren, die mit Freiheitsstrafen von sechs Jahren und vier Monaten beziehungsweise sechs Jahren und neun Monaten geendet hatten.

Die aktuelle Anklage gegen Hussein S. basiert hauptsächlich auf den Angaben eines mutmaßlichen Drogendealers, gegen den die Staatsanwaltschaft in Gera vor wenigen Tagen Anklage erhoben hat. Mit Bezug unter anderem auf diesen Fall beantragte die Verteidigerin gestern die Einstellung beziehungsweise Aussetzung des Verfahrens gegen ihren Mandanten. Ihrer Ansicht nach dürfen die Angaben jenes Mannes nicht als Beweise verwertet werden, weil die Polizei teils unerlaubte Methoden angewandt habe. Der Vorsitzende Richter vertagte die Entscheidung darüber auf den nächsten Prozesstag, den 13. Mai.

Die Staatsanwaltschaft hält Hussein S. nicht für ein Bandenmitglied, eher eine Randfigur. Im Zusammenhang mit diesem Dealerring erhob die Behörde gerade - wie berichtet - noch drei weitere Anklagen. Sie wirft den Beschuldigten vor, im großen Stil Crystal produziert zu haben. Vorigen November hatten Fahnder 2,9 Tonnen des Crystal-Grundstoffs Chlorephedrin sichergestellt. Die Menge hätte ausgereicht, um 2,3 Tonnen Crystal im Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro herzustellen. Unter den Angeklagten ist ein Pharmahändler (32) aus Leipzig, der das Chlorephedrin nach Erkenntnissen der Ermittler nach Deutschland liefern ließ. Er soll es an die Bande verkauft haben, die in Tschechien aus dem Stoff Crystal herstellen ließ und wieder nach Deutschland schmuggelte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.04.2015

Sabine Kreuz

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