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Polizeiticker Leipzig 19-Jähriger bei Motorrad-Stuntshow in Leipzig schwer verletzt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig 19-Jähriger bei Motorrad-Stuntshow in Leipzig schwer verletzt
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18:14 15.08.2016
Bei einem solchen Motorrad-Stunt auf der Leipziger-Kleinmesse – hier in der Vorwoche – passierte der schwere Unfall.  Quelle: Kempner
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Leipzig

Sie fliegen mit Motorrädern über Menschen, balancieren mit Autos auf zwei Rädern und stürzen sich von einem Kran mit einem Fahrzeug in die Tiefe. Die Stunt-Shows der Korth Brothers sind berühmt wie berüchtigt. Bei der letzten von vier Vorstellungen auf der Leipziger Kleinmesse am Sonntagnachmittag kam es zu einem tragischen Unfall, der für einen 19-Jährigen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus endete.

Hunderte Besucher, darunter auch viele Eltern mit ihren Kindern, wurden gegen 16.30 Uhr am Cottaweg Zeugen eines Dramas. Der 13-jährige Anthony Korth, jüngster Spross der Familie aus Berka/Werra in Thüringen, wollte nach Polizeiangaben mit einer Motocross-Maschine über eine Rampe fahren und anschließend über menschliche Hindernisse springen. „Beim ersten Mal ging der Stunt noch gut“, berichtete Polizeisprecher Alexander Bertram. Die fünf flach am Boden liegenden Männer rückten dann etwas weiter auseinander. Als der Jugendliche zum zweiten Mal zum spektakulären Überflug ansetzte, landete er jedoch einige Meter zu früh – und erfasste mit voller Wucht einen 19-Jährigen, der als Vorletzter in der Reihe lag.

Zuschauer hielt Unfall im Video fest

Wie auf einem Zuschauervideo im Internet zu sehen ist, das auch der Polizei vorliegt, versuchte der Mann geistesgegenwärtig noch sich in Sicherheit zu bringen. Er wurde beim Aufstehen jedoch im seitlichen Brustbereich getroffen und ging danach bewusstlos zu Boden. Nach Polizeiangaben kam der Rumäne mit schweren Rippenverletzungen in eine Klinik, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Ein zweiter Mann wurde ebenfalls von der Maschine getroffen und anschließend durch die Luft geschleudert. Er blieb ebenso wie der 13-jährige Anthony Korth, der nach dem Zusammenprall stürzte, unverletzt.

Für die Polizei steht fest: Die Geschwindigkeit der Maschine reichte zum Zeitpunkt des Absprungs für den Stunt nicht aus, möglicherweise wegen eines technischen Defekts. Vom Veranstalter habe es geheißen, dass der zweite Gang herausgesprungen und die Maschine deshalb zu langsam gewesen sei, so Bertram. Das sichergestellte Motorrad, eine Suzuki RM-Z250, soll nun von einem Gutachter untersucht werden. Ermittelt wird auch, ob bei der Show alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.

Verletzter war kein festes Crew-Mitglied

Die Korth Brothers selbst wollten sich zu dem Unglück auf Anfrage von LVZ.de nicht äußern. Der 19-jährige Verletzte sei auf dem Weg der Besserung, hieß es lediglich. Nach Polizeiangaben soll es sich bei dem Mann nicht um ein festes Mitglied der Crew gehandelt haben. „Er war nach Aussagen des Betreibers ein Bekannter, der einen Freundschaftsdienst leistete“, so Sprecher Bertram.

Waghalsige Stunts mit Monstertrucks, Motorrädern und Autos: Bilder von der Show der der Korth Brothers auf die Leipziger Kleinmesse am Cottaweg.

Dass der 13-Jährige, dessen Vater ebenfalls Stuntman ist, am Steuer der Maschine saß, war laut Polizei grundsätzlich nicht zu beanstanden. „Es handelt sich um einen abgesperrten Bereich, daher greift hier aus verkehrsrechtlicher Sicht keine Führerscheinpflicht“, erklärte Bertram. Ermittelt werde nun wegen fahrlässiger Körperverletzung, aber nicht gegen den Jugendlichen. „Mit seinen 13 Jahren ist er noch nicht strafmündig. Wir prüfen aber, ob sich jemand anderes strafbar gemacht haben könnte“, so Bertram. Laut Homepage der Stuntfamilie fährt Anthony Korth seit seinem dritten Lebensjahr „mit Quads und Buggys in der Schräglage“.

Bereits zweiter Motorrad-Unfall auf der Kleinmesse

Es war bereits der zweite schwere Unfall mit einem Motorradfahrer auf der Leipziger Kleinmesse. 2012 stürzte ein 52-jähriger Stuntman wegen eines Fahrfehlers bei der "Show der Sensationen" von einer Steilwand ab. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Von Robert Nößler

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