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219.000 Euro Schaden durch Anschläge auf Ticket-Automaten

Vandalismus 219.000 Euro Schaden durch Anschläge auf Ticket-Automaten

Die jüngsten Anschläge auf Fahrkartenautomaten haben bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) massive Schäden angerichtet. Wie die LVB mitteilten, waren allein vom 31. Juli bis 7. August acht Vandalismusschäden an Automaten mit einer Schadenssumme von etwa 36.000 Euro zu beklagen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr gab es 55 derartige Schäden, wobei den LVB ein Gesamtschaden in Höhe von rund 330.000 Euro entstand. Am Ende des laufenden Jahres dürfte die Bilanz kaum besser aussehen. Schon jetzt stehen 39 Anschläge auf Ticketautomaten zu Buche, die Schäden belaufen sich auf mittlerweile 219.000 Euro.

Insofern löste auch die jüngste anonyme Drohung im Internet einige Besorgnis aus. "Wir haben uns zur Sabotage und Zerstörung von Fahrkartenautomaten im gesamten Stadtgebiet entschlossen", hatten Unbekannte auf Indymedia, einer Internetplattform der linken Szene, mitgeteilt. Und tatsächlich gingen Ende Juli in Reudnitz-Thonberg und Schönefeld auf einen Schlag fünf Ticketautomaten in Flammen auf, nachdem die Täter zuvor Bauschaum in den Ausgabeschacht gesprüht und diesen mit Brandbeschleuniger angezündet hatten (die LVZ berichtete). Im Unterschied zu früheren Anschlägen waren die Täter offenbar nicht auf Geld aus. Die militanten Aktionen richteten sich gegen die jährlichen Preiserhöhungen im Öffentlichen Personennahverkehr, erklärten die Unbekannten. In ihrem Bekennerschreiben riefen sie zugleich dazu auf, sich Anweisungen des LVB-Personals, insbesondere der Fahrkartenkontrolleure zu widersetzen. Außerdem gaben sie ihren Sympathisanten Tipps, um Busse und Straßenbahnen so zu manipulieren, dass diese fahruntüchtig werden.

Die Resonanz in der Szene ist bislang jedoch verhalten. Zwar löste das Bekennerschreiben eine lebhafte Debatte bei Indymedia aus. Doch in der Folge gab es offenbar keine weiteren Anschläge auf Fahrkartenautomaten und andere Technik der Verkehrsbetriebe. "Es sind uns seitdem keine weiteren Vorfälle bekannt geworden", sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Die Ermittlungen zu den jüngsten Anschlägen liefen weiter, einen konkreten Tatverdacht gebe es noch nicht. Weil die Polizei einen politischen Hintergrund für wahrscheinlich hält, ist der Staatsschutz an dem Fall dran.

Unterdessen stehen die LVB vor der Herausforderung, die beschädigten Automaten so schnell wie möglich wieder instand zu setzen, um die Auswirkungen für die Kundschaft möglichst gering zu halten. Gleichwohl würden durch die massiven Anschläge laut LVB-Sprecher Marc Backhaus, "alle Fahrgäste bestraft".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2015

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