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24-jähriger Sebastian S. im Jasmin-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt

24-jähriger Sebastian S. im Jasmin-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht Leipzig hat Sebastian S. (24) wegen Mordes an Jasmin K. (19) zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Vorsitzende Richter, Hans Jagenlauf, machte am Freitag in der Urteilsbegründung klar: „Es ging ausschließlich um sexuelle Hintergründe.

Leipzig. “ Dieses Motiv habe Sebastian S. „mit großer und erheblicher Brutalität“ umgesetzt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die junge Frau aus Elbisbach (Kreis Leipzig) nach einem gemeinsamen Disko-Besuch heimtückisch angegriffen, missbraucht und umgebracht hat. An die Eltern gerichtet, sagte Jagenlauf: „Sie haben unser tiefstes Mitgefühl und unsere Anteilnahme. Es kann keine wie auch immer geartete Strafe geben, um den Verlust auszugleichen.“

Das Gericht folgte in den wesentlichen Punkten der Tatversion von Sebastian S. – „weil der Sachverhalt nicht zu hundert Prozent geklärt werden konnte“, hieß es. Demnach konnte auch der seit Anfang Dezember laufende Prozess nicht erhellen, wann und wo Jasmin K. genau getötet wurde. Der nun verurteilte Mörder hatte angegeben, die 19-Jährige zunächst umgebracht und sich danach sich an der Leiche seines Opfers sexuell vergangenen zu haben.

Sebastian S. hatte schon vorab erklärt, „jede Entscheidung des Gerichts“ anzunehmen und für sich selbst eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Die Eltern, die im Prozess als Nebenkläger auftraten, wollen dagegen eine Revision prüfen. „Wir werden die schriftliche Begründung abwarten und dann überlegen, ob wir das Urteil akzeptieren“, sagte die Anwältin Ina Alexandra Tust gegenüber LVZ-Online. Dabei gehe es nicht um das Strafmaß, da auch eine Revision daran nichts ändern würde – sondern: „Die Eltern möchten einfach wissen, was in dieser Nacht passiert ist, sie möchten von Sebastian S. den genauen Tatablauf wissen. Das würde ihnen sehr helfen, damit sie sich nicht immer wieder die gleichen Fragen stellen müssen“, erklärte Ina Alexandra Tust.

Zuvor hatte bereits der Vorsitzende Richter an Sebastian S. appelliert: „Nur sie wissen, wie es wirklich gewesen ist. Vielleicht können Sie dem Wunsch der Familie nachkommen. Sie sind ein Mörder und sie müssen mit dieser Schuld leben.“ Er müsse „sehr lange daran arbeiten“, um die Chance auf eine vorzeitige Haftentlassung zu bekommen, so Hans Jagenlauf. Hintergrund ist, dass bei einer lebenslangen Haftstrafe nach frühestens 15 Jahren eine entsprechende Prüfung beantragt werden kann. „Sie können nicht damit rechnen, nach 15 Jahren rauszukommen“, machte der Richter klar.

Der Verteidiger von Sebastian S., Rainer Wittner, sagte LVZ Online: „Es war ein komplizierter und umfangreicher Prozess, in dessen Ergebnis das Gericht den Aussagen meines Mandanten gefolgt ist und eine Sicherungsverwahrung abgewendet werden konnte. Sebastian S. braucht jetzt eine Therapie. Ich hoffe außerdem, dass er im Strafvollzug auch eine Berufsausbildung nachholen kann.“ Er wolle seinen Mandanten nun auch während der Haft betreuen, so Rainer Wittner, der nach der Festnahme von Sebastian S. im Juni 2014 als Pflichtverteidiger berufen worden war.

Andreas Debski

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