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Polizeiticker Leipzig 28 Fälle mit 60.000 Euro Schaden - Polizei ermittelt gegen Leipziger Betrüger
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig 28 Fälle mit 60.000 Euro Schaden - Polizei ermittelt gegen Leipziger Betrüger
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15:54 17.07.2015
Der mutmaßliche Betrüger erstattete seine Anzeigen auf verschiedenen Polizeirevieren. Auf dem Foto sind Beamte der Wache in Markkleeberg zu sehen (Symbol-/Archivbild aus 2010). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Danach kassierte er bei verschiedenen Versicherern die Schadenssummen. „Es handelt sich um einen einzigartigen Fall mit hoher krimineller Energie – über Jahre hinweg“, erklärte die Polizei am Freitag.

Sein dubioses Treiben startete der 35-jährige Tatverdächtige nach bisherigen Ermittlungen bereits 2008. Damals meldete er zwei Fahrräder als gestohlen. Schnell zahlte die Versicherung. Weiter ging es mit vorgetäuschten Einbrüchen in sein Auto und seinen Keller. Später fingierte der Mann anscheinend sogar Raubüberfälle auf seine Person. Innerhalb weniger Jahre kamen so insgesamt 28 Anzeigen zusammen.

Die Anzeigen erstattete das vermeintliche Opfer auf wechselnden Polizeirevieren. Dabei nutzte er teilweise Dokumente, die er selbst bereits Jahre zuvor als gestohlen gemeldet hatte. In der gesamten Zeit beantragte er jedoch nie einen neuen Reisepass, Führerschein oder Ausweis.

"Lügengerüst" bricht zusammen

Der Polizei fiel dennoch erst im Mai 2012 auf, dass der Mann unverhältnismäßig oft Opfer von Straftaten wird. Erste Ermittlungen begannen. Dabei bemerkten die Beamten auch, dass es immer wieder große Übereinstimmungen zwischen gestohlenen Gegenständen von anderen und den von dem Mann angezeigten Objekten gab.

Als der mutmaßliche Täter im August 2012 erneut auf eine Wache kam, um die Bescheinigung für zwei gestohlene Fahrräder abzuholen, baten ihn zwei Beamten erstmals ins Vernehmungszimmer und nahmen ihn vorläufig fest. Nach Schilderungen der Polizei soll dies der Moment gewesen sein, in dem das „gesamte Lügengerüst“ in sich zusammenbrach. Inzwischen liegen circa 60 Anzeigen gegen den Mann wegen Versicherungsbetrugs vor. Mit seiner Strategie soll er etwa 60.000 Euro ergaunert haben.

Neben den Versicherungsbetrügereien ermittelt die Polizei auch wegen der Vortäuschung von Straftaten sowie der Vortäuschung seines eigenen Bankrotts. Auch Verwandte des Mannes stehen unter Verdacht. Sie wurden von dem Mann in mehreren Fällen ebenfalls als Geschädigte angegeben.

Besonders pikant: Der ehemalige Angestellte wurde bereits 2008, kurz bevor er mit den Versicherungsbetrügereien begann, wegen Untreue und Unterschlagung von 130.000 Euro verurteilt. Derzeit befindet sich der 35-Jährige auf freiem Fuß.

Alexander Laboda

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