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28-Jähriger befürchtet Abschiebung und verschanzt sich in Dölziger Wohnung

Polizeieinsatz in Schkeuditz 28-Jähriger befürchtet Abschiebung und verschanzt sich in Dölziger Wohnung

Im Schkeuditzer Stadtteil Dölzig hat sich am Donnerstagmorgen ein Mann in seiner Wohnung verschanzt und dabei mehrere Personen in seiner Gewalt gehabt. Gegen 10.30 Uhr gab der 28-Jährige auf.

In Dölzig hat sich offenbar ein Mann in seiner Wohnung verschanzt.

Quelle: André Kempner

Leipzig/Schkeuditz. Ein 28-Jähriger hat sich am Donnerstag im Schkeuditzer Stadtteil Dölzig für Stunden in seiner Wohnung verschanzt und gedroht, einem in der Wohnung befindlichen Kind Gewalt anzutun. Wie die Polizei mitteilte, befürchtete der aus Serbien stammende Mann offenbar eine bevorstehende Abschiebung durch die Behörden. Nach zähen Verhandlungen und der Bestätigung, dass keine Abschiebung bevorstehe, gab der unbewaffnete Mann auf und ließ sich widerstandslos verhaften.

Vor dem Großeinsatz der Polizei hatten Beamte der Ermittlungseinheit „Balkan“ beim Landeskriminalamtes (LKA) versucht, den 28-Jährigen in dem Mehrfamilienhaus in der Frankenheimer Straße zu verhaften. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit einem 37-jährigen Komplizen Ende März in ein Dölziger Einfamilienhaus eingebrochen und Gegenstände im Wert von 4000 Euro gestohlen zu haben. Das LKA vermutete Teile des Diebesgutes auch in der Wohnung. Während sich der nebenan wohnende Komplize verhaften ließ, eskalierte die Situation beim 29-Jährigen.

In Dölzig verschanzte sich ein 28-Jähriger in seiner Wohnung, um sich seiner Festnahme zu entziehen. Erst nach stundenlangen Verhandlungen gab der Mann auf.

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Die Beamten klingelten mit Haftbefehl gegen sechs Uhr an seiner Wohnungstür, der Beschuldigte verwehrte allerdings den Zutritt und schlug die Tür vor ihrer Nase zu. Anschließend habe der Täter gedroht, einem ebenfalls in der Wohnung befindlichen Säugling Gewalt anzutun, sollte die Polizei in die Wohnung kommen, erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ.de.

Das LKA forderte nun Verstärkung an, mehr als 50 Beamte waren im Einsatz. „Um halb sieben wurden wir hier von vielen Polizeiwagen geweckt“, berichtet eine Anwohnerin. Seitdem war der Stadtteil im Ausnahmezustand, der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.

Mitarbeiter der Asylbehörde am Tatort

Die Polizisten versuchten, durch ein offen stehendes Fenster in der Erdgeschosswohnung Kontakt zum Täter aufzubauen. Die Gespräche verliefen zum Teil sehr emotional, so Loepki. „Es stellte sich heraus, dass der gebürtige Serbe befürchtete, er solle abgeschoben werden“, erklärte der Polizeisprecher.

Die hinzugezogene Verhandlungsgruppe des LKA ließ letztlich einen Mitarbeiter der Asylbehörde zum Tatort bringen, der dem 29-Jährigen versicherte, dass keine Abschiebung geplant sei. Um 10.25 Uhr, viereinhalb Stunden nach der ersten geplanten Verhaftung, konnte Entwarnung gegeben werden: Der 29-Jährige verließ freiwillig die Wohnung und stellte sich widerstandslos der Polizei. Zu keinem Zeitpunkt habe der Mann eine Waffe gehabt, so die Beamten. Alle zehn weiteren Personen in der Wohnung, darunter fünf Frauen und vier Kinder, blieben unverletzt.

mpu / jhz / kul

Die Polizei präzisierte am Nachmittag, dass der mutmaßliche Täter 28 und nicht 29 Jahre alt ist.

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