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33-Jähriger bestreitet vor dem Leipziger Landgericht Mordversuch an Frau

33-Jähriger bestreitet vor dem Leipziger Landgericht Mordversuch an Frau

Der wegen Mordversuchs an seiner getrennt von ihm lebenden Frau angeklagte Hassan A. (33) wies gestern am Landgericht Leipzig alle Vorwürfe zurück. Staatsanwältin Tanja Lötschert hatte ihm einen Anschlag auf die 33-Jährige am 20. April dieses Jahres in Volkmarsdorf angelastet.

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(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Das Opfer wurde dabei schwer verletzt.

Wie berichtet, soll er Marina K. (*) morgens gegen 4 Uhr gefolgt sein, nachdem sie ihre Wohnung in der Idastraße verlassen hatte, um mit dem Zug zu einem anderen Mann zu fahren. Mit einer 40 Zentimeter langen Eisenstange habe er ihr an der Konradstraße gleich mehrfach auf den Kopf geschlagen, so die Staatsanwaltschaft. Selbst als sie schon am Boden lag, habe Hassan A., von Beruf Schmied, nicht damit aufgehört. Die Anklagebehörde stützt ihre Beschuldigungen vor allem auf die Angaben der Frau.

"Ich war tatsächlich in ihrer Wohnung, weil ich auf unsere gemeinsame Tochter aufpassen sollte. Mit der Kleinen wollte ich dann in die Schwimmhalle gehen", berichtete der Angeklagte. Er habe Marina K. noch eine "gute Reise" gewünscht und sich dann zu seiner Tochter gelegt. Erst von der Polizei, die gegen 6 Uhr an die Tür klopfte, habe er von dem Übergriff erfahren. Nach Darstellung des Angeklagten war das Verhältnis zu seiner Ex-Partnerin gut, es habe "keine Gewalt" gegeben. Daraufhin konfrontierte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf den 33-Jährigen mit seinen früheren von der Polizei protokollierten Aussagen. Zitat: "Es ist normal. Ich bin ein Mann, sie ist eine Frau. Ich muss die Frau schlagen." Dazu der Angeklagte gestern: "Das habe ich nicht gesagt." Er bestritt auch einen weiteren ihm angelasteten massiven Übergriff auf die Frau. Seiner Meinung nach bezichtige sie ihn gravierender Straftaten, "weil sie das Sorgerecht für unsere jetzt sieben Jahre alte Tochter allein haben will". Bereits zweimal habe sie vor den Augen der Kleinen mit einem Messer auf ihn einstechen wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht aber vielmehr davon aus, dass Hassan A. die Frau, mit der er nach islamischem Recht die Ehe geschlossen hatte, trotz längst erfolgter Trennung weiterhin als sein Eigentum betrachtete. Der Libanese und die Armenierin hatten sich in Berlin kennengelernt und waren Anfang 2006 nach Leipzig gezogen. Im März 2013 erst hatte sie ihm von ihrem neuen Freund erzählt, den sie heiraten und zudem sie justament am Tattag, dem 20. April, fahren wollte. Marina K., Nebenklägerin im Verfahren, wird an einem der noch bis 22. November anberaumten Prozesstage gehört. Ihrer Anwältin Eve Leupold zufolge geht es ihr nicht gut. Ihre Mandantin leide seelisch noch sehr unter den Folgen der Tat. Hassan A. sitzt seit 23. April in Untersuchungshaft.

(* Name der Frau geändert)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.11.2013

Sabine Kreuz

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