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33-Jähriger nach Mordanschlag auf Ex-Frau vor Gericht

33-Jähriger nach Mordanschlag auf Ex-Frau vor Gericht

Nach dem Mordanschlag auf eine 33-jährige Frau im Frühjahr in Volkmarsdorf begann am Landgericht der Prozess gegen ihren Ex-Mann (33). Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Libanesen Hassan A.

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Angeklagter Hassan A.: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er seine Ex-Frau mit einer Eisenstange erschlagen wollte.

Quelle: André Kempner

Leipzig. versuchten Mord, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor.

Wollte er sie töten, damit sie keinen anderen Mann lieben kann? Nach dem Mordanschlag auf eine 33-jährige Frau im Frühjahr in Volkmarsdorf (die LVZ berichtete) begann gestern am Landgericht der Prozess gegen ihren Ex-Mann (33). Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Libanesen Hassan A. versuchten Mord, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor.

Beim ersten massiven Übergriff auf seine frühere Ehefrau Marina K. (*) am 16. April dieses Jahres in deren Wohnung in der Idastraße überkam ihn laut Anklageschrift im letzten Moment noch so etwas wie Reue. Nachdem sie ihm gesagt hatte, dass sie zu ihrem neuen Freund ziehen und ihn heiraten wolle, soll Hassan A. die Frau niedergeschlagen und versucht haben, sie mit einem Schal zu knebeln. "Dann verschloss er ihr mit Klebeband den Mund", schilderte Staatsanwältin Tanja Lötschert, fesselte ihre Hände vor dem Körper. Er riss ihr die Hose herunter und brüllte: "Das alles gehört mir!", so die Anklage. Er habe sie geschlagen und gedroht: "Heute bist du tot und das Kind fliegt in den Libanon!" Bis zur Bewusstlosigkeit würgte er die Frau, so Lötschert. Doch dann tat ihm der Gewaltexzess offenbar leid. Er brachte Marina K. wieder zu Bewusstsein, entschuldigte sich bei ihr und bat sie, von einer Anzeige abzusehen.

Vier Tage später soll er dann nach Überzeugung der Anklagebehörde den Entschluss gefasst haben, seine Ex-Frau zu töten. Obwohl die Trennung bereits 2011 war, sei für ihn die Heirat nach islamischem Recht weiterhin verbindlich gewesen. Seine Ex-Frau habe er deshalb als sein Eigentum angesehen, das niemand anderem gehören sollte. Als Marina K. morgens gegen 4 Uhr das Haus verließ, sei er ihr gefolgt, war laut Anklage bewaffnet mit einer 40 Zentimeter langen Eisenstange.

Im Bereich der Konradstraße habe der Libanese dann plötzlich angegriffen und Marina K. mehrmals mit der Eisenstange auf den Kopf geschlagen. "Sie schrie um ihr Leben", so Staatsanwältin Lötschert. Selbst als sie schon am Boden lag, habe der Mann nicht aufgehört. Durch ihre Schreie seien jedoch Anwohner alarmiert worden, weshalb Hassan A. von seinem Opfer abgelassen habe. Marina K. kam auf die Intensivstation, überlebte schwer verletzt. Ihr Ex-Mann wurde kurz darauf in ihrer Wohnung in der Idastraße festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Zum gestrigen Prozessauftakt äußerte sich der Angeklagte noch nicht zu den Tatvorwürfen. Die 1. Strafkammer des Landgerichts hat für den Prozess noch vier Verhandlungstermine anberaumt. Ein Urteil könnte demnach am 22. November ergehen.

(* Name der Frau geändert)

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.10.2013

Frank Döring

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