Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
72-jährige Leipzigerin wird in Bulgarien vermisst - Deutsche Botschaft ist eingeschaltet

72-jährige Leipzigerin wird in Bulgarien vermisst - Deutsche Botschaft ist eingeschaltet

Leipzig/Primorsko.Im bulgarischen Urlauberort Primorsko wird eine 72-jährige Touristin aus Leipzig vermisst. Das teilte die Familie am Donnerstag telefonisch der Leipziger Volkszeitung mit.

Voriger Artikel
Fußgänger in Leipzig-Thekla von betrunkenem Mopedfahrer erfasst – Intensivstation
Nächster Artikel
Schwerverletzt auf die Intensivstation: Moped fährt 67-Jährigen in Leipzig-Thekla an

Die vermisste Ingrid Christa Schmidt aus Leipzig.

Quelle: Andreas DöringInternet

Mittlerweile hat sich auch die deutsche Botschaft in den mysteriösen Fall an der Schwarzmeerküste eingeschaltet. Die Rentnerin war von einem Postkartenkauf nicht mehr zurückgekehrt.

Sonnenschein, Sandstrand und Meeresrauschen - es sollte der unvergessliche Traumurlaub für eine sächsische Familie werden. Doch es endete in einem Albtraum. Und er ist noch nicht vorbei. Die Schkeuditzer Familie Dzialas startete am 14. August mit ihren beiden Kindern und der Mutter vom Flughafen Leipzig aus in den Urlaub nach Primorsko an den bulgarischen Schwarzmeerstrand. Anita und Knut Dzialas, beide Zollbeamte auf dem Flughafen in Schkeuditz, freuten sich auf ein paar schöne und vor allem unbeschwerte Tage am Meer.

An ihrer Seite ist Ingrid Christa Schmidt aus Leipzig, die 72-jährige Mutter von Anita Dzialas. "Sie sollte mitkommen, um mit ihren Enkeln einen schönen Urlaub zu verleben", erklärt Knut Dzialas rückblickend. Deshalb hatte die Familie extra eine Villa gemietet.

Am zweiten Urlaubstag aber nahm das Verhängnis seinen Lauf: Die Familie beschloss, in einem Restaurant gemeinsam Abendbrot essen zu gehen.Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es das vorerst letzte Zusammensein werden würde. Denn nach dem Essen beschloss man, sich zu trennen. Anita und Knut Dzialas wollten mit den Kindern (4 und 8) noch eine kleine Runde drehen und sie dann in ihrer Unterkunft früh ins Bett bringen. Ingrid Christa Schmidt beschloss dagegen, noch Postkarten zu kaufen. Doch sie kehrte nicht mehr zurück.

Fall zieht weite Kreise

"Ich habe dann am nächsten Tag gleich früh unsere Vermieterin geweckt", erinnert sich Knut Dzialas. "Wir sind zur Polizei gefahren und haben eine Vermisstenanzeige aufgegeben." Man habe ihnen geraten, zunächst den Strand abzulaufen. Das hätten sie getan. Vergeblich. Knut Dzialas: "Der Strand ist riesengroß. Hier sind ja

500.000 Urlauber. Da kann man auch die Nadel im Heuhaufen suchen." Später setzte die Polizei eine Hundestaffel ein. Auch die hatte keinen Erfolg.

Mittlerweile zieht der Fall immer größere Kreise. Die Deutsche Botschaft in Sofia ist informiert. Für eine Stellungnahme aber war dort gestern niemand zu erreichen. Die bulgarischen Medien widmen der Angelegenheit viel Raum. Auch das Bundeskriminalamt hat sich in den Fall eingeschaltet. Ingrid Christa Schmidt aber bleibt verschwunden.

"Wir wissen nicht mehr weiter. Sie ist über eine Woche weg", sagt Dzialas verzweifelt. Sich in Primorsko zu verlaufen, sei schier unmöglich. "Wir wohnen auf einer Halbinsel, genau auf der Spitze zwischen Nord- und Südstrand." Wenn die Mutter gestürzt wäre und sich etwas gebrochen hätte, dann wäre sie sofort gefunden und zu einem Arzt gebracht worden, da sind sich die Dzialas sicher. Doch Ingrid Christa Schmidt ist auch in keinem der umliegenden Krankenhäuser. Das haben sie alles in den vergangenen Tagen schon mehrfach abgecheckt.

Angst vor einem Verbrechen

Dzialas fürchtet nun, dass seine Schwiegermutter einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. "Keine Spur, nichts. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Das gibt es doch gar nicht." Womöglich habe sie jemand entführt oder verschleppt. Die Polizei vor Ort halte sich bei Anfragen der Familie sehr bedeckt. "Sie sagen uns nichts zu den Ermittlungen. Jetzt ist Hochsaison. Wahrscheinlich will man die Leute nicht verängstigen."

Primorsko ist ein begehrtes bulgarisches Urlaubsparadies mit rund 3500 Einwohnern und liegt rund 50 Kilometer von Burgas entfernt auf einer felsigen Halbinsel. Das Meerwasser gilt als sehr sauber, wenig salzig und ist deshalb bei Touristen besonders beliebt. Ein Paradies für Schwimmer, Bootsausflügler, Taucher und auch Jetski-Fahrer. In der Nähe des Ortes, der über einen eigenen Hafen und einen kleinen Flugplatz verfügt, befindet sich ein Naturschutzgebiet.

Aber für die Dzialas ist an einen normalen Urlaub nicht mehr zu denken. "Wir gehen baden, um uns abzulenken und kümmern uns halt um die Kinder. Aber der Große weiß schon, dass da was passiert sein kann." Planmäßig sollte der Urlaub Ende August vorbei sein. Dzialas macht eine Pause und fragt dann: "Was soll ich denn jetzt nur machen?"

Roland Herold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr