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778 Einbrüche in Leipziger Wohnungen im ersten Halbjahr 2017

Tendenz aktuell rückläufig 778 Einbrüche in Leipziger Wohnungen im ersten Halbjahr 2017

Leipzig ist nicht nur Sachsens größte Stadt sondern auch die mit den meisten Wohnungseinbrüchen. Jeder dritte Raubzug in Privaträumen findet hier statt. Zuletzt waren die Zahlen aber rückläufig.

Symbolfoto
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Etwa jeder dritte sächsische Wohnungseinbruch findet in Leipzig statt. Das war auch im ersten Halbjahr 2017 so: Insgesamt wurden zwischen Januar und Juni 2017 in Sachsens größter Kommune 778 Fälle registriert, bei denen sich unbefugt Zugang zu Privaträumen verschafft wurde. Im gesamten Bereich der Polizeidirektion Leipzig, der bis ins Umland hineinreicht, zählt die aktuelle Statistik des Innenministeriums sogar 1100 Wohnungseinbrüche.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 waren das in der Messestadt 17 Einbrüche mehr, inklusive Umland stiegen die Zahlen um 49 an. Damit passt der Raum Leipzig auf den ersten Blick nicht in den positiven Trend für Sachsen, den Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Montag veröffentlicht hat. Vergrößert man die Stichprobe aber, zeigt der Trend auch für die Messestadt in die richtige Richtung.

„Nimmt man die Monate Juli und August 2017 dazu und vergleicht sie mit dem Vorjahr, ist die Zahl der Wohnungseinbrüche auch in Leipzig rückläufig“, so Ministeriumssprecher Andreas Kunze-Gubsch am Dienstag gegenüber LVZ.de. Und das sogar deutlich: Zwischen Januar und August wurden 52 Einbrüche weniger in der Stadt Leipzig registriert als noch im selben Zeitraum 2016, das ist ein Rückgang um 5,2 Prozent. Zudem ist zu bedenken: Die Messestadt wächst jährlich um etwa 12.000 Einwohner, insofern ist das Risiko, von einem Einbruch betroffen zu sein, in der Zwischenzeit noch deutlicher gesunken.

Ulbig: Erfolge dank Kooperation mit Bayern

Innenminister Ulbig machte am Montag vor allem die Ende 2016 begonnene enge Zusammenarbeit mit den Behörden in Bayern für den erfreulichen Trend bei Wohnungseinbrüchen in Sachsen verantwortlich. „Bei Einbruchsserien haben wir es nicht selten mit überregional agierenden Banden zu tun. Binnengrenzen halten die reisenden Täter nicht auf. Deshalb ist es notwendig, dass sich die Ermittlungsbehörden länderübergreifend vernetzen und effizienter gegen Einbrecher vorgehen“, sagte der Unionspolitiker in Dresden.

Sächsische und bayrische Beamte tauschen seit November Informationen und Erfahrungen aus, besuchen auch gemeinsam Fortbildungsveranstaltungen. Zudem sei die Kooperation bei der Prävention von Einbrüchen und bei der Social-Media-Arbeit verstärkt worden. Am 30. Mai fand nicht zuletzt eine gemeinsame Großkontrolle von Polizeipräsidium Oberfranken und der Polizeidirektion Zwickau statt, bei der 50 Fahrzeuge und 250 Personen kontrolliert wurden, hieß es.

Künftig wollen die Behörden in Bayern und Sachsen ihre Zusammenarbeit mit Kollegen auf tschechischer Seite noch weiter ausbauen und auch bei der Gesetzeslage nachbessern. Ulbig und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordern, dass bei Verdächtigen von Wohnungseinbrüchen auch Telefone überwacht werden können: „Wir brauchen bundesweit eine höhere Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen. Dafür ist es notwendig, die Telekommunikation von Verdächtigen unter gewissen Voraussetzungen abhören zu können – hier hat die SPD bislang blockiert“, sagte Herrmann am Montag.

Die sächsischen Linken monierten am Montag, dass Halbjahreszahlen zu Wohnungseinbrüchen wenig aussagekräftig seien. „Denn die Zahl der offenen Vorgänge liegt nach wie vor auf einem hohen Niveau – darin finden sich auch Wohnungseinbrüche, die von der Kriminalstatistik noch gar nicht erfasst sein können“, sagte der Innenexperte der Landtagsfraktion, Enrico Stange, und verwies auf entsprechende Anfragen. „Deshalb lässt sich daraus nicht auf eine Trendwende schließen.“ Stange warf Ulbig und Herrmann vor, aufgrund des Bundestagswahlkampfes „Jubelmeldungen“ zu verbreiten. (mit dpa)

Von Matthias Puppe

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