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„80 Minuten völlig entspannt“: Unnötige Zwischenfälle bei Lok gegen Chemie Leipzig

„80 Minuten völlig entspannt“: Unnötige Zwischenfälle bei Lok gegen Chemie Leipzig

Das traditionelle Leipziger Stadtderby zwischen 1. FC Lok und Chemie Leipzig am Mittwochabend in Probstheida ist weitgehend friedlich verlaufen.

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Die Chemie-Fans (links) und Lok-Anhänger lieferten sich verbale Duelle im Stadion.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Wie die Polizei am Donnerstag erklärte, blieben die befürchteten Ausschreitungen zwar aus. Allerdings gab es im direkten Vorfeld der Partie und im Stadion unnötige Zwischenfälle, die den sonst entspannten Fußballabend trüben. Auch hielten sich einige Anhänger nicht an Absprachen, die beide Vereine im Vorfeld getroffen hatten.

Vor dem von 1444 Zuschauern gesäumten Siebtliga-Kick waren die gut 300 Gäste-Anhänger aus Leipzig-Leutzsch mit einem Fanmarsch zum Bruno-Plache-Stadion in Probstheida gezogen. „Das war eine richtig angenehme Geschichte, mit viel Fußballinhalt, so wie man sich einen Fanmarsch vorstellt“, sagte Thomas Kretschmar, Leiter des Polizeireviers Südost, am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. Weniger angenehm verlief die Anreise für zwei Chemiefans, die schon am Nachmittag in der Dantestraße in Leipzig-Möckern von vier bis sechs Personen angegriffen und verletzt wurden. „Die Täter flüchteten, aber aufgrund von Beschreibungen konnten wir später am Stadion ein Fahrzeug stellen – das mit Lok-Fanklientel besetzt war“, so Kretschmar weiter.

Im Stadion selbst lieferten sich die Ultra-Gruppen beider Lager bis zur 80. Minute verbale Auseinandersetzungen, in denen mehrfach auch Bezug auf den brutalen Überfall auf Chemie-Fans am Samstagabend am Gördelerring genommen wurde. „Im Block von Lok Leipzig waren einige dabei, die da sonst nicht sind“, so Polizeiführer Kretschmar, der anfügte: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren das auch die Täter vom Samstag“. Die Polizei habe deshalb umfangreiche Videoaufnahmen vom Fanblock erstellen lassen.

Lok-Fans springen in den Innenraum – Chemiker attackieren Ordner

Als in der 81. Minute der Führungstreffer für Lok fiel, übersprangen zwei der Blau-Gelben den Begrenzungszaun und wollten in den Innenraum, so Kretschmar. Die Polizei konnte das verhindern, marschierte vor dem Fanblock auf, nahm die beiden Anhänger fest – denen nun ein Stadionverbot droht. „Aber auch die Reaktion der Chemiker war nicht besser, es wurde Raubgut gezeigt und Ordner massiv angegriffen, die das rausnehmen wollten“, so der Polizeiführer. Seinen Angaben zufolge präsentierten die Chemie-Fans entgegen der Absprachen im Vorfeld eine kürzlich entwendete Lok-Fahne aus Gohlis, einen Lok-Schal und einen Fan-Schal des Halleschen FC. Die Polizei schritt auch hier ein und ließ die Ordner aus dem Block holen.

Nach Abpfiff der Partie mussten die Gästefans im Stadion verharren, da von allen 297 Grün-Weißen Personalien aufgenommen wurden. Gegen vier Leutzscher wird jetzt wegen Körperverletzung ermittelt. Der anschließende Fanmarsch zurück in Richtung Connewitz wurde untersagt, allerdings konnten sich die Leutzscher sammeln und gemeinsam nach Hause laufen.

Stopp beim Abmarsch – Polizeiführer: „20 Idioten reichen aus“

Weil sie auf der Zwickauer Straße auch auf der Fahrbahn liefen und es laut Kretschmar fast zu Zusammenstößen mit entgegenkommenden Autos gekommen wäre, ließ die Polizei den Zug noch einmal stoppen. Nach intensiven Gesprächen mit dem Fanmarsch-Anmelder wichen die Grün-Weißen auf den Fußweg aus, marschierten geschlossen bis zum Connewitzer Kreuz. „Dort verstreute sich der Haufen in wenigen Minuten in alle Richtungen“, so Kretschmar weiter.

Noch am Tag danach, war beim zuständigen Polizeirevierleiter Enttäuschung über die eigentlich unnötigen Ereignisse nach dem Führungstreffer zu spüren. „Ich war schon bei vielen Spielen im Stadion und habe dort selten erlebt, dass Gästefans so gut gesungen und ihr Team unterstützt haben. 80 Minuten lang war das ein sehr entspannter Fußballabend. Aber 20 Idioten reichen aus, um das kaputt zu machen“, so Thomas Kretschmar gegenüber LVZ-Online.

Matthias Puppe

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