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Acht­kläss­le­rin geht in Leipzig mit Messer auf Mitschülerin los

Angriff im Klassenzimmer Acht­kläss­le­rin geht in Leipzig mit Messer auf Mitschülerin los

In der Oberschule in Wiederitzsch ist am Dienstagmorgen eine Schülerin von einer anderen Schülerin mit einem Messer angegriffen worden. Ob die Täterin einem Haftrichter vorgeführt wird, soll am Mittwoch entschieden werden. Über Nacht bleibe das Mädchen in Gewahrsam, teilte die Polizei mit.

Polizisten sichern den Tatort in der Wiederitzscher Straße Zur Schule 11.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. In der Oberschule in Leipzig-Wiederitzsch ist am Dienstagmorgen eine 13-jährige Schülerin von einer Klassenkameradin mit einem Messer angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich die Attacke in einer achten Klasse gegen 9 Uhr kurz vor Beginn der zweiten Unterrichtsstunde.

Die eigentlich krankgeschriebene, 14-jährige Täterin soll überraschend zum Englischunterricht erschienen sein. „Das Mädchen stellte ihre Tasche an ihrem Tisch ab, zog dann ein Messer heraus und ging direkt auf die Mitschülerin los“, sagte Behördensprecherin Maria Braunsdorf gegenüber LVZ.de. Das angegriffene Mädchen wurde oberflächlich durch Messerstiche verletzt.

Alle anderen Schüler reagierten verstört, sprangen teilweise aus dem Fenster des Klassenraums im Erdgeschoss. Weitere Verletzte gab es nicht. Anschließend soll sich die junge Täterin in eine Toilette geflüchtet und dort verbarrikadiert haben. „Das Mädchen konnte später von der Polizei in Gewahrsam genommen werden“, sagte die Sprecherin weiter. Sie blieb unverletzt.

Die attackierte 13-Jährige wurde noch vor Ort von einem Notarzt behandelt und anschließend mit einer Schulterverletzung in ein Krankenhaus gebracht. Nach bisherigem Kenntnisstand hat sie keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten. Alle anderen Schüler werden von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut, hieß es. Die Eltern wurden informiert und konnten ihre Kinder am Vormittag abholen.

Die Polizei vermutet ein persönliches Motiv für die Tat. Gesicherte Erkenntnisse dazu gebe es jedoch noch nicht.  „Ein Amoklauf kann bisher ausgeschlossen werden“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Abhängig vom psychischen Zustand der 14-Jährigen soll das Mädchen zeitnah vernommen werden. Auch die anderen Schüler sowie das Opfer sollen befragt werden, hieß es.

Die tatverdächtige 14-Jährige bleibe über Nacht in Polizeigewahrsam, hieß es am Abend. Die Staatsanwaltschaft will am Mittwoch entscheiden, ob das Mädchen dem Haftrichter vorgeführt wird, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Mittwoch soll es in der Oberschule zunächst keinen regulären Unterricht geben. Stattdessen sei Zeit für Gespräche und Betreuung eingeplant, sagte Roman Schulz vom Leipziger Regionalschulamt. «Erfahrungsgemäß stehen Schüler nach einem solchen Vorfall so unter Strom, dass sich Ängste und Gesprächsbedarf erst in den folgenden Tagen zeigen», sagte er. Daher stünden mehrere Schulpsychologen und Experten der Bundespolizei für die Schüler und Lehrer bereit.

Mögliche schulische Konsequenzen für die 14-Jährige, etwa ein Schulwechsel oder ein Verweis, seien zunächst kein Thema, sagte Schulz. «Dafür ist es noch zu früh. Wir müssen erst abwarten, was die Ermittlungen ergeben.»

Matthias Puppe/LVZ/DK

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