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Ätzende Mangos in Leipzig: Kaufland ruft Lieferung zurück

Ätzende Mangos in Leipzig: Kaufland ruft Lieferung zurück

Nach dem Auftauchen kontaminierter Mangos in Großzschocher hat die betroffene Kaufland-Kette überregional eine Rückrufaktion gestartet. In Leipzig kontrollierte das Lebensmittelaufsichtsamt, dass sämtliche Früchte derselben Charge, die womöglich alle mit einer ätzenden Substanz belastet sind, aus den Supermärkten verschwinden.

Leipzig. Der Fall ist auch Tage später noch reichlich mysteriös: Eine Verkäuferin des Supermarkts in der Anton-Zickmantel-Straße hatte am Dienstag schwere Verätzungen an beiden Händen erlitten, als sie Mangos mit Wasser reinigen wollte. Ausgelöst wurde die verhängnisvolle chemische Reaktion durch eine braune Substanz, die auf den Früchten angetrocknet war.

"Bislang ist nicht bekannt, um welche Substanz es sich handelt", teilte Frank Stephan, Abteilungsleiter beim Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt (VLA), auf Anfrage mit. Vergleichbare Fälle gebe es nicht. Auch die Arbeitsschutz-Experten der Landesdirektion Dresden wirkten überrascht. "Es ist der erste Fall dieser Art", so Sprecher Holm Felber.

Die vom VLA entnommenen Verdachtsproben - Mango und Karton als Verpackungsmaterial - seien zur Analyse und gutachterlichen Stellungnahme an die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen weitergeleitet worden, erklärte Stephan. "Momentan ist nicht absehbar, wann Untersuchungsergebnisse vorliegen werden." Dass Pflanzen oder Früchte den ätzenden Stoff selbst absonderten, schlossen Experten aus.

Allein Kaufland in Großzschocher wurde laut VLA mit zwölf Kartons Mangos beliefert. Die Früchte seien nicht direkt aus Nigeria gekommen, sondern von einem Zentrallager außerhalb Leipzigs. Der Weg der Mangos ist durch Lieferdokumente nachvollziehbar. Allerdings gelangten sie wohl noch nicht in die Regale, sondern blieben in den Lagern. Sicherheitshalber habe Kaufland überregional die komplette Charge vom Markt genommen, so Stephan.

Laut Kaufland stammen die Früchte aus Nikaragua. Sie seien mit Permanganat verunreinigt, teilte das Unternehmen mit.  Mangos mit dieser Belastungung weisen allerdings eine lila Verfärbung auf und nicht wie von der Leipziger Polizei mitgeteilt, eine braune.

Für Leipzig gab er am Mittwoch Entwarnung: Der Rückruf sei bei allen Kaufland-Märkten umgesetzt worden. Das Unternehmen werde nun die gesamte Lieferung vernichten und zudem Proben für ergänzende Untersuchungen entnehmen. Dem VLA liegen bislang keine Informationen vor, wonach weitere Waren mit der ätzenden Flüssigkeit kontaminiert sind.

Kundschaft kam mit den belasteten Früchten wohl nicht in Kontakt. "Reklamationen oder Verbraucherhinweise wurden dem VLA nicht bekannt", so Stephan. Die Verunsicherung ist dennoch groß. "Wenn die Verkäuferin die Mangos nicht vorher mit Wasser geputzt hätte, wäre das doch gar nicht aufgefallen und man hätte das Zeug zu Hause gehabt", meinte etwa Bianca D. (42) besorgt.

Frank Döring

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