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Alarm an International School Leipzig per Telefoncode ausgelöst – Polizei sucht Anrufer

Alarm an International School Leipzig per Telefoncode ausgelöst – Polizei sucht Anrufer

Nach dem Alarmruf aus der International School im Leipziger Stadtteil Schleußig läuft der Unterricht am Donnerstag seit 9 Uhr wieder planmäßig. „In der ersten Stunde wurde in den Klassen noch einmal über die Erlebnisse gesprochen“, sagte Schulleiter Roel Scheepens auf Anfrage von LVZ-Online.

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Alarm in der International School

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die meisten Schüler wollten laut Scheepens schon nach 20 Minuten wieder zum normalen Unterrichtsstoff übergehen. Bei Bedarf ständen die Beratungslehrer aber weiter für Gespräche zur Verfügung. „Ich glaube schon, dass einige Kinder nach dem Tag noch schlecht schlafen werden“, so der Schulleiter.

Ein Alarmruf hatte am Mittwoch einen Großeinsatz von Polizei- und Rettungskräften in der Einrichtung an der Könneritzstraße ausgelöst. Befürchtungen der Beamten, es habe einen Amoklauf oder eine Geiselnahme gegeben, bestätigten sich aber nicht. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) hatte bis zum Abend die Schule vom Keller bis zum Dachboden durchsucht.

Die Polizei beschäftigt sich nun mit der Frage, wer den Alarm in der Schule ausgelöst hat. „Ergebnisse haben wir noch nicht, die Ermittlungen laufen“, sagte Behördensprecherin Uta Barthel.

Nach Aussagen von Scheepens ist in der Schule für den Notfall ein Code bekannt. „Bei uns läuft die Alarmierung über ein Telefon. Damit ruft man eine bestimmte Nummer an und muss dann den Code eingeben“, sagte der aus den Niederlanden stammende Schulleiter. So werde im Gebäude ein Warnton und die Durchsage „Security Lockdown“ ausgelöst. Die Zahlenkombination sei dem gesamten Kollegium bekannt.

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Schulleiter Roel Scheepens

Quelle: André Kempner

„Wir können derzeit aber nicht ausschließen, dass er in falsche Hände gelangt ist“, so Scheepens. Der Code sei inzwischen geändert worden. Am Mittwochabend hatte die Polizei auch einen technischen Defekt als mögliche Ursache für den Alarm genannt.

 

Jetzt steht aber fest: Die Beamten wurden durch eine Lehrerin informiert. „Sie hat nach dem Alarm den Notruf 110 auf ihrem Handy gewählt“, bestätigte Polizeisprecher Uwe Voigt. Eine direkte Verbindung wird beim Eintippen des Alarmcodes ins Schultelefon nicht zur Polizei hergestellt.

Schüler und Lehrer haben nach Ansicht Scheepens und auch der Polizei vorbildlich reagiert. Die Pädagogen hätten die Türen von innen verschlossen. Kinder berichteten, dass sie sich unter die Tische gesetzt und dann ruhig verhalten hätten. In der International School sei der Ernstfall in diesem Jahr schon zwei Mal geprobt worden.

Eltern wurden am Mittwoch nach dem Alarm nicht gesondert durch Schule und Polizei informiert. „Wir haben noch keine SMS-Automatik für solche Fälle“, sagte Scheepens. Viele Eltern seien am Nachmittag ohnehin in die Schule gekommen, um ihre Kinder abzuholen. Vor Ort seien sie dann direkt von den Beamten informiert worden. Die Polizei hat noch am Abend einen Elternbrief mit den Informationen des Tages verschickt.

Nach den Amokläufen in Erfurt und Winnenden haben die Leipziger Bildungsagentur und die Polizei in den vergangen Jahren gemeinsam Lehrer für das Konflikt- und Krisenmanagment geschult. „Profiler haben am Beispiel Erfurt dafür extra einen Lehrfilm zusammengestellt“, berichtete Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur. Darin werden Szenen des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium mit 17 Toten aus dem Jahr 2002 nachgestellt. „Die Unterstützung der Polizei ist ganz hervorragend gewesen“, merkte Schulz an.

Wichtig sei es, so der Sprecher, dass Türen im Konfliktfall von innen verschlossen und nach Möglichkeit mit Möbeln verstellt werden. „Personen sollten sich außerdem nicht am Fenster zeigen und sich in einen Winkel des Klassenraums legen, um sich bei Schüssen vor umher fliegenden Projektilen zu schützen“, erklärte der Sprecher. Die Schulen hätten inzwischen Notfallpläne erstellt und Gebäudeskizzen bei der Polizei hinterlegt. Für die Einsatzkräfte sei wichtig, genau über Sackgassen in den Hausfluren oder die Lage von Chemiekabinetten mit explosiven Stoffen informiert zu sein.

Die Abläufe am Mittwoch hätten deshalb perfekt nach Vorschrift geklappt, schätzte Scheepens ein. Die kostenpflichtige Leipzig International School gibt es seit 1992. Sie ist in freier Trägerschaft und unterrichtet nach Stadtangaben mehr als 500 Schüler aus 40 Nationen in englischer Sprache.

Matthias Roth

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