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Alarm in der International School Leipzig – Polizei schließt Amoklauf in Schleußig aus

Alarm in der International School Leipzig – Polizei schließt Amoklauf in Schleußig aus

Ein Großaufgebot der Polizei hat am Mittwochnachmittag die International School in der Könneritzstraße abgesperrt und durchsucht. Gegen 15.40 Uhr war ein so genannter „technischer Alarm“ ausgelöst worden.

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Nach einem technischen Alarm durchsuchte ein Sondereinsatzkommando der Polizei am Mittwoch die International School Leipzig in der Könneritzstraße.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Erste Meldungen, wonach es sich um einen Amoklauf gehandelt haben könnte, haben sich nicht bestätigt. Die genaue Ursache für den Alarm ist aber bislang unklar.

Ein Sondereinsatzkommando durchsuchte das Schulgebäude in Schleußig Etage für Etage. Notfallpläne sehen vor, dass sich die Schüler bei einem solchen Alarm in den Klassenräumen einschließen. Kurz nach 18 Uhr hatten alle 200 Kinder, Jugendliche und Lehrer, die am Nachmittag in dem Gebäude waren, das Schulhaus unverletzt verlassen. Bis zum frühen Abend wurden auch ein zur International School gehörender Kindergarten und eine angrenzende Sporthalle durchsucht.

Ein Kriseninterventionsteam aus Ärzten und Psychologen betreute Schüler und Eltern. Renata Bocajt wollte am Mittwoch ihre zehnjährige Tochter Leonie von der Schule abholen. „Als ich die vielen Polizeifahrzeuge gesehen habe, dachte ich erst, es ist eine Übung“, sagte die Slowenin. „Als ich in die Schule kam, war alles sehr ruhig.“ Die Eltern, die sich gegenseitig über Handys informiert hätten, seien dann in einen Raum gebracht worden, wo sie abwarten sollten. „Einigen ist es schlecht geworden und sie sind umgekippt“, berichtet Renata Bocajt. Sie selbst habe auf dem Heimweg noch weiche Knie gehabt.

Etwas beruhigter war am Abend Marius Grundmann, der sich aber Sorgen um seine beiden Töchter machte: „Mein erster Gedanke war: Hauptsache die Kinder kommen raus.“ Die kleine Sophia aus der vierten Klasse hatte noch immer Tränen in den Augen, während ihre Schwester Isabella (erste Klasse) berichtete, dass die Schüler unter die Tische kriechen mussten. „Wir sollten ganz ruhig sein. Viele haben geweint und hatten Angst“, berichtete das Mädchen.

Wie der Alarm ausgelöst wurde, ist nach Polizeiangaben noch nicht geklärt. Gegen 18.30 Uhr stand aber fest, dass es weder eine Geiselnahme noch einen Amoklauf gegeben hat. Sprecherin Anke Fittkau sagte: „In den nächsten Tagen muss noch geprüft werden, wer den Alarm ausgelöst hat und warum.“ Es sei aber davon auszugehen, dass es sich nicht um eine automatische Meldung handelte, sondern eine Person beteiligt gewesen sein muss. Der „technische Alarm“ könne gleichermaßen bei Amokdrohungen oder auch technischen Defekten ausgelöst werden.  

Nach dem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium 2002 in Erfurt war ein Notfallkonzept erarbeitet worden, dass auch am Mittwoch zur Anwendung kam. Schüler, Eltern, Lehrer und Einsatzkräfte wüssten dadurch, wie sie sich verhalten sollen. Das Einschließen in den Klassenräumen und die Information der Eltern per Telefon seien Teil davon, hieß es bei der Polizei.

Die Könneritzstraße war bis zum Mittwochabend für den Verkehr gesperrt, die Nebenstraßen waren mit Autos verstopft. Zahlreiche Schaulustige und Kamerateams waren zur International School gekommen.

Laut Internetseite der internationalen Schule besuchen knapp 700 Schüler aus 50 Ländern die Bildungseinrichtung.

maf/dk/mro

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