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Angeklagter gesteht Brandstiftung in Leipzig-Wahren: "Ich habe die Hütte angezündet"

Angeklagter gesteht Brandstiftung in Leipzig-Wahren: "Ich habe die Hütte angezündet"

Er hat alles gestanden: Nach dem verheerenden Brandanschlag auf das Holzlager der Verpackungsfirma Oehler in der Wahrener Pittlerstraße packte Ex-Mitarbeiter Maik V.

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März 2014: Kripo-Experten ermitteln in den verkohlten Trümmern des Holzlagers an der Pittlerstraße. Hier entstand mehr als eine halbe Million Euro Schaden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. (35) am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht aus. Sein Motiv für die Wahnsinnstat: Rache für eine zuvor erhaltene Kündigung..

Bisher hatte der Angeklagte die Tat abgestritten, lediglich den misslungenen Versuch einer Brandstiftung eingeräumt. Die 5. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl garantierte ihm am Dienstag allerdings für ein glaubhaftes Geständnis ein geringeres Strafmaß - Haft zwischen viereinhalb Jahren und fünf Jahren, drei Monaten.

Oberstaatsanwältin Claudia Laube versuchte es beim Angeklagten überdies mit einer robusten Ermunterung: "Das Einzige, was Sie retten kann vor einer empfindlichen Strafe, ist, die Hosen runterzulassen." Nach einer Pause erklärte Verteidiger Matthias Luderer für seinen Mandanten: "Die Anklage ist vom Grundsatz her korrekt. Er wollte Schaden anrichten, aber nicht alles vernichten."

Die Staatsanwaltschaft wirft Maik V. Brandstiftung in zwei Fällen und versuchte Brandstiftung vor. Laut Anklageschrift warf er am Abend des 22. März dieses Jahres zunächst zwei Feuerwerksraketen in die Werkhalle seines früheren Betriebs, die jedoch erloschen, und fackelte dann mit einem Feuerring das angrenzende Holzlager ab. Mehr als eine halbe Million Euro Schaden war am Ende zu beklagen.

Seit November 2013 war Maik V. bei der Verpackungsfirma angestellt. Am 25. Februar flatterte ihm die Kündigung zum 31. März ins Haus, wohl als Folge seines Alkoholkonsums. Am Tattag trank er nach eigenen Angaben mindestens zehn Flaschen Bier und eine größere Menge Eierlikör. Dann verließ er plötzlich ein Trinkgelage mit Kumpels in Grünau. "Wir haben über die Arbeit gesprochen, da legte es bei mir einen Schalter um", erinnerte sich Maik V.

Um 21.52 Uhr ließ er sich mit dem Taxi in die Nähe des Tatorts fahren und bat den Fahrer zu warten. Chauffeur Dietmar H. (45) wunderte sich über ungefähr 75 Euro Trinkgeld, stellte aber keine Fragen. Zwischen 22.14 und 22.35 Uhr war Mario V. verschwunden, ließ sich nach der Tat in die Innenstadt bringen. Dort flog er aus einem Lokal raus und torkelte in der Petersstraße einer Polizeistreife vor das Auto. Zuvor soll er laut Akte noch einen Freund angerufen haben: "Ich hab's gemacht, ich habe die Hütte angezündet."

Dabei hatte die Schwester des Angeklagten, eine Sachbearbeiterin bei der Polizeidirektion, noch bis zuletzt versucht, eine Katastrophe zu verhindern. Doch es war schon zu spät. Gegen 22.45 Uhr sei ihre Mutter zu ihr gekommen, so Petra T. (46), weil Maik per Telefon mit einer Brandstiftung gedroht hatte. "Ich habe dann beim zuständigen Polizeirevier angerufen, nachdem ich meinen Bruder auf dem Handy nicht erreichen konnte", berichtete die Frau vor Gericht. Wenig später legten meterhohe Flammen auf über 1500 Quadratmetern des Betriebsgeländes alles in Schutt und Asche.

Brandstiftung als Vergeltungsmaßnahme - das ist kein Einzelfall in Leipzig. Erst voriges Jahr hatte der Ex-Mitarbeiter einer Pizzeria-Kette aus Rache für eine Kündigung Feuer im Wohnhaus seiner beiden Chefs in Connewitz gelegt, war dafür zu acht Jahren Haft verurteilt worden (die LVZ berichtete).

Der Prozess gegen Maik V. wird am 8. September fortgesetzt, ein Urteil für Ende September erwartet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2014

Frank Döring

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