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Angeklagter gibt Auskunft: Wie viel verdient ein Dealer?

Prozess in Leipzig Angeklagter gibt Auskunft: Wie viel verdient ein Dealer?

Wegen bewaffneten Drogenhandels muss sich ein 47 Jahre alter Angeklagter seit Donnerstag vor dem Landgericht Leipzig verantworten. In seinem Geständnis gab er Auskunft darüber, wie viel er als Dealer auf dem Schwarzmarkt verdient hat.

Die Droge Crystal – Angeklagter gesteht Handel am Landgericht Leipzig.

Quelle: dapd

Leipzig. Was er kaufte, verkaufte er meistens für das Doppelte des Schwarzmarktpreises. Bereitwillig gab Yusuf P. (47), der sich seit Donnerstag wegen bewaffneten Betäubungsmittelhandels und Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten musste, Auskunft zu den im vorigen Jahr üblichen Preisen für verschiedene Drogen in Leipzig.

Bei einer Kontrolle war der Angeklagte am 24. Oktober 2016 im Leipziger Osten mit rund 80 Gramm der gefährlichen Mode-Droge Crystal erwischt worden. Seinem Geständnis zufolge hatte er als Dealer den Stoff für 2400 Euro bei einem Lieferanten gekauft, also 30 Euro je Gramm bezahlt. Verkauft hat er das Gramm dann jedoch für 70 Euro. Dass er griff- und einsatzbereit ein Messer bei sich hatte, kommt strafverschärfend hinzu. Zudem hatten Beamte bei der Überprüfung des bereits polizeibekannten Mannes in der Bernhardstraße noch 2250 Euro Drogengeld sowie andere Betäubungsmittel entdeckt – so Marihuana, das er für fünf Euro je Gramm erhielt und für das Doppelte vertickte. Kokain erwarb er für 50 Euro, wurde es aber für 80 Euro los. Heroin wiederum kaufte er für 40 Euro und verkaufte es weiter für 80 Euro.

Bereits im Juli 2016 war der wegen Drogenhandels vorbestrafte Yusuf P. wegen verdächtigen Verhaltens in der Hildegardstraße kontrolliert worden. Und tatsächlich: Der gebürtige Türke, der seit 1995 in Leipzig lebt, hatte Heroin in einem Überraschungsei versteckt. Laut seinem Geständnis dealte er, weil er seit 2013 selbst abhängig war. Inzwischen will der Gartenbauhelfer eine Therapie machen. Gegenüber einem Beamten im Zentralen Polizeigewahrsam sagte er: „Ich möchte ein ehrlicher Mensch werden.“

Allerdings: Zu den Körperverletzungen, die ihm Staatsanwältin Grit Weise außerdem vorwarf, blieb er zunächst schweigsam. An drei Tagen zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 soll er drei Frauen gepackt und misshandelt haben. Offenbar handelte es sich um Bekannte aus der Drogenszene, mit denen er in Streit geraten war. Eine Frau hatte er gefragt: „Soll ich dich umbringen?“ Er hatte sie verdächtigt, seine Geldbörse gestohlen zu haben. Bis zum 11. Mai will die 5. Strafkammer noch an drei weiteren Tagen verhandeln.

Von Sabine Kreuz

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