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Angst vor Dealern: Leipziger Opernmitarbeiter fürchten Übergriffe

Vorlage im Stadtrat Angst vor Dealern: Leipziger Opernmitarbeiter fürchten Übergriffe

Mitarbeiter der Leipziger Oper fühlen sich mehr und mehr von der immer aggressiver auftretenden Drogenszene im Umfeld des Schwanenteichs bedroht. CDU-Stadträtin Sabine Heymann hat deshalb zur nächsten Ratssitzung eine Vorlage eingebracht.

Dunkler Weg durch den Park am Schwanenteich hinter der Oper in Leipzig.
 

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Jedes Mal auf dem Heimweg von der Arbeit ist da dieses Unbehagen und diese Angst: Mitarbeiter der Leipziger Oper fühlen sich mehr und mehr von der immer aggressiver auftretenden Drogenszene im Umfeld des Schwanenteichs bedroht. CDU-Stadträtin Sabine Heymann hat deshalb zur nächsten Ratssitzung am 31. Januar ein Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt. „Es darf nicht sein, dass wir unseren öffentlichen Raum an andere verlieren“, sagte sie gegenüber der LVZ. „Man soll sich unbehelligt und sorgenfrei in der Stadt bewegen können.“

Schon seit Jahren sitzt die Polizei mit ihrer Ermittlungsgruppe Bahnhof-Zentrum den Dealern und deren Kundschaft im Nacken. Doch trotz zahlreicher Razzien hat sich das kriminelle Milieu fest in dem Bereich zwischen Hauptbahnhof, Bürgermeister-Müller-Park und Schwanenteich eingenistet. Die Folgen bekommt nun ausgerechnet eines der ganz großen kulturellen Renommierobjekte der Stadt zu spüren. Denn die Szene nimmt offenbar immer bedrohlichere Ausmaße an.

„Auch das Umfeld der benachbarten Ringbebauung ist mittlerweile Treffpunkt und Umschlagplatz der teilweise gewaltbereiten Drogenszene“, schilderte Heymann die Erfahrungen der Opernmitarbeiter. „War es bisher üblich, dass man die Szenerie zwar beobachten musste aber als Nichtkunde nicht behelligt wurde, muss man nun seit geraumer Zeit eine andere Entwicklung konstatieren: Im besten Falle wird man angesprochen, ob man Drogen haben will und im aktuell häufigsten und damit auch schlechtesten Falle wird man angepöbelt und körperlich provoziert, mindestens die Laufrichtung zu ändern.“

Schwerpunkt sei der Durchgang vom Ring zur Schützenstraße in Verlängerung zur Fußgängerampel. „Die Angestellten, die zu einem großen Teil im Grafischen Viertel wohnen und zu Fuß unterwegs sind, nutzen normalerweise diesen Weg“, so die Stadträtin. „Nunmehr sind sie gezwungen, für den Abenddienst auch kurze Wege mit dem Auto zurückzulegen oder Umwege in Kauf zu nehmen, da sie tatsächlich Angst haben.“ Vor allem die Frauen meiden laut Heymann die Strecke, fahren aus Sicherheitsgründen mit dem Auto oder gehen lieber einen weiten Umweg um den gesamten Block herum, bis zur Hauptpost. „Sie haben Angst vor körperlichen Übergriffen“, berichtet die CDU-Politikerin. „Und manche der Männer haben Sorge, dass sie eines Tages nicht mehr nur zur Seite treten können, sondern in Handgreiflichkeiten verwickelt werden. Einige wollen sich nicht immer wieder anrempeln lassen, sondern irgendwie darauf reagieren.“ Doch gerade das birgt die Gefahr einer Eskalation, die auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Denn der Hotspot der Drogenszene war in den vergangenen Jahren auch immer häufiger Schauplatz von Gewalttaten. Ende März 2017 verletzte ein Libanese (29) an der Goethestraße einen 25-Jährigen mit einem Messer am Rücken, im Dezember 2015 stach ein Tunesier (27) einen Marokkaner (29) nieder und tötete ihn beinahe.

Heymann wies zudem darauf hin, dass auch viele Opernbesucher den Durchgang nutzen, weil sie ihr Auto im Umfeld der Querstraße parken. „Sie werden sicher ähnliche negative Erlebnisse haben. Für manche Auswärtige kann dies dann Anlass sein, dass dies der letzte Besuch war.“ Im Namen der Opernmitarbeiter hat sie nun zur nächsten Stadtratssitzung eine Reihe von Fragen an den OBM gestellt. Unter anderem fragt Heymann, ob insbesondere zum Dienst- und Vorstellungsende an der Oper zwischen 22 und 23 Uhr die Kontrollen der Polizei an dieser Stelle verstärkt werden könnten: „Einfach mal eine Zeit lang dort den Druck erhöhen, das muss ja nicht für immer sein.“

Von Frank Döring

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