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Anklage gegen Fahrer – nicht auf Standsicherheit geachtet

Tödlicher Kranunfall in Leipzig-Gohlis Anklage gegen Fahrer – nicht auf Standsicherheit geachtet

Bei tragischen Kranunfällen auf Leipziger Baustellen sind 2014 und 2015 zwei Arbeiter ums Leben gekommen. Im Fall des im Ortsteil Gohlis am 22. Oktober 2014 umgestürzten Mobilkranes klagte die Staatsanwaltschaft einen Fahrer (54) aus dem Erzgebirgskreis wegen fahrlässiger Tötung an. Zum Unglück von 2015 laufen noch Ermittlungen.

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Der umstürzende Kran erschlug einen Bauarbeiter in Gohlis.

Quelle: Foto: André Kempner

Leipzig. Nach einem Kranunfall mit tödlichem Ausgang am 22. Oktober 2014 in Leipzig-Gohlis hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Fahrer erhoben. Sie wirft dem 54 Jahre alten Mann aus dem Erzgebirgskreis fahrlässige Tötung und fahrlässige Baugefährdung vor, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz gestern auf Anfrage. Der Fahrer hatte den Mobilkran auf unbefestigtem Grund neben einem im Bau befindlichen Haus an der Hans-Oster-Straße aufgestellt. Das Fahrzeug kippte jedoch zur Seite, so dass der Kranarm einen auf dem Gebäude arbeitenden 56 Jahre alten Mann aus dem Raum Leipzig traf und tödlich verletzte. Laut Anklage soll der Kranfahrer bei der Auswahl des Ortes fahrlässig nicht auf ausreichende Standortsicherheit geachtet haben. Der Boden sei damals durch Regen aufgeweicht gewesen, so Schulz. Zudem habe der Fahrer unter den Stütztellern keine weiteren oberflächenvergrößernden Platten verwendet, obwohl dies aus technischer Sicht und aufgrund der Gegebenheiten vor Ort geboten gewesen wäre. Das für den Fall zuständige Amtsgericht Leipzig hat den Angaben zufolge noch keinen Prozess-Termin anberaumt.

Die Ermittlungen zu einem weiteren tödlichen Kranunfall in der Leipziger Innenstadt dauern indes noch an. Am 26. April 2015 war in der Nikolaistraße ein Autokran umgestürzt. Dabei wurde ein 53 Jahre alter Arbeiter im Fahrerhaus eingeklemmt und getötet. Die Leiche des Mannes konnte erst 19 Stunden nach dem Unglück geborgen werden. Ein Kollege (57) des Kranfahrers rettete sich noch mit einem Sprung zur Seite, erlitt aber schwere Verletzungen. Laut Oberstaatsanwalt Schulz liegt das zur Unfallursache durch die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene technische Gutachten inzwischen zwar vor. „Eine abschließende tatsächliche und rechtliche Würdigung der dort festgestellten Umstände und der sonstigen Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft steht noch aus“, sagte er. Wann mit einem Abschluss zu rechnen ist, sei noch unklar.

Von Sabine Kreuz

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