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Polizeiticker Leipzig Anklage gegen Feuerteufel aus Gohlis erhoben: Leipziger soll 27 Autos angezündet haben
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Anklage gegen Feuerteufel aus Gohlis erhoben: Leipziger soll 27 Autos angezündet haben
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16:41 01.02.2013
Nach der Serie von Autobränden im Leipziger Stadtteil Gohlis-Nord hat die Staatanwaltschaft Anlage gegen einen 27-Jährigen erhoben. Quelle: UserFoto
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Leipzig

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den im November gefassten mutmaßlichen Feuerteufel aus Gohlis am Landgericht erhoben. Der 27-jährige Leipziger bestreitet die Vorwürfe bislang. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

„In dieser Häufung ist das schon ein ungewöhnlicher Fall“, sagt Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Zwischen Dezember 2011 und November 2012 soll der Angeklagte Fahrzeuge verschiedenster Fabrikate in Brand gesetzt haben. „Es betraf alle Marken quer durch: VW, Opel, Ford, Nissan oder Toyota, um nur einige zu nennen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Schaden durch Brände von fast 120.000 Euro

Anders als bei ähnlichen Fällen in Berlin waren es keine Luxuskarossen sondern meist ältere Gebrauchtwagen, die den Flammen zum Opfer fielen. „Das teuerste Auto war etwa 14.000 Euro wert, die meisten lagen aber zwischen 1000 und 2000 Euro“, so Schulz gegenüber LVZ-Online. Insgesamt entstand ein Schaden von 98.000 Euro.

 

Am 2. November 2012 war der Tatverdächtige nach einem Autobrand in der Zillstraße in seiner Wohnung in Gohlis festgenommen worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen Brandstiftung in 26 Fällen, eine versuchte Brandstiftung – der Pkw wurde dabei nur leicht beschädigt –, sowie drei Fälle von Sachbeschädigung vor. Neben den Autobränden soll er auch für ein Feuer in einer Kellerbox in einem Mehrfamilienhaus sowie zwei abgebrannte Restmüllcontainer in Gohlis-Nord verantwortlich sein. Hierbei entstand ein Sachschaden von insgesamt 18.000 Euro.

Ermittler rätseln über Motiv

Insgesamt 27 Fahrzeuge wurden durch die Brände in Gohlis beschädigt oder zerstört. Quelle: André Kempner

Strafrechtlich ist der 27-Jährige ein nahezu unbeschriebenes Blatt. „Er ist mit einigen kleineren Delikten in Erscheinung getreten, aber nicht mit Brandstiftung“, so Schulz. Warum er die Feuer legte, ist den Ermittlern bislang ein Rätsel – das Motiv ist unbekannt. „Der Mann bestreitet alle Vorwürfe“, so Schulz. Dennoch ist die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass er die Taten begangen haben muss. Zu Details will sich Schulz aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Das Landgericht müsse nun zunächst entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Wann der Prozess beginnt, ist noch offen.

Auch nach der Festnahme des mutmaßlichen Feuerteufels nahmen die Autobrände in Leipzig kein Ende. Allein seit Weihnachten brannten insgesamt acht Wagen in verschiedenen Stadtteilen – darunter Eutritzsch, Wiederitzsch, Volkmarsdorf und Grünau. Von einer neuen Serie wollen Staatsanwaltschaft und Polizei bislang aber nicht sprechen. Es werde vermutet, dass Einzeltäter am Werk seien, da sich die letzten Fälle in der Vorgehensweise teilweise deutlich voneinander unterscheiden, sagte Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz kürzlich.

Sollte der Angeklagte aus Gohlis-Nord wegen Brandstiftung verurteilt werden, droht ihm eine lange Freiheitsstrafe. Für jede einzelne Tat seien laut Strafgesetzbuch zwischen einem und zehn Jahren Haft vorgesehen, so Schulz. Das Höchstmaß liegt bei 15 Jahren.

Robert Nößler

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