Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 6 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Anklage nach Morddrohung im Internet – Mutter und Tochter vor Gericht

Video-Interview mit Folgen Anklage nach Morddrohung im Internet – Mutter und Tochter vor Gericht

Wegen einer Mordandrohung müssen sich eine Mutter (46) und ihre Tochter (17) vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten. Ein von beiden aufgenommenes und ins Internet gestellte Video brachte ihnen eine Anklage wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein.

Das Leipziger Amtsgericht verhandelt den Fall einer Morddrohung via Internet.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Ihr Wutausbruch via Internet kommt eine Mutter (46) und ihre Tochter (17) aus Leipzig möglicherweise teuer zu stehen. In einem im April 2015 aufgenommenen und bei Facebook hochgeladenen Video drohten sie einem Nachbarn damit, ihn umzubringen. Ein Mord sei „gerecht“, so die damals 15-jährige Schülerin in einem Interview, das ihre Mutter mit ihr führte. Das brachte beiden eine Anklage wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Diese wird mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. Am Mittwoch begann am Amtsgericht der Prozess, den Richterin Claudia Eppelt-Knochenstiern nach erneuten Wut- und Gefühlsausbrüchen von Mutter und Tochter aussetzte und später erneut terminieren will. Beide Angeklagte erklärten sich für nicht verhandlungsfähig. Offenbar hatten sie auf eine Einstellung des Verfahrens gehofft. Stattdessen erteilte die Richterin auf Antrag von Staatsanwältin Anja Butenschön den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen Verleumdung oder übler Nachrede in Betracht komme.

Hintergrund des Videoclips war, dass die Familie den Nachbarn des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatte, er aber freigesprochen wurde. Angeblich soll auch eine Schwester der 17-Jährigen betroffen gewesen sein. Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, scheint der Auszubildenden inzwischen klar zu werden: „Wegen sowas darf ich vielleicht nicht mehr arbeiten. Immer bekomme ich die Arschkarte“, schimpfte sie in einer Pause.

Von Sabine Kreuz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr