Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ans Haus gepinkelt: Streit zwischen Hausbesitzer und Hundehalterin erneut vor Gericht

Ans Haus gepinkelt: Streit zwischen Hausbesitzer und Hundehalterin erneut vor Gericht

Seinem Ärger mit dem berüchtigten Stinkefinger oder mit unflätigen Ausdrücken Luft zu machen, kann richtig teuer werden. Mehrere Tausend Euro Strafe hat die Justiz in solchen Fällen schon verhängt.

Voriger Artikel
Neue Details zu Mordfall am Bahnhof Leipzig-Leutzsch: „Es war eine zielgerichtete Aktion“
Nächster Artikel
Straßenbahnunfall am Leuschner-Platz: 24-Jähriger erleidet Schädel-Hirn-Trauma
Quelle: Frank Leonhardt

Leipzig. Auch wer sich im Ton gegen Hundebesitzer vergreift, weil deren Liebling an die Hausecke gepinkelt hat, muss mit drakonischen Sanktionen rechnen. So sollte jetzt ein Gebäudeeigentümer 2400 Euro Strafe wegen Bedrohung zahlen. Da er gegen dieses Urteil aus erster Instanz Berufung eingelegt hatte, befasste sich gestern das Landgericht Leipzig mit diesem Fall.

Ihr Dackel sei "ein ganz lieber Hund", versicherte gestern Frauchen Kerstin H. (52), als sie den "erschütternden Vorfall" vom 8. November 2011 in Wurzen schildern sollte. Auf ihrer üblichen Tour hatte ihr vierjähriger Liebling - wie bereits auch schon viele Zweibeiner zuvor - an dem Eckhaus von Karsten S. ein Bein gehoben. Der 46-jährige Eigentümer, zufällig Zeuge dieser "Entleerung", wie er gestern sagte, rastete aus. Begründung: "Das ist dort eine regelrechte Hundetoilette. Ich werde der Sache nicht mehr Herr."

Nach Aktenlage soll Karsten S. gesagt haben: "Ich bringe dich und deinen Hund um." Das bestritt der Mann. Er habe der ihm unbekannten Frau nicht nach dem Leben getrachtet. "Eine ungeheuerliche Anschuldigung", so der Angeklagte. Nach seiner Version zwickte ihn der Dackel zunächst ins Bein. Da sei ihm herausgerutscht, das Tier erschlagen zu müssen, sollte die Besitzerin es nicht zurückhalten. Ihren Worten zufolge wiederum sei der Mann "richtig wütend" geworden, habe geschrien und sofort auf den Dackel eingetreten. "Ich habe geweint und war fassungslos, dass jemand meinen kleinen Hund so tritt. Das macht man einfach nicht", sagte die Frau. Aufgrund des Vorfalls war ihr Langhaardackel einer Kontrolle unterzogen worden. Fazit des Ordnungsamtes: Er habe "ein ruhiges Wesen", sei "kein gefährlicher Hund". Auf Vorschlag von Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz stellte das Landgericht gestern das Strafverfahren ein. "Wir wollen befriedend wirken", sagte Richterin Gabriela Walburg. "Denn Fakt ist, dass der Dackel verstört und verletzt war." Der Angeklagte bekam die Auflage, die damaligen Tierarztkosten von 200 Euro zu übernehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2013

Sabine Kreuz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr