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Polizeiticker Leipzig Anschläge auf Bahnanlagen in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Anschläge auf Bahnanlagen in Leipzig
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08:51 30.01.2019
Seitdem die Polizei das lange Zeit besetzte „Black Triangle“ durchsuchte, kommt es immer wieder zu Anschlägen. Die Täter haben die Deutsche Bahn im Visier, der das Areal am Gleisdreieck gehört. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Ermittler gehen von einem weiteren mutmaßlichen Racheakt für die Räumung des „Black Triangle“ aus: Unbekannte haben am Montagabend Anschläge auf technische Anlagen der Deutschen Bahn (DB) im Leipziger Norden und in Markkleeberg verübt. Wie die Polizei am Dienstag auf LVZ-Anfrage mitteilte, stellte die DB gegen 21.10 Uhr zunächst einen Systemfehler auf der Bahnstrecke zwischen den Stadtteilen Leutzsch und Wahren fest. Denn plötzlich schalteten die Signale aus zunächst unerfindlichen Gründen auf Rot.

Techniker fanden dann heraus, dass ein Kabelschacht brannte, und informierten die Bundespolizei. Beamte sperrten den Tatort weiträumig ab. Kriminaltechniker sicherten Spuren, zu denen die Polizei jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben machte. Nur so viel: Es seien Gegenstände gefunden worden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu dienten, die Bahntechnik in Brand zu setzen. Wie sich herausstellte, hatten die Täter die Betonabdeckung des parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Kabelschachtes aufgehebelt und die darin befindlichen Kabelstränge mit einem Brandsatz angezündet.

Der nächste Zwischenfall folgte gegen 21.30 Uhr in Markkleeberg, wo an den Bahngleisen am dortigen Klärwerk ebenfalls Kabel brannten. Doch offenbar griffen die Täter an der Waldbahn nicht unmittelbar Technik der Bahn an. Laut Polizei soll es sich um Schrottkabel gehandelt haben, der Brand sei von der Feuerwehr gelöscht worden. Zu Zugausfällen kam es aufgrund der Brandstiftungen aber nicht.

LKA-Experten ermitteln

Die Polizei prüft nun, ob die Taten mit der Räumung des „Black Triangle“ in Zusammenhang stehen. Das etwa 10 000 Quadratmeter große DB-Gelände am Gleisdreieck an der Arno-Nitzsche-Straße war seit Juni 2016 von Linksautonomen besetzt und wurde am 15. Januar von einem Großaufgebot der Polizei wegen des Tatverdachts des Hausfriedensbruchs durchsucht. Seither ist die linke Szene in Aufruhr. Auf dem Internetportal Indymedia wurde ein entsprechender Aufruf zur Gewalt veröffentlicht. Die Bundespolizei ließ deshalb seit Tagen Hubschrauber über dem Stadtgebiet fliegen, um die gefährdeten Bahnanlagen aus der Luft zu überwachen.

Großeinsatz in Leipzig: Die Polizei hat mit rund 150 Beamten das alternative Zentrum Black Triangle in Leipzig durchsucht. Das ehemalige Umspannwerk war seit rund zweieinhalb Jahren besetzt.

Erst in der Nacht zum 23. Januar hatten Unbekannte innerhalb von fünf Minuten drei Firmenfahrzeuge der Deutschen Bahn (DB) AG in Leutzsch und Plagwitz angezündet. Zuvor war ein DB-Mercedes in Schleußig abgefackelt worden. Die Ermittler gehen auch hier davon aus, dass die Brandstiftungen im Zusammenhang mit dem „Black Triangle“ stehen. Nach den Brandstiftungen an den Bahnanlagen wird geprüft, ob das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) beim sächsischen Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernimmt.

Von Frank Döring

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