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Polizeiticker Leipzig Anschlag auf neue Luxus-Apartments für Studenten in Leipzig-Connewitz
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Anschlag auf neue Luxus-Apartments für Studenten in Leipzig-Connewitz
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22:20 20.10.2017
Auf ein neues Apartmenthaus für Studenten in Leipzig-Connewitz wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Anschlag verübt. Inzwischen gibt es auch ein Bekennerschreiben.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Die vermummten Täter kamen kurz nach Mitternacht, schlugen innerhalb von wenigen Minuten Scheiben ein und sprühten braune Farbe an die Fassade. Auf ein gerade erst eröffnetes Apartmenthaus in der Karl-Liebknecht-Straße in Connewitz ist in der Nacht zum Donnerstag ein Anschlag verübt worden. In einem Bekennerschreiben brüsten sich anonyme Verfasser inzwischen mit der Tat und geben die zunehmende Verdrängung im beliebten Stadtteil als Motivation an. „Während wir schon das Apartment und zwei weitere Objekte in Connewitz und dem ‚Szeneviertel Südvorstadt‘ angriffen, lagen die Student_innen noch gemütlich im Bett“, schrieben die Verfasser.

Auf ein gerade erst eröffnetes Apartmenthaus in der Karl-Liebknecht-Straße in Connewitz ist in der Nacht zum Donnerstag ein Anschlag verübt worden. Fotos: André Kempner

Es war gegen 0.30 Uhr, als fünf dunkel gekleidete Täter vor dem Luxus-Wohnheim in der Karl-Liebknecht-Straße 144 auftauchten. Vermutlich mit einem Feuerlöscher beschmierten sie großflächig die Fassade von zwei Häusern und schlugen damit auch mehrere Fenster ein, berichtete Polizeisprecher Alexander Bertram am Freitag auf LVZ-Nachfrage. Mit dem Feuerlöscher sei gezielt durch die zerstörten Scheiben in einen Aufenthaltsraum gesprüht worden, so Bertram. Es entstand erheblicher Schaden, die genaue Höhe steht jedoch noch aus.

Studentenwohnungen ab 449 Euro

Anwohner sahen die fünf Täter, wahrscheinlich vier Männer und eine Frau, zu Fuß flüchten. Eine sofort eingeleitete Suche der Polizei in der Umgebung blieb jedoch erfolglos. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat geplant wurde und die Angreifer das Objekt zuvor möglicherweise inspizierten. Das Staytoo-Apartmenthaus der Hamburger Unternehmensgruppe MPC Capital AG war erst vor rund drei Wochen neben der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) eröffnet worden. Es bietet 111 möblierte und hochwertig ausgestattete Studentenwohnungen zur monatlichen Miete ab 449 Euro.

Zerstörte Scheiben, beschmierte Fassade: Mit einem Feuerlöscher wurde laut Polizei Farbe gezielt ins Gebäude gesprüht. Quelle: Andre Kempner

Am Donnerstagabend versendeten Unbekannte ein Online-Bekennerschreiben, das der Leipziger Volkszeitung vorliegt. Darin begründen die anonymen Verfasser den Angriff mit dem zunehmenden „Kampf ums Wohnen“ sowie „langfristigen Überlegungen zum Problem der Wohnraumverknappung für einkommensschwache Schichten“, wie es heißt. „Gegen steigende Mieten helfen keine Appelle an den Staat und dessen Vertreter – egal von welcher Partei sie auch sind. Einzig der solidarische Widerstand von unten, in den Häusern und im Stadtteil, kann uns helfen, uns aus dieser beschissenen Lage zu befreien“, schreiben die Bekenner. Als Absender gaben sie den Namen „Antifa“ an.

Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

Die Polizei hat den Fall inzwischen an den Staatsschutz übergeben. „Dort wird der Inhalt des Schreibens derzeit ausgewertet. Nach erstem Eindruck scheint es authentisch“, so Behördensprecher Bertram. Der Eigentümer Staytoo teilte auf LVZ-Anfrage mit: „Wir verurteilen diesen Vandalismus aufs Schärfste und stehen im engen Austausch mit der Polizei, um die Täter zu ermitteln.“ Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass die Sicherheit der Mieter zu keiner Zeit gefährdet gewesen sei.

In derselben Nacht gab es laut Polizei noch weitere Fälle von Vandalismus im Leipziger Stadtgebiet. So sei unter anderem in Connewitz ein Lastwagen in der Burgstädter Straße mit silberner Farbe besprüht worden, in der Augustenstraße in Reudnitz-Thonberg wurde ein Motorrad angezündet. Die Polizei, die im Fall des Appartementhauses wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt, prüft nun einen Zusammenhang der Fälle.

Von nöß

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