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Anschlagsserie im Leipziger Süden: Schon 15 Autos angezündet – Gentrifizierung als Motiv?

Anschlagsserie im Leipziger Süden: Schon 15 Autos angezündet – Gentrifizierung als Motiv?

Die Täter kommen meist nachts, zündeln im Bereich des Motorraums und haben es vor allem auf Fahrzeuge von Immobilienfirmen abgesehen: Im Leipziger Süden häufen sich seit einigen Monaten die Brandanschläge auf Pkw.

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Pkw in Flammen: Seit April häufen sich die Anschläge auf Autos im Leipziger Süden (Symbolfoto).

Quelle: dpa

Leipzig. Bereits 15 Autos wurden seit April in Connewitz und der Südvorstadt angezündet, teilte die Polizei auf Anfrage von LVZ-Online mit. In der Nacht zum Freitag stand erneut ein Wagen in Flammen.

Gegen 0.35 Uhr wurde der 36-jährige Fahrer eines VW-Busses in der Windscheidstraße aus dem Schlaf gerissen. Der vor seiner Wohnung an der Ecke Selneckerstraße geparkte Firmenwagen stand im Bereich des Motorraums in Flammen. Die Feuerwehr konnte den T4 schnell löschen. Anwohner hatten zuvor den Brand bemerkt und mit Wasser Schlimmeres verhindert. Am Kühlergrill und Motor entstand ein Schaden in Höhe von 2000 Euro.

„Es handelte sich auch hier um Brandstiftung“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Bereits 15 Fahrzeuge, darunter auch ein Bagger, wurden seit Anfang April im Leipziger Süden durch Unbekannte angezündet, davon elf in Connewitz und vier in der Südvorstadt. Insgesamt 23 Wagen, häufig auch nebenan geparkte, wurden durch die Flammen beschädigt oder komplett zerstört.

Polizei geht von Serientäter aus

Die Polizei geht von einem neuen Serientäter aus, nachdem zuletzt im Jahr 2012 ein Brandstifter in Gohlis sein Unwesen trieb. Markus W. (27) wurde 2013 vom Leipziger Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt. „Auch in anderen Vierteln gibt es immer wieder Fälle, aber im Süden hat es zuletzt deutlich zugenommen. Wir haben hier ganz klar einen Schwerpunkt“, berichtete Voigt. Zudem sei das Vorgehen der Täter meist dasselbe. In der Regel würden die Fahrzeuge mit Brandbeschleuniger im vorderen Bereich angezündet.

Häufig trifft es Wagen von Immobilien- und Baufirmen, die Sanierungsarbeiten an Wohnhäusern in Connewitz durchführen.  Es könnte sich bei den Taten womöglich um Racheakte handeln, vermuten die Ermittler daher. Die zunehmende Bautätigkeit und damit auch die steigenden Mieten lösen im Alternativ-Viertel Unmut aus. Groll gegen die Gentrifizierung als Motiv wird von der Polizei nicht ausgeschlossen, ähnlich wie in Berlin, wo es in den vergangenen Jahren bereits zu ähnlichen Anschlaggsserien kam.

„Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen“, betonte der Polizeisprecher. Das Ergebnis ist bislang allerdings ernüchternd – mangels Täterbeschreibungen tappen die Beamten weitestgehend im Dunkeln. Der entstandene Schaden dürfte inzwischen im sechsstelligen Bereich liegen.

Robert Nößler

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