Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Anti-Terror-Übung mit Schreien und Schüssen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Anti-Terror-Übung mit Schreien und Schüssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:48 16.05.2017
Terrorübung in der Nacht zu Mittwoch am Leipziger Hauptbahnhof. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Ausnahmezustand am Dienstagabend am Leipziger Hauptbahnhof – wenn auch ein Geplanter. Von 22 bis 4 Uhr wurde der für Mitteldeutschland äußerst wichtige Verkehrsknotenpunkt von mehreren Hundert Einsatzkräften aller Einsatzbereiche belagert: Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn führten in der Nacht zu Mittwoch eine groß angelegte Übung durch. Das Szenario: ein Terroranschlag in Leipzig.

Zur Galerie
Rauch, Leute liegen am Boden, simulierte Explosionen: Das war die Terror-Übung am Leipziger Hauptbahnhof am Dienstagabend. Das Szenario sollte so realistisch wie möglich sein, der Bahnverkehr jedoch sollte weiterlaufen.

Schon ab 20 Uhr wurde die Ostseite des Gebäudes dafür abgeriegelt. „Insgesamt waren mehr als 500 Personen an der Übung beteiligt, darunter auch eine Handvoll Beobachter und über 200 Bundespolizisten, die als Statisten agierten“, erklärte Christian Meinhold, der Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna.

Übung dauert von 22 bis 4 Uhr

„Das Ganze sollte so authentisch wie möglich wirken." Dazu gehörten auch Schreie und Schussgeräusche; Anwohner und Gäste der nahen Hotels wurden deshalb vorab über die Übung informiert. Die vorübergehende Störung der Videoüberwachung auf dem Hauptbahnhof durch die jüngste weltweite Hacker-Attacke wurde für die Simulation behoben. „Es gibt drei Durchgänge mit einer Dauer von jeweils einer Stunde. Das Szenario blieb stets gleich, die Einsatzkräfte haben aber jeweils andere Positionen und Aufgaben übernommen“, teilte Meinhold mit. „Bundesweit war das die erste Übung, die in diesem Umfang im Herzen einer Großstadt durchgeführt wurde.“

Das Besondere: Im Fokus standen nicht Spezialeinheiten, sondern jene Einsatzkräfte, die im Falle eines solchen Szenarios tatsächlich zuerst vor Ort sind. Außerdem reisten Polizeiführer aus ganz Deutschland nach Leipzig, um Lehren für die eigene Direktion ziehen zu können. Meinhold: „Das ist alles andere als eine Routine-Übung, Fehler gehören also dazu.“ Im Laufe des Dienstags will die Bundespolizei über die Ergebnisse und Erkenntnisse informieren.

Christian Neffe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Verfahren um den Anschlag auf den Polizeiposten in der Leipziger Eisenbahnstraße haben die drei Angeklagten ihre Berufungen gegen das Urteil des Amtsgerichtes zurückgezogen. Die Haftstrafe gegen den Haupttäter ist damit rechtskräftig.

16.05.2017

Auch der Sicherheitsdienst konnte sie nicht dazu bringen, das Gelände zu verlassen: Zwei Männer haben sich in der Nacht zu Dienstag an den Automaten und Kühltruhen eines Krankenhauses bedient. Auch die Zigaretten einer Angestellten nahmen sie sich.

16.05.2017

Ein Unbekannter hat in der Nacht zu Dienstag in einem Wohnhaus in Leipzig-Lößnig einen Brand verursacht. Mittels eines Stücks Stoff zündete er die Kellerboxen aus Holz an.

16.05.2017
Anzeige